Das war EventHorizon 2017

Blockchain: das fehlende Bindeglied im Energiesystem

Credit: EventHorizon/Ranger

Mehr als 500 Besucher aus 36 Ländern kamen am 14. und 15. Februar zu EventHorizon 2017 in die Wiener Hofburg. Hauptthema der ersten internationalen Konferenz zur Blockchain-Technologie im Energiesektor war die bevorstehende Revolution am Energiemarkt. Das Programm zeigte einen Wechsel der Marktmacht von etablierten Energieversorgern zum Kunden. Das AIT Austrian Institute of Technology war Partner der Veranstaltung.

Dr. Christoph Frei, Generalsekretär des Weltenergierates, beschrieb die Blockchain-Technologie in seiner Keynote als „fehlendes Bindeglied im Energiesystem“.

Aber was genau hat die Blockchain mit dem Energiemarkt zu tun? Die vier Experten, Dr. Gavin Wood, Heiko Hees, Christoph Jentzsch und Ewald Hesse erläuterten dies in einer Podiumsdiskussion: vereinfacht handelt es sich um einen fälschungssicheren Kontoauszug, auf dem Transaktionen nicht mehr manipuliert werden können; eine unbestechliche Alternative zu zwischengeschalteten Institutionen. Netzbetreiber und Energieversorger werden nicht verschwinden, aber die Geschäftsmodelle werden sich verändern.

Die besten Anwendungsbeispiele: Top of the Horizon

EventHorizon 2017 hat gezeigt, dass immer mehr Energie-Blockchain-Anwendungen entwickelt werden: vom Peer-to-Peer-Energiehandel bis hin zu lokalen Energiemärkten. Jules Besnainou, hochrangiger Manager der Cleantech Group, präsentierte dazu eine Momentaufnahme. Die Konferenzteilnehmer wählten im Anschluss aus 15 Start-up Präsentationen mit OneUp ihren Favoriten. Gründer Mark Dijksman wurde mit dem „Top of the Horizon 2017“ Award ausgezeichnet.

EU-Richtlinien noch dieses Jahr

Aber auch die Rolle der Energieversorger, der Investoren oder das Thema Sicherheit und die staatliche Regulation kamen bei der ersten internationalen Konferenz zur Blockchain-Technologie im Energiesektor nicht zu kurz. Europaparlamentarierin Eva Kaili wies darauf hin, dass der erste Teil entsprechender Gesetzesvorlagen bereits Ende dieses Jahres erwartet wird.

AIT-Forschungsaktivitäten auf dem Blockchain-Sektor

Das AIT besitzt einen speziellen Forschungsschwerpunkt im Bereich Data Science. International renommierte ExpertInnen arbeiten an neuen Ansätzen eines modernen Datenmanagements und beschäftigen sich beispielsweise mit Blockchain-basierten Technologien.  Vor dem Hintergrund, dass Blockchain-Technologien interessante Wirtschaftsmöglichkeiten bieten, entwickeln die ForscherInnen modernste Sicherheitstechnologien, um eine missbräuchliche Verwendung von Blockchain-Technologien zu verhindern. Denn die innovative Technologie hält mittlerweile in unterschiedlichsten Sektoren Einzug, neben dem Energiesektor auch beispielsweise im Finanzsektor. So untersuchte das AIT im jüngst erfolgreich abgeschlossenen Forschungsprojekt BITCRIME innovative Ansätze zur Identifikation, Verfolgung und Prävention der organisierten Finanzkriminalität mit virtuellen Währungen. Bei einer Technologie mit derart disruptiven Auswirkungen ist ein interdisziplinärer Ansatz grundlegende Voraussetzung, um alle technischen, aber vor allem auch rechtlichen und gesellschaftlichen Aspekte zu berücksichtigen. So war BITCRIME als bilaterales Projekt zwischen Österreich und Deutschland konzipiert, das auf österreichischer Seite im KIRAS-Sicherheitsforschungsprogramm des BMVIT und auf deutscher Seite vom VDI gefördert wurde.

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