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Symbolfoto: Das AIT ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung

Ökologisierung Seibersdorf

Mit Frühlingsbeginn startet am AIT Standort Seibersdorf ein außergewöhnliches Projekt: Sämtliche Grünflächen, insgesamt rund 8 Hektar, werden zu Naturwiesen, die künftig vielen heimischen Pflanzen- und Insektenarten Lebensraum bieten. Unter dem Projekttitel „Ökologisierung Seibersdorf“ lassen wir der Natur auf den ausgewiesenen Flächen ihren Lauf und fördern so die biologische Vielfalt und damit den Klimaschutz – ganz im Sinne der unternehmensstrategischen Ausrichtung des AIT mit Fokus auf Dekarbonisierung und Klimaschutz. Neben den ökologischen Vorteilen überzeugt auch der ökonomische: Mehrkosten für Pflege werden eingespart.  

Weniger Mähen und kein künstliches Bewässern ist für den in der Region typischen Steinfeld-Trockenrasen ideal, um Pflanzen wie Steppen-Salbei, Heide-Löwenzahn, Nelkenarten oder Echtes Labkraut zum Wachsen zu bringen. Die Natur nimmt sich dabei die Zeit, die sie braucht – im heurigen Jahr können wir die ersten Blüher beobachten, in den Folgejahren werden die Grünflächen stetig an blühender Pracht gewinnen.

Für unsere AIT-Mitarbeiter:innen am Standort Seibersdorf bedeuten die blühenden Grünflächen Natur am eigenen Arbeitsplatz sowie Ruhe- und Erholungszonen. Ein respektvoller, umsichtiger Umgang mit Flora und Fauna ist dafür die Voraussetzung.

Nachhaltigkeit und ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen ist Teil unseres Selbstverständnisses und findet in sämtlichen Bereichen – vom AIT-Forschungsschwerpunkt Dekarbonisierungslösungen über die nachhaltige Beschaffung bis hin zur umwelt- und ressourcenfreundlichen Gebäude- und Laborentwicklung – seinen Niederschlag. Mit dem Projekt „Ökologisierung Seibersdorf“ werden erste, wesentliche Schritte zu mehr Klimaschutz durch Biodiversität an den Unternehmensstandorten selbst gesetzt. 

Jede Fläche zählt: Wir als AIT sind mit den Grünflächen in Seibersdorf Teil eines regionalen Netzwerks an wertvollen Naturflächen (derzeit 144 Hektar in 25 Gemeinden) in der Region Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken. Fachlicher Partner in der Projektumsetzung ist der Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken.

Einmal im Quartal besucht der Landschaftspflegeverein Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken die Wiese in Seibersdorf. Die Expert:innen prüfen wie die Ökologisierung voranschreitet, und welche neuen Tier- und Pflanzenarten eine neue Heimat gefunden haben.

Beeindruckender Blütenreichtung im Spätfrühling

Am 1. Juni waren die Biolog:innen des Landschaftspflegevereins Thermenlinie-Wienerwald-Wiener Becken wieder auf den Grünflächen im Forschungszentrum unterwegs, um die biologische Vielfalt vor Ort zu dokumentieren. Im Gegensatz zu einer ab dem zeitigen Frühjahr regelmäßig niedergemähten Fläche zeigten die Grünflächen in Seibersdorf mit der Umstellung der Pflege auch im Juni eine vielfältige Blütenpracht und eine große Insektenvielfalt. 

Trotz größerer Trockenheit – die Regenfälle im Mai brachten meist nur eine geringe Niederschlagsmenge – blühte es auf vielen Flächen mit einer großen Vielfalt an Pflanzenarten. Das ist eine besondere Eigenschaft der Trocken- und Halbtrockenrasen. Hier sind die Pflanzen an wenig Niederschlag angepasst und können bereits kleine Mengen Regen nutzen, um prächtig zu blühen.

Im Folgenden ist die Entwicklung der Wiese seit dem Projektstart im März 2022 zusammengefasst: