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Symbolfoto: Das AIT ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung

3beLiEVe: Größtes HORIZON-2020-Projekt am AIT

20.12.2019
 

Nach über einem Jahr Vorbereitungszeit, unzähligen Telefonaten und Meetings mit potenziellen Projektpartnern und einer großen Portion Mut und Entschlossenheit, hat sich die Arbeit ausgezahlt: Das Projekt „3beliEVe wurde bewilligt und ist mit 10,8 Mio. € (davon 1,6 Mio. € für AIT) das größte vom AIT koordinierte Horizon-2020-Projekt. Das Konsortium besteht aus 21 Forschungseinrichtungen, Industrieunternehmen und KMUs aus 10 verschiedenen europäischen Ländern. Am AIT sind zwei Center beteiligt - das Center for Low-Emission Transport und das Center for Vision, Automation and Control. Das Projekt wird von der LET Competence Unit Electric Drive Technologies koordiniert und läuft bis Juni 2023.

Battery Research Pilot Line

Battery Research Pilot Line

Batterien ohne Kobalt und mit Sensortechnologie

Im Projekt soll eine Lithium-Ionen-Batterie der übernächsten Generation 3b (PDF Seite 20) entwickelt werden, die ab 2025 in leichten bis schweren Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen zum Einsatz kommen soll. Das Batterieforschungsteam um Marcus Jahn will hoch-performante Zellen mit einer hohen Energiedichte, Schnellladefähigkeit und guter Zyklenfestigkeit entwickeln. Darüber hinaus sollen kritische Rohstoffe wie Kobalt vermieden werden.

3D Rekonstruktion

Inline 3d Rekonstruktion einer Batteriefolie mit Mikrometer-Auflösung

Weiters soll durch Sensorintegration in und auf die Zellen ein intelligenter Betrieb der Batterie ermöglicht werden, um die Alterung zu verlangsamen und die Sicherheit zu erhöhen. Bei der Zellfertigung wird ein optisches Inspektionssystem zur schnellen Inline-3D-Rekonstruktion vom Center VAC eingesetzt, das mittels Machine Learning frühzeitig und automatisch Defekte in der Folienbeschichtung erkennt. Durch verbesserte Rohstoffe sowie optimierte Herstell- und Recyclingverfahren sollen zudem die Lebenszykluskosten dieser Batteriezellen gesenkt werden.

Im Kontext der europäischen Bemühungen, eine eigene Batterieproduktion aufzubauen, wird 3beLiEVe europäischen Forschungs- und Industriepartnern helfen, die notwendigen Kompetenzen aufzubauen bzw. zu vertiefen, um die Lieferkette für Zellen und Batteriesysteme der nächsten Generation zu bedienen.

Boschidar Ganev

Projektkoordinator Boschidar Ganev

Neues wagen

Neben den thematischen und technischen Einblicken bietet das Projekt den Rahmen, auch neue Wege bei der Projektabwicklung zu gehen: "Das Projekt beinhaltet einige Aspekte, die wir zum ersten Mal ausprobieren. Zum Beispiel macht 3beLiEVe beim Open Research Data Pilot mit, wir haben ein nicht-EU Land (Norwegen) als Partner mit an Bord und lassen uns erstmalig professionell von einer externen Beratung in der Projektkommunikation unterstützen. Darüber hinaus testen wir auch neue Software-Tools für den Datenaustausch und das Projektmanagement. Technisch und administrativ ist es also das volle Programm", freut sich der Projektkoordinator Boschidar Ganev.

Michele DeGennaro

Senior Scientist Michele de Gennaro

Harte Arbeit zahlt sich aus

Die Vorbereitungen für das Proposal starteten fast ein Jahr vor der Einreichfrist, im Juli 2018, und wurden von den KollegInnen der Competence Unit Electric Drive Technologies koordiniert. Die Ausschreibung forderte Aktivitäten in mehreren Themenbereichen: "Für 3beLiEVe haben wir uns entschlossen, auf‘s Ganze zu gehen und ein Konsortium zusammenzustellen, das alle Themenbereiche abdecken kann", erklärt Senior Scientist Michele de Gennaro, der federführend an der Zusammenstellung des Konsortiums sowie am Gesamtkonzept beteiligt war.

Projektkoordinator Boschidar Ganev ergänzt: "Das war enorm viel Arbeit, aber es hat sich ausgezahlt! So war es möglich bereits im Vorfeld Vertrauen im Konsortium aufzubauen. Außerdem haben wir uns als Team bei der Handhabung sehr gut eingespielt und unseren Qualitätsanspruch an das Proposal dadurch gesichert, dass wir selbst Hand angelegt und koordiniert haben. Nach der Förderzusage ist auch die Abwicklung der Vertragsverhandlungsphase erstaunlich glatt gelaufen, angesichts der großen Anzahl an Partnern. Wir wollen es nicht verschreien, aber die Vorzeichen für das Projekt stehen positiv."

Das AIT-Team bereitet sich nun intensiv auf den Projektstart am 14. Januar 2020 vor.

Weitere Informationen zum Projekt unter: https://www.ait.ac.at/themen/battery-technologies/projects/3believe