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Symbolfoto: Das AIT ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung

In den Netzen von Morgen

19.02.2011
Hannes Androsch, Anton Plimon, Helmut Leopold, Brigitte Bach und Wolfgang Hribernik im Gespräch mit der renommierten Wochenzeitung "Die Zeit" (Artikel erschienen am 17.02.2011).
 

Das AIT Austrian Institute of Technology ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung. Mit seinen fünf Departments versteht sich das AIT als hoch spezialisierter Forschungs- und Entwicklungspartner für die Industrie. Dabei beschäftigen sich die ForscherInnen mit den zentralen Infrastrukturthemen der Zukunft: Energy, Mobility, Health & Environment, Safety & Security sowie Foresight & Policy Development.

Brigitte Bach, Departmentleiterin Energy, erzählt vom Positionierungsprozess der zu diesem fünf Departments geführt hat: »Zuerst haben wir uns gefragt: Was sind die großen Herausforderungen der nächsten Jahre? Wo kommt es zu technologischen und gesellschaftlichen Umbrüchen?«

Der steigende Energiebedarf, die Verknappung der fossilen Ressourcen und der Klimawandel sind zentrale Herausforderungen unseres Jahrhunderts, die nur durch den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energieträger, Energieeffizienz und ein intelligentes Energiemanagement zu bewältigen sind.

Im Department Energy konzentriert sich das AIT daher auf die jüngsten Entwicklungen im Energiebereich, neue Formen dezentraler Energieerzeugung und deren Auswirkungen auf die Verteilernetze.

Mit der bevorstehenden massenhaften Zuschaltung von dezentralen Energieerzeugern, etwa durch Photovoltaikanlagen, braucht es erheblich mehr Regeltechnik und Systemsteuerung. »Das geht aber nicht mehr zentral, sondern nur über Märkte«, führt die Energieexpertin Brigitte Bach weiter aus.

Für diese Entwicklungen führt das Energy Department eine Vielzahl individueller Projekte durch. Etwa in Vorarlberg, wo die bestehenden Stromleitungen effizienter genutzt werden sollen. Wolfgang Hribernik, Geschäftsfeldleiter Electric Energy Systems zufolge ist »das Netz ...bereits an seine Kapazitätsgrenze gestoßen. Wenn man nicht zusätzliche Leitungen bauen will, hat man zwei Möglichkeiten: bessere Hardware, also Schalter, oder ein besseres Leitungsmanagement.« Dazu sind hochkomplexe Rechenmodelle notwendig, welche die Experten des Energy Departments gemeinsam mit dem Vorarlberger Netzbetreiber einsetzen.

In Salzburg laufen derzeit praktische Feldversuche mit intelligenten Stromnetzen, welche Energie bedarfsorientiert verteilen. Die Salzburg AG, der Strom- und Wärmelieferant, Salzburg Wohnen, eine Wohnbaugesellschaft, und Industrie- und Ingenieurfirmen wie Siemens und Fichtner testen verschiedene Aspekte dieser Netze: Durch Einbindung von 240 Haushalten wird untersucht, wie Energie effizient genutzt werden kann.

Eine entscheidende Rolle spielt die Erprobung neuer Komponenten in wirklichkeitsnahem Umfeld. Aber, so Hribernik: »Alles kann man nicht rechnen, manches muss ausprobiert werden. Man kann für Tests natürlich nicht das Netz verwenden und Ausfälle riskieren.« Daher müssen bestimmte Bauteile in einem simulierten Netz erprobt werden. Am AIT wird dafür gerade ein eigenes SimTech Labor errichtet.

Die Onlineversion des Artikels lesen Sie hier.