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Symbolfoto: Das AIT ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung

ÖBB-Testbetrieb mit Wasserstoffzug erfolgreich abgeschlossen

14.12.2020
Wissenschaftliche Auswertungen der Testphase von AIT Center for Energy und HyCentA gestartet ÖVG-Forum: Wasserstoff auf Schiene: Tagungsband nun online
 

Nach rund dreimonatiger Testphase ist der Einsatz des Wasserstoffzugs „Coradia iLint“ des Herstellers Alstom bei den ÖBB erfolgreich zu Ende gegangen. Die ÖBB zeigen sich mit dem Wasserstoffzug und dem Ablauf des Testbetriebs sehr zufrieden. Die ÖBB hatten den Wasserstoffzug im regulären Fahrgastbetrieb auf der Aspangbahn bzw. Thermenbahn von Wien über Wiener Neustadt nach Fehring und auf der Strecke zwischen Wiener Neustadt und Puchberg am Schneeberg getestet. Trotz der Länge und anspruchsvollen Topographie absolvierte der Wasserstoffzug diese Strecken souverän. 

Wissenschaftliche Studie des AIT und HyCentA liefert Detailanalysen 
Das Projekt wurde vom Klima- und Energiefonds und dem Shift2Rail Joint Undertaking unterstützt. Die VERBUND AG übernahm die Grünzertifizierung des verwendeten Wasserstoffs. Die während des Probebetriebs gesammelten Daten werden nun im Detail ausgewertet und im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie des AIT Austrian Institute of Technology und HyCenta in den nächsten Monaten evaluiert. Die Erkenntnisse daraus dienen als Handlungsempfehlungen für einen möglichen zukünftigen Einsatz von Wasserstoffzügen bei den ÖBB, die bis zum Jahr 2030 im Mobilitätssektor CO2-neutral unterwegs sein wollen. Auf der Schiene gelingt dies neben der Elektrifizierung von bestehenden Dieselstrecken nur durch den Einsatz von Schienenfahrzeugen mit alternativen Antrieben.

ÖVG-Forum: Wasserstoff auf Schiene: Tagungsband nun online
Am 23. November 2020 fand das ÖGV-Forum zum Thema Wasserstoff auf Schiene statt. Anlass für diese Fachveranstaltung war der Fahrgastbetrieb eines Wasserstoffzuges „Coradia iLint“. 
Begleitet wird der Pilotversuch mit einer Studie von AIT und HyCentA. Wolfgang Hribernik (AIT) und Markus Sartory (HyCentA) berichteten im Rahmen der Veranstaltungüber die Durchführung von systemischen Optimierungen, Detailbewertungen von Standortkonzepten und der Übertragbarkeit auf andere Regionalbahnen. Ausgangspunkt des Pilotprojektes war der Standort Wr. Neustadt. Es wurden die ganze Aspangbahn, die Strecke nach Gutenstein, Puchberg am Schneeberg sowie nach Wien Hbf. befahren. Die bisherigen Erfahrungen zeigten es ist ein uneingeschränkter Betrieb trotz anspruchsvoller Topografie (Bergstrecken) gewährleistet, der Fahrplan kann eingehalten werden und die Betankungsvorgänge und -dauer sind ähnlich wie bei Diesel. Als Vorteile von H2 erwiesen sich die Reichweite und ein durchschnittlicher Verbrauch von 0,23 kg/km, nachteilig sind der Gesamt-Energieverlust bis zum Rad von ca. 75 %, die hohen Betriebskosten des H2 und das Erfordernis einer Gesamt-Systemumstellung.

In der abschließenden Diskussionsrunde mit Werner Buchberger (ÖBB-PV), Theresia Vogel (Geschäftsführerin Klima- und Energiefonds, Wolfgang Hribernik (AIT), Florian Maringer (BMK), Paul Liebhart (VOR) und Markus Sartory (HyCentA) wurden einerseits Fragen der Teilnehmer beantwortet und andererseits vom Vertreter des BMK auf die in Ausarbeitung befindliche H2 -Strategie Österreich verwiesen. Für den Bahnsektor wurde der H2-Betrieb als eine mögliche Alternative für nichtelektrifizierte Strecken beurteilt, wobei der Streckenelektrifizierung der Vorrang eingeräumt werden sollte, sodass H2 im zukünftigen Bahnsektor eher in einer Nische Anwendung finden wird.

Der Tagungsband ist hier zum Download: 
http://www.oevg.at/h2schiene/handout.pdf