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InSPIRe - Flügeleisschutzsystem durchläuft entscheidende Entwurfsprüfung (CDR)

23.09.2020

 

Das Projekt InSPIRe bestand am 22. und 23. Juni 2020 erfolgreich die entscheidende Entwurfsprüfung.

Wenn ein Flugzeug in großen Höhen und bei Temperaturen von bis zu -57°C fliegt, muss es Enteisungssysteme einsetzen, um seine Flügel eisfrei zu halten. Eis kann den Luftstrom über Flügel und Leitwerk verändern, die Auftriebskraft, die das Flugzeug in der Luft hält, verringern und möglicherweise einen aerodynamischen Strömungsabriss verursachen - ein Umstand, der zu einem vorübergehenden Steuerungsverlust führen kann. Das bei den meisten Flugzeugen installierte Flügeleisschutzsystem ist ein notwendiges Sicherheitselement, das aber auch energieintensiv sein kann.

CAD-Modell des InSPIRe-IWT-Demonstrators

Das Projekt InSPIRe wurde - entschuldigen Sie das Wortspiel - inspiriert, Flügeleisschutzsysteme mit geringer Leistung zu entwickeln, die die Sicherheitsstandards maximieren und gleichzeitig die Energiekosten senken, und zwar im Hinblick auf die Mission von Clean Sky, bis 2050 eine kohlenstoffneutrale Luftfahrt zu erreichen. Diese Maßnahme ist Teil der Clean Sky’s Energy Optimised Regional Aircraft initiative, und diese Lösung wird eines von sechs neuen Bordsystemen sein, die Energie, Lärm und Emissionen reduzieren werden.

Bei dem vorgesehenen Konzept handelt es sich um ein innovatives, elektrothermisches Mehrzonen-Flügeleisschutzsystem (WIPS), das für den Betrieb im reinen Enteisungsmodus ohne energieintensive Trennstreifen optimiert ist. Darüber hinaus ist es mit den Anforderungen des zukünftigen Regional Aircraft Initiative Flügels mit einer verformbaren Vorderkante kompatibel. Die Heiztechnologie basiert auf einem Heizpolymer und ist in die Verbundwerkstoff-Vorderkante integriert.

Die nächsten Schritte werden die Validierung der WIPS-Technologie im Eiswindkanal des italienischen Zentrums für Luft- und Raumfahrtforschung (CIRA) mit einem Demonstrator in Originalgröße sein.

Eckdaten zum Projekt

InSPIRe wird vom AIT Austrian Institute of Technology koordiniert, das auch an der Entwicklung der Leistungselektronik und der CFD-Simulation arbeitet; AeroTex UK steuert das IPS-Design und die Planung der IWT-Testkampagne bei, und Villinger R&D liefert die Heizungstechnologie. Peak Technology liefert Verbundstrukturen, und das Kompetenzzentrum für elektrochemische Oberflächentechnologie GmbH (AIT) (CEST) führt Tests durch.

Insgesamt erhielt das Projekt im Rahmen des Clean Sky 2 Joint Undertaking 1.299.340 € aus der EU-Förderung "Horizont 2020".

 

Quelle: www.cleansky.eu/inspiring-flight-wing-ice-protection-system-soars-through-its-critical-design-review