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Senior Scientist Oliver Langer veröffentlicht Featured Translational Science Article

16.04.2019
Publikation von Journal of Nuclear Medicine ausgezeichnet
Ein Labor in dem vier Wissenschaftler*innen in weißen Labormänteln mit Sicherheitsvorkehrungen, wie Laborhandschuhen und leichten Schutzmasken arbeiten. Sie arbeiten an diversen Messgeräten, eine Person sitzt vor mehreren Monitoren und wertet die Daten aus.

Foto (AIT/J.Zinner): Preclinical Molecular Imaging

Die Blut-Hirn-Schranke stellt in der Behandlung von Erkrankungen oft eine bedeutende Herausforderung dar. Senior Scientist Oliver Langer und dem AIT Preclinical Molecular Imaging Team ist es gelungen, zusammen mit dem Service Hospitalier Frédéric Joliot in Orsay (Frankreich) und der Medizinischen Universität Wien, eine mögliche Lösung zu finden. Die Publikation wurde vom renommierten Journal of Nuclear Medicine als „Featured Translational Science Article” ausgezeichnet.


Die Blut-Hirn-Schranke stellt eine wichtige Barriere zwischen dem Blut und dem Gehirn dar und verhindert oftmals, dass Medikamente in ausreichend hoher Konzentration ihre pharmakologischen Zielstrukturen im Gehirn erreichen. Viele Medikamente, insbesondere moderne zielgerichtete Krebs-Therapien (Tyrosin-Kinase-Inhibitoren), werden durch zwei Transport-Proteine an der Blut-Hirn-Schranke namens ABCB1 und ABCG2 daran gehindert, ins Gehirn zu gelangen. Dadurch können diese Medikamente nur schlecht zur Behandlung von Gehirn-Tumoren eingesetzt werden.

Die AIT Preclinical Molecular Imaging Gruppe konnte 2015 zeigen, dass der zugelassene Arzneistoff Erlotinib (Tarceva®) in hoher Dosierung ABCB1 und ABCG2 hemmen und damit potentiell die Gehirnverteilung von anderen Medikamenten verbessern kann. Die potentielle klinische Anwendbarkeit dieses Konzepts wurde 2017 in Zusammenarbeit mit dem Service Hospitalier Frédéric Joliot in Orsay, Frankreich erfolgreich bestätigt. Als letzten Schritt wurde dieses Konzept im Rahmen einer langjährigen Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie an der MedUni Wien in gesunden Probanden evaluiert.

Diese Publikation ist in der April 2019 Ausgabe von Journal of Nuclear Medicine, einer der besten nuklearmedizinischen Zeitschriften (Impakt-Faktor: 7,439), als „Featured Translational Science Article“ hervorgehoben worden: http://jnm.snmjournals.org/content/60/4/486.

Diese Resultate unterstreichen, dass PET Imaging eine translationale Methode ist, die sich hervorragend dazu eignet, innovative therapeutische Konzepte in kurzer Zeit vom Tier in den Menschen zu übertragen.

Diese Forschung wurde von der NÖ Forschungs- und Bildungsges.m.b.H. (NFB) und dem FWF gefördert.

Molecular Imaging


Weitere Publikationen zu dem Thema:

[1] Traxl, A., T. Wanek, S. Mairinger, J. Stanek, T. Filip, M. Sauberer, M. Muller, C. Kuntner and O. Langer. "Breast Cancer Resistance Protein and P-Glycoprotein Influence in vivo Disposition of 11C-Erlotinib." The Journal of Nuclear Medicine 56, no. 12 (2015): 1930-6.

[1] Tournier, N., S. Goutal, S. Auvity, A. Traxl, S. Mairinger, T. Wanek, O. B. Helal, I. Buvat, M. Soussan, F. Caille and O. Langer. "Strategies to Inhibit Abcb1- and Abcg2-Mediated Efflux Transport of Erlotinib at the Blood-Brain Barrier: A PET Study in Non-Human Primates." The Journal of Nuclear Medicine 58, no. 1 (2017): 117-122.