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Internationales Leadership durch Kooperation

25.09.2017

Im Rahmen des Forschungsmarkttages 2017 der Abteilung Wissenschaft, Forschung und Entwicklung (WFE) des BMLVS präsentierte das AIT führende Technologien und Lösungen, die in kooperativen Projekten mit dem Österreichischen Bundesheer entwickelt wurden.

 

Helmut Leopold, Head of Center for Digital Safety & Security präsentierte einer Delegation des Generalstabs das Forschungsangebot des AIT.

Die Abteilung für Wissenschaft, Forschung und Entwicklung (WFE) des BMLVS veranstaltete am 7. September 2017 erneut einen "Forschungsmarkttag", um über den Status der Forschung innerhalb des ÖBH zu informieren. Als Ort wurde dieses Jahr erneut die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt ausgewählt. Die Ausstellung umfasste zehn Präsentationen in Form von Messeständen, mit denen sich Forschungsinstitutionen des ÖBH vorstellten und über Forschungsziele und Forschungsergebnisse informierten. Zusätzlich boten die Partnerinstitutionen der WFE, nämlich das AIT Austrian Institute of Technology, Joanneum Research und die Fachhochschule Wr. Neustadt eine eindrucksvolle Palette ihrer Forschungstätigkeiten an, die im Rahmen kooperativen Projekten mit dem ÖBH entwickelt wurden.

Das AIT Austrian Institute of Technology präsentierte im Ausstellungsbereich folgende Technologien und Schwerpunkte:

Cyber Security
Die zunehmende Komplexität unserer IT-Systeme verlangt neue Mechanismen, um sie vor fortgeschrittenen Cyber-Attacken zu schützen und Anomalien, wie z.B. Prozesse in komplexen Systemen, die von üblichen Strukturen abweichen oder Fehler in Betriebsprozessen durch Anwender von IT-Systemen, zu erkennen. AIT ExpertInnen arbeiten an hochmodernen Technologien (z.B. Künstliche Intelligenz und selbstlernende Systeme) zur frühzeitigen Erkennung von Cyber-Bedrohungen, um kritische Infrastrukturen zu schützen, die sich durch die umfassende Vernetzung und Digitalisierung zu komplexen und leicht verletzbaren Systemen entwickelt haben.

AIT Cyber Range Training Center
Sicherheit ist nicht nur ein Technologieproblem, denn neue Technologien müssen so gestaltet werden, dass sie uns Menschen auf beste Weise unterstützen. Dafür müssen wir Rahmenbedingungen schaffen, um die Benutzung von neuen Technologien zu lernen und zu trainieren. Dabei gilt es unterschiedlichste Faktoren zu berücksichtigen: Prozesse, Benutzerfreundlichkeit, operative Fähigkeiten und das Verständnis über die Systemkomplexität. Das AIT besitzt jahrzehntelange Erfahrung auf dem Cybersektor. Um die verschiedenen Stakeholder aus Industrie, Wissenschaft und der öffentlichen Hand auf einen gemeinsamen, aktuellen Wissensstand zu bringen, wurde am AIT ein „Cyber-Range“ Trainingszentrum eingerichtet. Der Begriff „Cyber-Range“ beschreibt eine virtuelle IT-Umgebung, in der IT-Netzwerke von Unternehmen, aber auch übgeordnete IT-Infrastrukturen simuliert werden können. Diese spezielle virtuelle Umgebung wird als sicheres und realistisches Umfeld verwendet, um Vorfälle in verschiedenen, skalierbaren Szenarien zu testen, zu untersuchen und zu analysieren, ohne die eigentlichen Produktionssysteme zu nutzen.

Innovative Command & Control Lösungen für den Krisen- und Katastropheneinsatz
Im Krisen- und Katastrophenfall kann High-Tech dabei unterstützen, eine optimale Vernetzung von Systemen der Einsatzkräfte zu gewährleisten oder neue Kommunikationswege zu nutzen. Durch die Schaffung gemeinsamer Informations-& Kommunikationsplattformen ist ein abgestimmter Wissensstand gegeben und z.B. auch ganzheitliche Lagebilddarstellungen möglich. Das benötigt spezielle IT Systeme für Einsatzkräfte und das Management des Krisen- oder Katastrophenfalls. Diese Systeme können gleichzeitig zur Entscheidungsunterstützung und zum interoperablen Wissensmanagement genutzt werden.

Schutz kritischer Infrastrukturen
Im Falle von Krisen- und Katastrophenereignissen sowie Missionen mit unbekannten gefährlichen Stoffen ist das Einsatzpersonal oft großen Gefahren ausgesetzt, da in der Einsatzplanung nur wenige zuverlässige Informationen über die aktuelle Situation vorliegen. Infolgedessen sind die beteiligten Kräfte oft mit unvorhersehbaren und damit unerwarteten Risiken bei den notwendigen Untersuchungen konfrontiert. ExpertInnen am AIT entwickeln ein modernes digitales System zur Unterstützung von Lagebildern. Dieses verarbeitet von einem UAV aus in Echtzeit Videomaterial sowie Sensordaten über den Zustand der physikalischen Infrastruktur, wie z.B. Radioaktivität, Gase etc. Dadurch wird das Risiko für Einsatzkräfte, sich in gefährliche Situationen zu begeben, reduziert.
Bild: Die Welt

Detektion und Abwehr unbemannter Flugobjekte für mehr Sicherheit im Luftraum
Unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs) kommen in immer größeren Ausmaß in verschiedenen Preis- und Gewichtsklassen - privat und kommerziell - zur Anwendung. Durch die einfache und günstige Verfügbarkeit dieser Technologien ist ein neues immenses Bedrohungspotential für Städte, als auch kritische Infrastrukturen vorhanden. Am AIT werden daher spezielle High-Tech-Komponenten und innovative Methoden zur Abwehr von potentiellen Bedrohungen durch Kleinst-Luftfahrzeuge in Kooperation mit anderen Forschungseinrichtungen und Unternehmen entwickelt. Das AIT spezialisiert sich dabei international führend im Bereich intelligenter Antennen (massive MIMO) zur Funksignalstörung von Luftfahrzeugen sowie mit intelligenten Bildverarbeitungsverfahren zur Erkennung dieser Objekte. In Kombination mit der akustischen Erkennung von UAVs (von Joanneum Research) entsteht in Österreich ein erfolgreiches Technologiezentrum zur Abwehr von UAVs.

Telehealth Lösungen
Am AIT wird ein System zur Bewegungsförderung für Personen mit überwiegend sitzender Tätigkeit entwickelt. Kern der Technologie ist die Schaffung einer Sensorik, über die NutzerInnen und ihre betreuenden ÄrztInnen ausreichende Informationen über den Bewegungsumfang und Gesundheitszustand erhalten. Im Rahmen einer Evaluierungsstudie soll auch der Einfluss der entwickelten Lösung auf den Bewegungsumfang und die Lebensqualität bei weiblichen und männlichen Bediensteten des BMLVS ab dem 25. Lebensjahr bis zum 65. Lebensjahr erforscht werden, die vor ihrer Teilnahme an der Studie wenig oder keinen Sport betrieben haben und auch im beruflichen Alltag hauptsächlich sitzende Tätigkeiten ausführen. Darauf aufsetzend sollen Motivationsstrategien zur langfristigen Erhöhung des täglichen Bewegungsumfanges untersucht und entwickelt werden.