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Bernhard Haslhofer - Aufkommende Technologien und regulatorische Herausforderungen in der Post-Bitcoin-ÄraEmerging Technologies and Regulatory Challenges in the Post-Bitcoin Era

  • Abstract: Vor einem Jahrzehnt begann Bitcoin, die erste praktische Kryptowährung, als idealistisches Experiment mit einer Reihe anfänglicher Versprechungen und Erwartungen; einige von ihnen halten immer noch, andere haben sich als andersartig herausgestellt. Heute sind Kryptowährungen weithin bekannt und werden von relevanten Benutzergruppen übernommen und bilden heute einen Markt, der die Aufmerksamkeit von Regulierungs- und Aufsichtsbehörden auf sich zieht, die sich offenbar in der Auffassung einig sind, dass Kryptowährungsumtauschdienste und Brieftaschenanbieter einer Regulierung bedürfen. Die Herausforderung wird darin bestehen, das richtige Gleichgewicht zwischen der Ermöglichung von Innovation und der Bereitstellung technischer und rechtlicher Sicherheit für legitime Nutzer auf der einen Seite und der Unterstützung der Strafverfolgung bei der Eindämmung und Verhinderung illegaler Aktivitäten auf der anderen Seite zu finden. Jede bevorstehende Regulierung und Politik, die die jüngsten technischen Entwicklungen nicht berücksichtigt, könnte jedoch das Ziel verfehlen. Daher ist es das Ziel dieses Symposiums, eine Gruppe renommierter Wissenschaftler zusammenzubringen, die die neuesten wissenschaftlichen und technischen Ergebnisse auf dem Gebiet der Kryptowährungsforschung präsentieren und die neuen Herausforderungen für Unternehmen, Anwender und Regulierungsbehörden im Lichte der Post-Bitcoin-Kryptowährungen hervorheben werden.
  • Kurze Biografie: Dr. Bernhard Haslhofer arbeitet als Senior Scientist am Digital Insight Lab des Austrian Institute of Technology. Zuvor war er als EU Marie Curie Fellow an der Cornell University Information Science (NY, USA) und als PostDoc an der Universität Wien tätig, wo er auch seinen Doktortitel in Informatik erhielt. Er hat auch einen Master-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften und Informatik. Er arbeitet in der Regel in einem multidisziplinären Umfeld, zu dem er Methoden aus Bereichen wie maschinelles Lernen, Netzwerkanalyse oder Information Retrieval und Text Mining beisteuert. Gegenwärtig arbeitet er vor allem an der Erforschung und Entwicklung neuartiger Methoden zur Analyse von Kryptowährungs-Ökosystemen wie Bitcoin.

Rainer Böhme - Die Ära nach der Bitcoin-Ära: Die Kryptowährungen werden bleiben

  • Abstract: Bitcoin gibt es seit fast einem Jahrzehnt. Wenn ich auf vergangene Errungenschaften und unerfüllte Hoffnungen zurückblicke, komme ich auf die zukünftige Rolle der Kryptowährungen in der Wirtschaft zurück. Obwohl eine breite Einführung als Zahlungsmittel auf kurze Sicht unwahrscheinlich ist, werde ich argumentieren, dass die Regulierungsbehörden die jüngsten technischen Entwicklungen nicht ignorieren können, wenn sie versuchen, die Spannungen zwischen dem Schutz der finanziellen Privatsphäre, der wirksamen Verbrechensbekämpfung und dem Verbraucherschutz sowie einer angemessenen Finanzaufsicht zu lösen und damit den Rahmen für die folgenden Gespräche auf dem Symposium zu schaffen.
  • Kurze Biografie: Rainer Böhme ist Professor für Informatik an der Universität Innsbruck und Leiter des Labors für Sicherheit und Datenschutz. Er ist ein Pionier der interdisziplinären Kryptowährungsforschung und Mitbegründer einer der führenden akademischen Einrichtungen im Bereich der Bitcoin- und Blockchain-Forschung. Er diente als Sprecher des deutschen BITCRIME-Forschungsprojekts (2014-2017) und ist Hauptforscher im Horizon 2020-Projekt TITANIUM (2017-2020) der Europäischen Kommission sowie im von der österreichischen Regierung finanzierten VIRTCRIME-Forschungsprojekt (2018-2019).

Sarah Meiklejohn - De-Anonymisierung in Bitcoin und darüber hinaus

  • Abstract: Eine lange Reihe neuerer Forschungen hat gezeigt, dass bestehende Kryptowährungen oft nicht den Grad an Anonymität erreichen, den die Benutzer erwarten würden, da sie öffentlich zugängliche Informationen mit minimalen, von Hand gesammelten Daten kombinieren können.  Ich werde erörtern, wie dies für Bitcoin funktioniert, bevor ich darauf eingehe, wie es auch für fortgeschrittenere "Privacy Coins" wie Zcash funktioniert.
  • Kurze Biografie: Sarah Meiklejohn ist Reader (außerordentliche Professorin) für Kryptographie und Sicherheit an der UCL in der Abteilung für Informatik. Sie ist der Gruppe für Informationssicherheit angegliedert und ist auch Mitglied der Open Music Initiative und der Initiative für Kryptowährungen und Verträge (IC3).

Malte Möser - Auf dem Weg zu einem besseren Datenschutz mit Monero

  • Abstract: Monero ist eine datenschutzzentrierte Krypto-Währung, die darauf abzielt, die begrenzte Privatsphäre in transparenten Krypto-Währungen wie Bitcoin zu verbessern. In diesem Vortrag werde ich einen Überblick über die Mechanismen geben, die Monero verwendet, um einen größeren Datenschutz zu erreichen, und erläutern, wie diese den Datenschutz bei Bitcoin verbessern. Indem ich mit einigen gängigen Mythen breche, werde ich sowohl historische als auch aktuelle Beschränkungen erörtern, die die Privatsphäre der Benutzer beeinträchtigen können, und die einzigartigen Herausforderungen bei der Entwicklung von Krypto-Währungen zur Wahrung der Privatsphäre hervorheben.
  • Kurze Biografie: Malte Möser ist Doktorand im Fachbereich Informatik an der Universität Princeton und Graduate Student Fellow am Center for Information Technology Policy. Seine Forschung konzentriert sich auf die Sicherheit und den Datenschutz von kryptographischen Währungen. Sie können ihm auf Twitter unter @maltemoeser folgen.

Michael Fröwis - Verfolgen von Zahlungsströmen in Ethereum

  • Abstract: Dieser Vortrag erklärt die Unterschiede der Geldflussverfolgung bei Ethereum und Bitcoin. Dazu gehören 1) ein vereinfachter Kontomodus, der durch eine verallgemeinerte Transaktionslogik unterstützt wird, 2) die Möglichkeit, Zahlungen durch Code-Konten zu initiieren ("intelligente Verträge"), 3) die Abstraktion von der Standardwährung des Systems auf benutzerdefinierte virtuelle Vermögenswerte ("Token"), 4) und verschiedene Datenschutzkonventionen, die durch Standard-Client-Software durchgesetzt werden (z.B. "Brieftaschenverträge"). Wir skizzieren Herausforderungen und Lösungsansätze für forensische Untersuchungen und geben ausgewählte illustrierende Beispiele.
  • Kurze Biografie: Michael Fröwis ist Doktorand am Institut für Informatik an der Universität Innsbruck. Seine Forschungsschwerpunkte sind Datenschutz, intelligente Vertragsanalyse und Blockkettenforensik. Bevor er an die Universität Innsbruck kam, arbeitete er als Softwareentwickler in einer Bank.

Daniel G. Arce - Kryptowährungen & Terrorismusbekämpfung: Kooperative Lösungen für Strafverfolgungsbehörden

  • Abstract: Terrorismus und die kriminelle Nutzung von Kryptowährungen sind grenzenlose Phänomene. Als solche erfordern beide eine Koordination zwischen den Strafverfolgungsbehörden. In diesem Vortrag wird erörtert, wie Erfolge bei der Koordinierung der Terrorismusbekämpfung so angepasst werden können, dass die Verwendung von Kryptowährungen für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung angegangen werden kann.
  • Kurze Biografie: Daniel Arce ist der Ashbel-Smith-Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Texas in Dallas. Professor Arce ist ein Spieltheoretiker, zu dessen Forschungsinteressen (Gegen-)Terrorismus und Cybersicherheit gehören. Er hat zwei Fulbright-Stipendien erhalten und wurde vom Board of Regents der University of Texas System zu einem herausragenden Dozenten ernannt.

Paulina Jo Pesch - Chancen und Risiken der Transparenz von Kryptowährungen - Eine rechtliche PerspektiveChances and Risks of Cryptocurrencies’ Transparency – A legal perspective

  • Abstract: Kryptowährungs-Transaktionsbücher weisen ein hohes Maß an Transparenz auf. Ihre Publizität ermöglicht es Ermittlern, Regulierungsbehörden und privaten Akteuren, Transaktionsströme nachzuvollziehen. Dies schafft nicht nur Chancen für die Strafverfolgung und die Regulierung der Geldwäsche, sondern birgt auch Risiken für den Datenschutz. Der Vortrag beleuchtet die Chancen und Risiken der Transparenz von Kryptowährungen aus rechtlicher Sicht.
  • Kurze Biografie: Paulina Jo Pesch studierte Rechtswissenschaften mit dem Schwerpunkt IT-Recht an der Universität Münster. Seit 2014 forscht sie zu Kryptowährungen und Blockkettensystemen. Sie koordinierte insbesondere das deutsche Teilprojekt des BITCRIME-Projekts - zur Strafverfolgung und Prävention von Cyberkriminalität mit Kryptowährungen. Zurzeit ist sie Postdoktorandin am Karlsruher Institut für Technologie und untersucht im Projekt TITANIUM die rechtlichen Voraussetzungen für die Untersuchung krimineller Aktivitäten mit Kryptowährungen nach EU-Datenschutzrecht.

Ross Anderson - Regulierung der realen KryptowährungRegulating Real Cryptocurrency

  • Abstract: Kryptowährungen begannen als anarchistisches Experiment, wurden auf der Seidenstraße volljährig, brachten Lösegeldforderungen hervor und reiften zu einer Investitionsblase heran. Was haben die Regierungen also getan? Meistens haben sie sich darauf konzentriert, Kopien der Rechnungen von Versorgungsunternehmen zu sammeln, oder "know-your-customer". So wie es bekannt ist. Ist das genug? Überhaupt nicht. Die Welt der Krypto-Währungen hat sich seit 2014 in ein Schattenbankensystem verwandelt, in dem die meisten Transaktionen nun "off-blockchain", d.h. über Bitcoin-Börsen abgewickelt werden. Während sie sich selbst als Goldhändler darstellen, bei denen der Kunde das Vermögen besitzt, verhalten sie sich meist wie Banken - bei denen der Kunde lediglich eine Forderung gegen einen Pool von Vermögenswerten hat und sich anstellen muss, wenn die Bank pleite geht. Und, was für eine Überraschung, mehr als ein Drittel der Bitcoin-Börsen sind tatsächlich pleite gegangen. Was muss getan werden? Erstens müssen die Regulierungsbehörden die Welt der Krypto-Währungen so verstehen, wie sie tatsächlich ist, und nicht so, wie ihre Promotoren sie repräsentieren. Zweitens, wenn Unternehmen wie Banken handeln, müssen sie wie Banken reguliert werden - das bedeutet die E-Geld-Richtlinie, die Zahlungsdiensterichtlinie 2, Basel III, geeignete Verantwortliche und klare Rechnungslegungsstandards. Es bedeutet auch, dass keine Transaktionen mit bösen Börsen stattfinden dürfen, so dass die Regulierungsbehörden über Whitelists und Blacklists nachdenken müssen. Die Vorgabe sollte sein, dass Börsen genau wie Banken reguliert werden, mit der Belastung für sie zu argumentieren, warum ein bestimmtes Regulierungssystem nicht gelten sollte.
  • Kurze Biografie: Ross Anderson ist Professor für Sicherheitstechnik an der Universität Cambridge. Er war einer der Begründer der Disziplin der Sicherheitsökonomie und leitet das Cambridge Cybercrime Centre, das Daten über Online-Bösartigkeit sammelt und analysiert. Er war einer der Entwickler der internationalen Standards für Vorauszahlungs-Elektrizitätsmessung und Powerline-Kommunikation; er war auch ein Pionier für Peer-to-Peer-Systeme, Hardware-Verfälschungssicherheit und API-Sicherheit.