RI:COMPASS ist ein agentenbasiertes Modell (ABM), das die dynamische Simulation regionaler Innovationsprozesse sowie regionaler Transformationspfade ermöglicht. Durch die Berücksichtigung heterogener Verhaltensweisen von Akteuren unterscheidet es sich deutlich von Standardmodellen in diesem Forschungsfeld (z. B. regressionsbasierten Ansätzen). Das Modell bildet die Mikrostruktur der (inter-) regionalen Wissensproduktion und Innovation umfassend ab und differenziert dabei unter anderem zwischen dienstleistungs- und forschungsorientierter Wissensgenerierung.
Das ABM verfügt über eine starke empirische Grundlage für die praktische Anwendung in der europäischen transformativen Innovationspolitik (Transformative Innovation Policy, TIP). Es basiert auf umfangreichen Datensätzen, die sowohl das Verhalten der Akteure als auch regionale Charakteristika und EU-weite F&E-Kooperationsnetzwerke abbilden. Die aktuelle Modellversion umfasst 292 europäische NUTS-2-Regionen und mehr als 700 Technologiefelder (einschließlich grüner und digitaler Technologien) und zählt damit zu den geografisch umfassendsten empirischen ABMs in diesem Bereich. Das Modell ermöglicht es, unterschiedliche transformative Politikmaßnahmen – etwa im Kontext der regionalen Twin Transition – in einer Simulationsumgebung zu testen und ihre Auswirkungen auf regionale Wissensdynamiken (Patente) sowie Innovationstätigkeiten (Trademarks) zu analysieren. Damit stellt es ein leistungsfähiges Instrument für politische Entscheidungsträgerinnen und -träger auf allen Governance-Ebenen dar.
