Wie nah sind wir an einer Künstlichen Intelligenz, die menschliche Fähigkeiten übertrifft? Welche Chancen eröffnet diese Entwicklung für Wissenschaft und Wirtschaft – und welche Risiken entstehen für Sicherheit und Gesellschaft? Inwieweit können wir heute von einer Co-Intelligence profitieren und was muss beim Thema Digitale Souveränität beachtet werden? Diese Fragen standen beim CIO Kongress 2026 in Loipersdorf von LSZ im Mittelpunkt.
Unter dem Titel „AGI & Intelligence Explosion – vom ChatGPT zur Schicksalsfrage des 21. Jahrhunderts“ beleuchteten Expert:innen aus Forschung und Wirtschaft die rasanten Fortschritte der Künstlichen Intelligenz (KI). Im Mittelpunkt standen die Entwicklung einer Artificial General Intelligence (AGI), die Möglichkeiten autonomer KI-Systeme sowie die damit verbundenen Herausforderungen für Cybersecurity und europäische Technologiesouveränität.
Jasmin Lampert, Senior Data Scientist im AIT Center for Digital Safety & Security, diskutierte dabei gemeinsam mit Fabian Lächler (Fraunhofer Austria), Dima Rubanov (Polytender) und Ruben Hetfleisch (AI Austria) über die technologischen und gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Entwicklungen.
KI als Innovationstreiber für Wissenschaft und Forschung
Jasmin Lampert hob insbesondere das Potenzial von KI für die wissenschaftliche Forschung hervor. In Bereichen wie Klima- und Wettermodellierung oder Materialwissenschaften können KI-basierte Methoden komplexe Simulationen erheblich beschleunigen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse ermöglichen. Gleichzeitig betonte sie die Notwendigkeit, KI-generierte Ergebnisse kritisch zu überprüfen und wissenschaftliche Erkenntnisse durch interdisziplinäre Zusammenarbeit abzusichern.
Cybersecurity und die Herausforderungen autonomer KI-Systeme
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war die Cybersecurity im Zeitalter autonomer KI-Agenten. Vernetzte KI-Systeme eröffnen neue Möglichkeiten zur Automatisierung und Effizienzsteigerung, können jedoch auch Cyberangriffe, Desinformation und Manipulation erheblich verstärken.
Damit gewinnen Sicherheitsmechanismen, transparente Entscheidungsprozesse und die menschliche Kontrolle über KI-Systeme zunehmend an Bedeutung. Gerade bei der Entwicklung leistungsfähiger und autonom agierender Systeme müssen Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit von Beginn an berücksichtigt werden.
Europas Rolle in der KI-Entwicklung
Auch die Frage nach der europäischen Technologiesouveränität spielte eine zentrale Rolle. Angesichts der internationalen Dynamik im KI-Bereich steht Europa vor der Herausforderung, technologische Innovationskraft mit hohen Standards für Sicherheit, Datenschutz und gesellschaftliche Verantwortung zu verbinden.
Unter dem Titel „Resilience & Sovereignty – (Digitaler) Befreiungsschlag“ diskutierten dazu Christian Lacher (Director IT, Acredia Versicherung), Mathias Nöbauer (CEO Exoscale, A1 Digital), Jacqueline Wild (VP Managing Director ALPS Kyndryl) und Clemens Möslinger (CIO Bundeskanzleramt), moderiert von Christine Wahlmüller-Schiller, Expertin im AIT Center for Technology Experience. Alle Sprecher:innen waren sich hier einig: Neben einer KI- und Datenstrategie sollte sich jede:r CIO auch eine Strategie und Maßnahmen zu Digitaler Souveränität überlegen und planen. Insbesondere wenn es um kritische Infrastruktur und die eigenen, wichtigen Daten geht, ist das unerlässlich.
Christine Wahlmüller-Schiller war auch Moderatorin der rein weiblich besetzten Panelrunde zum Thema „AI als nächste Transformationsstufe – Perspektiven, Hürden und Chancen mit Linda Liu (Head of Data Management, ÖBB Tech Services), Junyun Yang (Head of IT, APK Pensionskasse) und Gertraud Leimüller (CO-Founder leiwand.ai). Fazit dieses Gesprächs: Der Einsatz von Künstlichen Intelligenz ist nicht nur ein technologisches Thema, sondern es müssen auch organisatorische und regulatorische Aspekte berücksichtigt werden. Entscheidend sind ebenso der verantwortungsvolle Einsatz, die Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit der Systeme & Data Governance sowie die Fähigkeit des Menschen, KI-Ergebnisse weiterhin kritisch zu beurteilen.
AIT Teilnehmer vor Ort waren weiters Martin Schiebinger (Leitung ITO) sowie Dieter Holzer und Egbert Althammer (beide Center for Digital Safety & Security).
LSZ Blog-Beitrag: AGI & Intelligence Explosion – Was passiert, wenn KI intelligenter wird als der Mensch?
Fotogalerie: Highlights CIO Kongress 2026