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OptiMaaS

Optimized Mobility as a Service

Ganzheitliche Mobilitätslösungen für die urbane Peripherie

Das Hauptziel von OptiMaaS liegt darin, Staus durch bessere multimodale, umweltfreundliche Mobilitätsdienste am Stadtrand (urbane Peripherie) zu reduzieren und die soziale Akzeptanz von Mobility as a Service (MaaS) zu verbessern. Bestehende räumliche Strukturen innerhalb der urbanen Peripherie haben einen großen Einfluss auf die Mobilitätsmöglichkeiten der Bewohner. OptiMaaS entwickelt neue Methoden und Prozesse, die den Bedürfnissen von öffentlichen und privaten Mobilitätsakteuren gerecht werden, um optimierte MaaS-Angebote bereitzustellen.

Abbildung 1 – OptiMaaS integrierter Lösungsansatz

Abbildung 1 – OptiMaaS integrierter Lösungsansatz, © tbw research GesmbH

Projektziele

Herausforderungen für die Stadtverwaltung

Die Verfügbarkeit von Mobilitätsangeboten und -dienstleistungen und die vorherrschenden räumlichen Strukturen bestimmen weitgehend das Mobilitätsverhalten der BürgerInnen. Insbesondere die urbane Peripherie ist nach wie vor stark vom motorisierten Individualverkehr abhängig, was auf eine geringe Qualität der öffentlichen Verkehrsdienste und deren Verfügbarkeit zurückschließen lässt. Dies führt zu hohen Motorisierungsraten und Staus. Die fortschreitende Urbanisierung provoziert Landnutzungskonflikte, insbesondere im Hinblick auf den enormen Flächenbedarf für Parkplätze und Straßen, der mit der Abhängigkeit von Autos einhergeht. Angesichts dieser Trends besteht die Herausforderung für die Stadtverwaltung, effizientere Verkehrsmittel bereitzustellen. Gleichzeitig muss der Verkehr am Stadtrand vielseitiger, bedarfsorientiert, für alle zu niedrigen Kosten zugänglich und gleichzeitig flexibel werden, was in der Verantwortung der Stadtpolitik liegt.

Die Bedürfnisse der BürgerInnen

Mit dem Wachstum von Städten und deren Umland steigen auch die Preise für Wohneinheiten, die eine gute Verkehrsanbindung haben, deutlich an. Ein Hauptgrund für die Zersiedelung sind niedrigere Wohnungspreise, aber eine oft übersehene Herausforderung ist der Kompromiss zwischen Wohn- und Mobilitätskosten: Obwohl die Wohnkosten in der urbanen Peripherie im Allgemeinen niedriger sind, muss man längere Strecken zurücklegen, um zu Arbeits-, Bildungs-, Sozial- oder Freizeiteinrichtungen zu gelangen, was zu höheren Mobilitätskosten führt.

Abbildung 2 – Herausforderungen der urbanen Peripherie

Abbildung 2 – Herausforderungen der urbanen Peripherie, © MO.Point GmbH

MaaS-Lösung

Die jüngsten Ansätze zur Bewältigung der oben beschriebenen Herausforderungen haben eine neue Generation von Anbietern für kombinierte Mobilitätsdienste und Geschäftsmodelle hervorgebracht. Trotz der derzeitigen Uneinigkeit über eine allgemein akzeptierte Definition werden diese MaaS-Systeme (Mobility as a Service) als Mobilitätsdienste öffentlicher Verkehrsmittel in Kombination mit anderen Verkehrsträgern (z.B.: Taxi, Car- und Bikesharing) bezeichnet. Erleichtert wird diese Kombination durch den Einsatz von IT-Plattformen, die die jeweiligen Dienstleister verbinden und bestehende Mobilitätsangebote bündeln, als auch gleichzeitig eine Routenoptimierung nach verschiedenen Strategien (umweltfreundlichste, schnellste, kostengünstigste Route etc.) gewährleisten. Obwohl MaaS ein enormes Potential hat, die Herausforderungen der urbanen Mobilität zu bewältigen, gibt es noch offene Fragen, die die Vorteile für die Städte begrenzen: MaaS wurde weitgehend von der Digital- und ITS-Branche sowie den Bereichen des Individualverkehrs wie Carsharing und Taxis vorangetrieben. Die Rolle des öffentlichen Personennahverkehrs im Allgemeinen scheint verkleinert worden zu sein, was für die Stadt- und Regionalbehörden ein großes Problem darstellt, da der öffentliche Nahverkehr das Rückgrat der Mobilität bildet. Daher müssen neue Lösungswege entwickelt werden.

Ziele

Basierend auf den aktuellen Herausforderungen in europäischen Städten - insbesondere in der urbanen Peripherie - erforscht und entwickelt OptiMaaS neue Instrumente, Prozesse und Geschäftsmodelle in einem Multi-Stakeholder-Prozess, der sich an den Bedürfnissen der Bürger orientiert. Durch die Verknüpfung des Know-hows von Stadt- und Mobilitätsplanern, öffentlichen und privaten Mobilitätsbetreibern mit IT-Entwicklern für MaaS wollen wir einen integrierten Ansatz zur effektiven Nutzung und Implementierung von MaaS-Diensten anbieten, wo sie am dringendsten benötigt werden.

  • Das erste Ziel besteht darin, (1) zu identifizieren, wo und für wen MaaS-Angebote in der urbanen Peripherie unter Berücksichtigung von geografischen, demografischen, infrastrukturellen und soziodemografischen Daten umgesetzt werden können und (2) wie dort eine adäquate MaaS-Betreiberlandschaft eingerichtet werden kann. Dies führt zu: a) Planungsmethoden zur Lokalisierung von Mobilitätspunkten und b) Beispielen für Geschäftsmodelle und Public Private Partnerships.
  • Das zweite Ziel besteht darin, eine Methodik zu entwickeln und zu testen, welche Art von Mobilitätsdiensten am besten den Bedürfnissen der Bürger entspricht, welche Verfügbarkeit erforderlich ist und wie mit dem Markt am besten kommuniziert werden kann. Geplante Ergebnisse sind: (1) ein Konfigurationstool für sharing-basierte Mobilitätsdienste, (2) Klick-Test-Dummy für individuelle MaaS-IT-Lösungen, (3) Beispiele für Bündelungen und Preise (z.B.: dynamische Preisgestaltung, Kauf von intermodalen Mobilitätsdiensten / Mobilitätspaketen über eine App).
  • Drittens werden neue Simulationsmethoden entwickelt, um die Auswirkungen von Incentives innerhalb personalisierter MaaS-Routing-Richtlinien sowohl auf das individuelle Nutzerverhalten als auch auf das Mobilitätssystem als Ganzes zu messen.

Insgesamt hat sich OptiMaaS zum Ziel gesetzt, die Verbreitung und soziale Akzeptanz von MaaS-Angeboten zu verbessern und eine gemeinsame Basis für neue, datengetriebene Steuerungs- und Stadtplanungsstrategien zu schaffen.

 

OptiMaaS ist ein Forschungsprojekt des Forschungsprogramms JPI Urban Europe im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und des Norwegian Research Council mit der Projektnummer 872541.

Projektstart: 09 / 2018

Projektdauer: 30 Monate (Ende 02/2021)

Projektwebsite: https://www.optimaas.eu/