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Symbolfoto: Das AIT ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung

DeRisk-E

Risikominderung bei der Transformation des österreichischen Stromsektors hin zur Dekarbonisierung

Der Klimawandel hat in Kombination mit unvorhersehbaren geopolitischen Ereignissen gezeigt, dass das gleichzeitige Auftreten verschiedener Ereignisse unter anderem massive Herausforderungen für das Stromsystem und die Versorgungssicherheit mit sich bringen kann. Dies ist wichtiger denn je, da sich die Energiesysteme sowohl in Österreich als auch in der Europäischen Union im Übergang zu einer Dekarbonisierung befinden, die vor allem auf der Kopplung der Elektrizität mit anderen Sektoren beruht und bei der die Energieversorgung zu einem großen Teil auf wetterabhängigen, intermittierenden erneuerbaren Energiequellen basiert.

Projektziele

Das Projekt DeRisk-E untersucht, wie das zukünftige dekarbonisierte Stromsystem Österreichs widerstandsfähig gegenüber klimatischen, geopolitischen und weiteren Unsicherheiten gestaltet werden kann. Ziel ist es, fundierte Empfehlungen zu erarbeiten, um österreichische Entscheidungsträger*innen bei der Gestaltung eines robusten und resilienten Stromsystems zu unterstützen.

Die Auswirkungen des Klimawandels in Kombination mit verschiedenen anderen Unsicherheiten werden anhand mathematischer Methoden und mithilfe von Klima- und Stromsystemmodellen für die Jahre 2040 und 2050 sowie darüber hinaus untersucht und bewertet.

Die Vorgehensweise von DeRisk-E ist wie folgt:

  • Zunächst erfolgt eine systematische Identifizierung der Auswirkungen des Klimawandels. Als Grundlage dienen die neuesten Klimaszenarien in Kombination mit dem Klassifizierungskonzept „Global Warming Levels“.
  • Anschließend erfolgt die Analyse der wetterabhängigen Veränderungen von Stromangebot und -nachfrage unter verschiedenen Klimaszenarien im österreichischen und europäischen Kontext.
  • Gleichzeitig erfolgt die Identifizierung der Unsicherheitsbereiche weiterer wichtiger Parameter, wie den Anstieg der Elektrizitätsnachfrage, getrieben durch Sektorkopplung und andere Entwicklungen, den Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Erreichung der damit verbundenen Ziele in Österreich und der Europäischen Union.
  • Darüber hinaus werden die Umsetzung der Netzausbaupläne, mögliche Engpässe in der Brennstoffversorgung und Brennstoffpreisschocks sowie finanzielle Parameter berücksichtigt. Letztere umfassen regulatorische Rahmenbedingungen und Entwicklungen auf den Kapitalmärkten, die sich auf Investitionen und den Betrieb des Stromsystems auswirken können.
  • Auf dieser Basis erfolgt eine eingehende, zukunftsorientierte Analyse des Stromsystems, um die Auswirkungen des Klimawandels in Kombination mit weiteren Risiken und Unsicherheiten zu bewerten.
  • Ergänzend erfolgt die Durchführung eines ausführlichen Stakeholder-Dialogs sowie die Ableitung von Empfehlungen für österreichische Entscheidungsträger*innen, wie die Risiken für das zukünftige dekarbonisierte Stromsystem bestmöglich reduziert und die Robustheit des Energiesystems insgesamt gestärkt werden können.

Rolle des AIT

  • Projektkoordination und wissenschaftliche Leitung
  • Übersetzung und Aufbereitung von Klimadaten für die Anwendung in Energiesystemmodellen
  • Analyse der Auswirkungen unterschiedlicher Klimaszenarien auf Stromnachfrage und Stromerzeugung
  • Identifizierung und Bewertung klimabedingter Extremereignisse aus Energiesystemperspektive
  • Energiesystemmodellbasierte Untersuchung zukünftiger Entwicklungspfade unter verschiedenen Unsicherheiten
  • Bewertung der Robustheit und Resilienz zukünftiger Stromsysteme
  • Ableitung von Handlungsempfehlungen 
  • Einbindung relevanter Stakeholder aus den Bereichen Klima, Energie und Infrastruktur

Förderung

Dieses Projekt wird im Rahmen des Austrian Climate Research Programme (ACRP) (Ausschreibung 2023/01) durch den Klima- und Energiefonds gefördert.

Publikationen