Im Fokus standen agentenbasierte Systeme, industrielle Datenökosysteme und Europas Chance, Forschung schneller in Anwendung und Wertschöpfung zu übersetzen.
Für Andreas Kugi ist klar: Die aktuelle Entwicklung rund um Künstliche Intelligenz markiert keinen bloß schrittweisen Technologiesprung, sondern einen grundlegenden Wandel für Industrie und Engineering. „Das, was im Moment auf die Industrie zukommt, würde ich mit der Einführung des elektrischen Stroms vergleichen“, sagte Kugi in seiner Einstiegspräsentation beim SALZ Festival.
Im Zentrum seines Impulses stand die Frage, wie generative und agentenbasierte KI künftig nicht nur Softwareentwicklung, sondern ganze industrielle Prozesse verändern kann. „Man kann heute Agenten bauen, die beobachten, reflektieren, entscheiden, planen und ausführen“, so Kugi. „Damit können Sie in Zukunft nicht nur Code schreiben, sondern auch Systeme designen.“
Zugleich betonte Kugi, dass industrielle KI weit mehr braucht als Rechenleistung allein. Entscheidend seien Datenökosysteme, Governance, Domänenwissen und die Fähigkeit, Maschinen und Prozesse systematisch AI-ready zu machen. „Daten alleine sind zu wenig“, sagte Kugi. Gerade darin liege auch eine große Chance für Europa: „Gerade diese Methoden bei Agentic AI und Physical AI sind aus meiner Sicht eine Riesenchance für Europa.“
Das AIT bringt diese Perspektive nicht nur in Forschung und Entwicklung ein, sondern auch in den Aufbau europäischer KI-Infrastrukturen. Gemeinsam mit Advanced Computing Austria (ACA) leitet das AIT die AI Factory Austria AI:AT, Österreichs nationale AI Factory im Rahmen des EuroHPC Joint Undertaking, getragen von einem breiten österreichischen Konsortium. Ziel ist es, Startups, KMU, Forschung und Industrie besseren Zugang zu KI-Infrastruktur, Know-how und Umsetzungskompetenz zu ermöglichen.
Der Auftritt beim SALZ Festival machte damit auch deutlich, wofür das AIT steht: für die Verbindung von exzellenter Forschung, technologischer Umsetzung und industrieller Anwendung – und für den Anspruch, neue KI-Potenziale rascher in europäische Wertschöpfung zu überführen.
11.03.2026