In einem aktuellen Interview mit ITWelt.at hebt Helmut Leopold, Chairman des Gaia-X Hub Austria und Head of Center for Digital Safety & Security, die zentralen IT-Trends für 2026 hervor und macht deutlich, dass eine neue Daten-Infrastruktur für Europa keine Zukunftsmusik, sondern ein strategisches Gebot der Stunde ist.
Leopold betont, dass digitale und vor allem Datensouveränität zu den wichtigsten Themen der kommenden Jahre zählen. Nur durch eine offene, standardisierte und verteilte Infrastruktur könne Europa den Wert von Daten in der eigenen Wirtschaft sichern, die digitale Autonomie stärken und Raum für innovative Geschäftsmodelle schaffen. Diese Infrastruktur müsse auf Vertrauen und Automatisierung basieren und sowohl Unternehmen als auch öffentlichen Institutionen helfen, den komplexer werdenden regulatorischen Rahmenbedingungen gerecht zu werden.
Ein zentrales Argument Leopolds ist, dass die Kombination aus geopolitischen Verschiebungen, neuen Regulierungen und steigendem globalem Wettbewerbsdruck Europa zwinge, alternative Wege zur Sicherung seiner Datenabhängigkeiten zu gehen. Eine isolierte Abschottung sei dabei nicht zielführend – vielmehr gehe es darum, Abhängigkeiten transparent zu machen und handlungsfähige Alternativen zu entwickeln.
Im Kontext der zunehmenden Bedeutung von künstlicher Intelligenz (KI) rät Leopold Unternehmen, bei KI-Projekten den Fokus auf klar definierte Anwendungsfälle und messbaren Nutzen zu legen, statt blind technologischen Hypes zu folgen. Eine saubere Datenbasis sowie durchdachte Sicherheits- und Compliance-Strategien seien Voraussetzung für erfolgreiche KI-Vorhaben.
Projekte wie Gaia-X dienen laut Leopold als Beispiel dafür, wie eine vertrauenswürdige Dateninfrastruktur aussehen kann: Sie sollen Rahmenbedingungen schaffen, in denen Daten sicher geteilt werden können, ohne dass Organisationen die Kontrolle über ihre Daten verlieren – ein entscheidender Baustein für eine souveräne, datengetriebene Wirtschaft in Europa.
Lesen Sie das gesamte Interview hier.