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Symbolfoto: Das AIT ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung

Trends in der Werkstoffforschung

15.09.2021
Workshop beschäftigt sich mit Industrie 5.0 und dem Potenzial für Forschung und Industrie
 

Der schon fast traditionelle Workshop zur Zukunft der Werkstoffforschung fand auch heuer wieder in Alpbach kurz vor Start der Technologiegespräche statt. Auf Grund der Corona-Krise gab es erstmals ein hybrides Format, wobei zwei Drittel der Teilnehmer:innen physisch im Alpbacherhof mit dabei waren. Die Basis für die Diskussionen und Gruppenarbeiten bildeten Strategiepapiere der EU, einige Studien, die Ergebnisse einer Online Umfrage zum Thema Industrie 5.0 und der Input spannender Impulsvorträge.

Organisiert wurde der Workshop gemeinsam von BMK (Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie) – Mag. Alexander Pogany, der ASMET (The Austrian Society for Metallurgy and Materials) – Dr. Bruno Hribernik und Dr. Gerhard Hackl, dem AIT (AIT Austrian Institute of Technology GmbH) – Dr. Marianne Hörlesberger und JR (Joanneum Research) – DI. Helmut Wiedenhofer. 

Die Teilnehmer:innen diskutierten über Industrie 5.0 in der Forschung und in der Werkstoffindustrie, der Werkstoffproduktion, über die gesamte Wertschöpfungskette im Werkstoffsektor, über die Möglichkeiten und Geschäftsmodelle im Zusammenhang mit Industrie 5.0, aber auch ethische und rechtliche Aspekte. Auch die Auswirkung von Industrie 5.0 und Chancen auf den Werkstoffsektor waren ein Thema. Dabei ging es um Fragen wie: Was versteht man unter Industrie 5.0 grundsätzlich? Welche Rolle spielt Industrie 5.0 entlang von Wertschöpfungsketten im Werkstoffsektor und wie kann hier der Link zu einem grünen Werkstoffsektor gelingen? Wie müssen sich Unternehmen auf Industrie 5.0 vorbereiten? Welche Kompetenzen und welche Infrastruktur braucht man dazu? 

Das Fazit der Teilnehmer*innen: Industrie 5.0 ergänzt Industrie 4.0 und geht weit darüber hinaus, Mensch und Umwelt müssen entscheidend mit einbezogen werden. Industrie 5.0 betont Aspekte, die neben wirtschaftlichen oder technologischen Faktoren ganz besonders das Wohlergehen der Gesellschaft im Fokus haben soll. Umwelt, Soziales, Grundrechte werden neben den wirtschaftlichen und technologischen Faktoren eine zentrale Rolle spielen. Somit kann Industrie 5.0 nicht als chronologische Fortsetzung oder Alternative zum bestehenden Industrie 4.0-Paradigma verstanden werden. Der nächste Schritt in der Weiterentwicklung fügt der industriellen Revolution menschenzentrierte, nachhaltige und robuste Konzepte hinzu („human-centricity, sustainability, and resilience“).

Besser geklärt werden muss insbesondere das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine: Der Mensch mit seinen Werten und Bedürfnissen muss im Mittelpunkt jeglicher Technologieentwicklung stehen. Die Teilnehmer:innen erwarten von Industrie 5.0, dass die Industrie und aufkommenden gesellschaftlichen Trends und sozialen Bedürfnisse nebeneinander bestehen können und darüber hinaus sich ergänzen und so gemeinsam zum Erfolg kommen. 

Erkenntnisfortschritte und Technologie helfen uns Transformationsprozesse in Wirtschaft und Gesellschaft und damit mit den großen Herausforderungen unserer Zeit fertig zu werden, etwa mit den Themen Klima, Mobilität, Digitalisierung, Umweltschutz, Energie oder alternde Gesellschaft. Technologie wird auch in Zukunft wesentlich über die Wettbewerbsfähigkeit von Wirtschaftssystemen mitbestimmen.

Kontakt: Marianne Hörlesberger, AIT Center for Innovation Systems & Policy