Gemeinsam die Zukunft alternativer Proteine gestalten
Biotechnologisch hergestellte alternative Proteine können dazu beitragen, Europas Ernährungssystem nachhaltiger und widerstandsfähiger zu gestalten. Ob sie künftig als Ergänzung oder Alternative zu etablierten tierischen Proteinquellen, etwa Fleisch, Milch und Eiern genutzt werden, hängt jedoch nicht nur von technologischen Entwicklungen ab. Entscheidend sind auch gesellschaftliches Vertrauen, fundiertes Wissen und die Möglichkeit, Veränderungen aktiv mitzugestalten.
Dialog statt einseitiger Kommunikation
Das EU-geförderte Projekt ALT-PROACT – „ALTernative PROteins – Awareness, Co-creation, Transformation“ – untersucht, wie Bürger:innen besser über alternative Proteine informiert und in den gesellschaftlichen Dialog einbezogen werden können.
Das Projekt geht dabei über klassische Wissenschaftskommunikation hinaus. In Bürgerforen, Workshops, Co-Creation-Prozessen und Storytelling Labs entwickeln Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Politik, Bildung und Wirtschaft gemeinsam verständliche, wissenschaftlich fundierte und kulturell sensible Kommunikationsformate.
Einstellungen verstehen und Wissen vermitteln
Eine Befragung in zehn europäischen Ländern untersucht soziale, wirtschaftliche und kulturelle Faktoren, die den Konsum alternativer Proteine fördern oder behindern. Auf dieser Grundlage entstehen mehrsprachige Informationsangebote und öffentliche Awareness-Kampagnen.
Parallel dazu analysiert ALT-PROACT gesellschaftliche Zukunftsvisionen und Narrative rund um diese Innovationen. Die gesammelten Erkenntnisse fließen zudem in politische Dialoge und Policy-Learning-Sessions mit Regulierungsbehörden auf EU-, nationaler und regionaler Ebene ein. Ziel ist eine gemeinsam entwickelte, evidenzbasierte Politikempfehlung, die am Ende des Projekts einem breiten Kreis von Entscheidungsträger:innen vorgestellt wird.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bildung. ALT-PROACT entwickelt Unterrichtsmaterialien, Fortbildungsangebote für Pädagog:innen, digitale Lernressourcen und einen Online-Kurs zu Nachhaltigkeit, Ernährung, Ethik und Innovation und erprobt diese in Pilotprojekten in mehreren Ländern.
Gemeinsam statt für andere:
der Multi-Actor-Ansatz
ALT-PROACT setzt auf den sogenannten Multi-Actor-Ansatz: Statt Informationen nur zu verbreiten, werden Bürger:innen, Wissenschaftler:innen, Pädagog:innen, Behörden und die Lebensmittelbranche von Anfang an aktiv in die Entwicklung von Botschaften, Bildungsmaterialien und Politikempfehlungen einbezogen – nicht nur zur Konsultation, sondern als Mitgestaltende des gesamten Projekts.
Vertrauenswürdige Vermittler stärken
Journalist:innen, Pädagog:innen, Wissenschaftskommunikator:innen, Behörden und politische Entscheidungsträger:innen spielen eine zentrale Rolle im öffentlichen Diskurs. Medienbriefings, Policy-Dialoge, Webinare und praxisorientierte Toolkits unterstützen sie dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich einzuordnen und Fehlinformationen entgegenzuwirken.
Die Rolle des AIT
Das AIT Austrian Institute of Technology koordiniert ALT-PROACT und verbindet sozialwissenschaftliche Forschung mit Expertise aus Biotechnologie und Lebensmittelsicherheit. Das AIT trägt insbesondere zur partizipativen Methodik, zur Analyse gesellschaftlicher Einstellungen sowie zur Entwicklung von Governance-Ansätzen bei. Durch die Verbindung von Kommunikation, Bildung, gesellschaftlicher Beteiligung und Politikgestaltung leistet ALT-PROACT einen Beitrag zu einer transparenten, inklusiven und demokratisch verankerten Proteinwende in Europa.
Laufzeit: September 2026 bis September 2029
Koordination: AIT Austrian Institute of Technology GmbH
Fördergeber: Europäische Kommission, Horizon Europe
Grant Agreement: 101286996
Kontakt: Arianna Ferrari, PhD
