Fossilfree4Industry integriert mit seinem ganzheitlichen Ansatz verschiedene technologische und systemische Varianten, darunter Fernwärme, Abwärme, Grüngasproduktion und Infrastrukturausbau. Mit dieser Systemintegration zeigt das Leitprojekt auf, dass ein Ausstieg aus fossilen Energieträgern in der Industrie möglich und auch ökonomisch sinnvoll ist. Damit wird unterdessen das Potenzial für die regionale Energiewende in der oststeirischen Projektregion WEIZplus enorm beschleunigt und diese dabei unterstützt, zu einer Musterregion für ganz Österreich zu werden. Die Erfahrungen aus diesem Projekt können anschließend auf eine Vielzahl anderer Regionen und Länder übertragen werden.
Projektziele
Das übergeordnete Ziel von Fossilfree4Industry ist es, die technische Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Dekarbonisierung der Industrie durch integrierte regionale Energielösungen zu demonstrieren. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden fünf Lösungsansätze definiert, die gekoppelt und synergetisch betrachtet die Erreichung des übergeordneten Ziels sicherstellen sollen:
- Energieversorgung der Industrie auf zwei Temperaturniveaus
- Nutzung der Abwärme aus der Industrie
- Erhöhung der Erträge der Erzeugung von Grünem Gas
- Nutzung von regional verfügbaren Energiequellen für die Fernwärme
- Verstärkung der Energieversorgungsinfrastruktur
Rolle des AIT
Durch die steigende Penetration von Photovoltaik im Verteilnetz ergeben sich vermehrt Spannungsbandprobleme in einzelnen Netzabschnitten. Der Lösungsansatz, welcher in diesem Projekt vom AIT mitentwickelt wird, zielt darauf ab, diese Spannungsbandprobleme mittels eines Batteriespeichers zu lösen und somit nicht auf klassischen Netzausbau setzen zu müssen. Hierfür übernimmt das AIT die Berechnung bzw. Bewertung der dafür notwendigen Einschränkung, Auslegung und techno-ökonomischen Performance von multimodalen Batteriespeichern, welche im Sinne des neuen Elektrizitätswirtschaftsgesetzes systemdienlich betrieben werden sollen. In starker Zusammenarbeit mit den beteiligten Stakeholdern (Energienetze Steiermark GmbH als Netzbetreiber und Energie Steiermark Green Power GmbH als Speicherbetreiber) werden über Operational Envelopes erstmals Rahmenbedingungen für einen solchen Batteriespeicher definiert und bewertet.
Die Rolle des AIT lässt sich dementsprechend mit den folgenden Punkten zusammenfassen:
- Netzsimulation von betroffenen Netzabschnitten
- Erstellen von Operational Envelopes zur notwendigen Wirkleistungseinschränkung (und damit Blindleistungsfreigabe) des Batteriespeichers
- Technische Simulation und Optimierung des Batteriespeichers anhand von Operational Envelopes und für die Teilnahme an Energiemärkten.
- Regulatorische Analyse von relevanten Gesetzen (Elektrizitätswirtschaftsgesetz) und Verordnungen (Systemnutzungsentgelte-Grundsatz-Verordnung)
- Ökonomische Auswertung unterschiedlicher technischer und regulatorischer Szenarien
Förderung
Das Leitprojekt FossilFree4Industry wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (ehemals Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, BMK) gefördert und im Rahmen der Leitinitiative „100% Erneuerbare-Energie-Reallabore“ des FTI-Schwerpunktes Energiewende durchgeführt.
