Die Bereitstellung optimierter Entscheidungsgrundlagen ist eine zentrale Anforderung für das Krisen- und Katastrophenmanagement. Der Fokus am liegt auf digitalen Plattformen und Systemlösungen, die eine interoperable und sichere Kommunikation, gemeinsame Lagebilder sowie eine koordinierte Entscheidungsfindung zwischen Einsatzkräften, Behörden und Betreibern kritischer Infrastrukturen ermöglichen.
In einer zunehmend komplexen globalen Sicherheitslandschaft ist die Fähigkeit, chemische, biologische, radiologische und nukleare (CBRN) Bedrohungen zu erkennen und darauf zu reagieren, wichtiger denn je. Fortschritte in der Überwachungstechnologie und bei Systemen zur Lagebilderkennung prägen die Zukunft der Verteidigung sowie der Notfallhilfe. Sie ermöglichen eine schnellere und präzisere Identifizierung ebenso wie Bewältigung von Bedrohungen. Durch die Kombination von Spitzenforschung und internationaler Zusammenarbeit entstehen innovative Lösungen zur Verbesserung der Sicherheit für Streitkräfte, Katastrophenschutzbehörden aber auch für die Bevölkerung. Vor diesem Hintergrund weist auch der CBRN-Aktionsplan der Europäischen Kommission darauf hin, dass die EU ihre Widerstandsfähigkeit stärken und ihre Vorsorge für den Umgang mit CBRN-Bedrohungen verbessern muss.
In den vergangenen 15 Jahren konnte das AIT Center for Digital Safety & Security in vielen Projekten der österreichischen Sicherheitsforschungsprogramme (KIRAS und Forte) sowie von Europäischen Sicherheitsforschungsprogrammen (FP7, H2020, Horizon Europe) eine umfassende Expertise im Bereich von Sensortechnologien für die Lagebilderstellung und Situationsanalyse aufbauen. Mit dem Know-how, das bei der Entwicklung des CBRN-Risikobewusstseins und dem Schutz ziviler sowie militärischer Kräfte in Krisen- und Notfallsituationen gewonnen wurde, übernahm das AIT auch eine führende Rolle in Initiativen europäischer Verteidigungsprogramme.
Ein zentraler Bestandteil der digitalen CBRN-Verteidigung ist die Entwicklung modularer System-of-Systems-Architekturen, die Sensoren, Plattformen und Softwarekomponenten zu einem integrierten Gesamtsystem verbinden. In diesem Zusammenhang wurden neue funktionale Softwarekomponenten für die Situational Awareness entwickelt sowie ein multinationales Integrationskonzept für CBRN-Aufklärungs- und Überwachungssysteme definiert. Diese Architektur schafft die Grundlage für eine flexible Integration bestehender und zukünftiger Technologien.
Im Bereich der Entscheidungsunterstützung im Krisen- und Katastrophenmanagement entwickelte das Center Methoden zur optimierten Auswahl und zur objektiven Bewertung von Lösungen, sowie zur Validierung der Auswirkungen von Maßnahmen. Für eine verbesserte Kooperation der Akteure wird zudem der Einsatz von Datenräumen im Krisen- und Katastrophenmanagement vorangetrieben. Anwendungsfälle sind mit dem Ressourcenmanagement verbunden, das einen verbesserten, organisationsübergreifenden Einsatz von Freiwilligen ermöglicht, sowie resiliente Lieferketten in Krisensituationen sicherstellt.

