Der IEA DHC Annex TS9 hat zum Ziel, die Digitalisierung der Fernwärme und -kälte (FWK) durch internationale Zusammenarbeit, den Austausch von Forschungsergebnissen und die Festlegung künftiger F&E-Prioritäten voranzutreiben. Er soll Innovationen beschleunigen und strategische Roadmaps für intelligentere, effizientere Wärmeversorgungssysteme entwickeln. Nehmen Sie teil, um sich mit führenden Expertinnen und Experten zu vernetzen und die zukünftige Ausrichtung der digitalen Fernwärme direkt mitzugestalten.
Warum teilnehmen?
- Gewinnen Sie praktische Einblicke in umgesetzte digitale Lösungen
- Lernen Sie die Standards und Rahmenwerke kennen, die die Branche prägen
- Diskutieren Sie zentrale Herausforderungen mit Expert:innen und Fachkolleg:innen und helfen Sie mit, Prioritäten für die künftige Digitalisierung von DHC festzulegen
- Bauen Sie wirkungsvolle Kooperationen auf und gestalten Sie Forschungs- und Innovations-Roadmaps mit
Workshop im Überblick
Datum: 1. Dezember 2026
Ort: AIT Austrian Institute of Technology, Giefinggasse 2, 1210 Wien, Österreich
Format: 3 fokussierte, interaktive Sessions, jeweils bestehend aus kurzen, prägnanten Impulsvorträgen und Podiumsdiskussionen
- 1 Überblick über laufende Forschungsaktivitäten (10 Minuten)
- 3 Fachvorträge (je 10 Minuten)
- 1 Podiumsdiskussion (35 Minuten)
Der Workshop findet als Hybridveranstaltung statt und ermöglicht die Teilnahme sowohl vor Ort als auch online.
Anmeldung: LINK
Agenda im Überblick
| 10:00 – 11:15 | Session 1 – Anforderungen & Praxiserfahrungen
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| 11:15 – 11:30 | Kaffeepause |
| 11:30 – 12:45 | Session 2 – Standards für digitalisierte FWK
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| 12:45 – 14:00 | Mittagspause / Networking |
| 14:00 – 15:15 | Session 3 – Nationale Datenstrategien
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| 15:15 – 15:30 | Abschluss des Workshops |
Die Themen im Detail
Die Digitalisierung prägt zunehmend die Zukunft von Fernwärme und -kälte (FWK) und ermöglicht durch eine bessere Nutzung von Daten und fortgeschrittene Analysemethoden effizientere, flexiblere und CO₂-ärmere Energiesysteme. Dieser Workshop bringt zentrale Akteure der Branche zusammen, um zu erörtern, wie regulatorische Rahmenbedingungen, technische Standards und praktische Erfahrungen die wirksame Umsetzung digitaler Lösungen entlang der gesamten FWK-Wertschöpfungskette unterstützen können. In fokussierten Sessions und Diskussionen werden die Teilnehmenden gemeinsame Herausforderungen identifizieren, Best Practices austauschen und Prioritäten zur Beschleunigung der digitalen Transformation des Sektors festlegen.
Session 1: Anforderungen und Praxiserfahrungen mit der Digitalisierung von FWK
Die Digitalisierung von FWK hat sich schnell entwickelt. Waren es anfangs Pilotprojekte, sehen wir heute bereits eine wachsende Zahl praxisorientierter Umsetzungen, die deutliche Vorteile bei Effizienz, Flexibilität und der Integration erneuerbarer Energiequellen belegen. Gleichzeitig stehen FWK-Betreiber bei der Einführung und Skalierung dieser Lösungen vor praktischen Herausforderungen – von Infrastrukturinvestitionen über organisatorische Veränderungen bis hin zu Kompetenzen in der Datennutzung. Erfahrungen aus bestehenden Projekten zeigen, dass es bei der Digitalisierung nicht nur um die Installation von Sensoren oder den Betrieb von Plattformen geht, sondern um die Schaffung eines durchgängigen Systems, das Daten in umsetzbare Erkenntnisse, betriebliche Verbesserungen und neue Dienstleistungen überführt. Für FWK-Betreiber ist es daher unerlässlich, sowohl die technischen Anforderungen als auch die Erkenntnisse aus umgesetzten Anwendungsfällen zu verstehen, um realistische Digitalisierungs-Roadmaps zu definieren.
Themen:
- Infrastruktur- und Systemanforderungen: Einsatz von Smart Metern, Sensoren und Kommunikationsnetzen in Verbindung mit zentralen Datenplattformen und Steuerungsfunktionen
- Organisatorische Herausforderungen: Bedarf an neuen Fähigkeiten, datengetriebenen Arbeitsabläufen sowie einer klaren Definition von Zielen und KPIs, um Digitalisierung in greifbaren Mehrwert zu übersetzen
- Umsetzungshürden und gewonnene Erkenntnisse: Investitionskosten, regulatorische Einschränkungen und die Bedeutung einer schrittweisen Einführung (beginnend mit wirkungsstarken Anwendungsfällen und anschließender Skalierung)
Session 2: Standards für digitalisierte FWK
Mit fortschreitender Digitalisierung von FWK-Systemen erweist sich das Fehlen harmonisierter Datenmodelle und interoperabler Schnittstellen zunehmend als kritischer Engpass für die Skalierung von Lösungen und die Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette. Moderne FWK-Systeme sind immer stärker auf die Integration heterogener Infrastrukturen angewiesen (z. B. SCADA-Systeme, IoT-Geräte, Cloud-Plattformen und Analysewerkzeuge), die nahtlos Daten austauschen müssen. Aktuelle Implementierungen sind jedoch häufig fragmentiert, wobei proprietäre Protokolle und inkonsistente Datenstrukturen Integration und Innovation einschränken. Für Dienstleister, Aggregatoren und FWK-Betreiber ist die Etablierung gemeinsamer Standards für Datenmodelle und APIs daher unerlässlich, um Interoperabilität sicherzustellen, Integrationskosten zu senken und neue digitale Dienste zu ermöglichen.
Themen:
- Standardisierte Datenmodelle und semantische Rahmenwerke: Festlegung gemeinsamer Ontologien und Asset-Darstellungen (z. B. für Netze, Übergabestationen, Gebäude und Lastprofile), um eine konsistente Interpretation und Integration von Daten über Plattformen hinweg zu gewährleisten
- Offene APIs und Datenaustauschschnittstellen: Gestaltung sicherer, skalierbarer API-Frameworks für den Echtzeit-Datenaustausch zwischen Versorgern, Dienstleistern und Aggregatoren, einschließlich der Integration mit ERP-Systemen und Cloud-Plattformen
- Harmonisierung von Protokollen und Geräteinteroperabilität: Integration unterschiedlicher Feldgeräte (Zähler, Regler, Sensoren) mittels standardisierter Kommunikationsprotokolle (z. B. Modbus, IoT-Kommunikationsschichten)
- Anforderungen an Interoperabilität und Skalierbarkeit: Sicherstellen, dass die Standardisierung herstellerübergreifende Kompatibilität und künftige Systemerweiterungen (z.B. digitale Zwillinge, KI) unterstützt
Session 3: Nationale Datenstrategien für digitalisierte FWK
Der Übergang zu digital gestützten FWK-Systemen erfordert die Unterstützung durch nationale Datenstrategien, die regulatorische Anforderungen, Bedürfnisse der Systemoptimierung und Marktinnovation in Einklang bringen. Der zunehmende Einsatz von Smart Metern und IoT-Geräten erzeugt entlang der Wertschöpfungskette große Mengen hochaufgelöster Betriebs- und Verbrauchsdaten. Gleichzeitig unterliegen die Daten den Beschränkungen der DSGVO, wodurch Herausforderungen zwischen dem Schutz der Privatsphäre und dem Bedarf an fortgeschrittenen Analysen, Lastmanagement und der Integration erneuerbarer Energiequellen entstehen. Für Regulierungsbehörden, Gesetzgeber und Betreiber besteht die zentrale Herausforderung daher darin, Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine sichere, interoperable und wertorientierte Datennutzung ermöglichen und zugleich Dekarbonisierung und Innovation im FWK-Sektor fördern.
Themen:
- Regulatorische Rahmenbedingungen und DSGVO-Auslegung: Klärung der Rechtsgrundlagen für die häufige Nutzung von Smart-Meter-Daten (öffentliches Interesse vs. Einwilligung), nationale Umsetzungen sowie Abstimmung zwischen Energie- und Datenschutzpolitik
- Modelle für Dateneigentum, Datenzugang und Datenaustausch: Festlegung von Rollen und Rechten für Versorger, Dienstleister und Aggregatoren, einschließlich der Bedingungen für den Datenzugang Dritter und den sektorübergreifenden Datenaustausch
- Dateninfrastruktur und Cybersicherheitsstrategie: Gewährleistung sicherer Kommunikationsnetze und Cloud-/Datenplattformen sowie Einhaltung der Cybersicherheitspflichten für kritische Energieinfrastruktur