Wie wirksam war die öffentliche Energieforschungs-förderung und wo besteht weiterer Handlungsbedarf? Die Evaluation des 7. Energieforschungs-programms der Bundesrepublik Deutschland, die AIT Austrian Institute of Technology, KERLEN Evaluation und KMU Forschung Austria im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) durchführten, kommt zu einem differenzierten Ergebnis: Das Programm war strategisch hoch relevant und wirksam, mobilisierte zusätzliche FuE-Investitionen und erhöhte die technologische Reife. Zugleich bleibt der Transfer in Markt und breite Anwendung eine zentrale Herausforderung.
Untersucht wurden die von 2018 bis Ende 2023 geförderten Projekte, Reallabore, Mikroprojekte und Begleitmaßnahmen. Im Juli 2025 waren 59 Prozent der Teilvorhaben abgeschlossen; langfristige Wirkungen und Marktdiffusion sind daher noch nicht vollständig beobachtbar. Der Bericht verbindet positive Wirkungsbefunde mit klarem Weiterentwicklungsbedarf, die die Konzeption des 8. Energieforschungsprogramms informierten.
Hohe Additionalität und technologische Wirkung
Die Evaluation bewertet Relevanz, Effektivität und Maßnahmenwirtschaftlichkeit insgesamt positiv, bei klar benannten Grenzen des unmittelbaren Programmeinflusses.
Insgesamt wurden 6.499 Teilvorhaben gefördert und rund 4,9 Milliarden Euro an FuE-Ausgaben getätigt; davon waren rund 3,3 Milliarden Euro Fördermittel, weitere 1,6 Milliarden Euro wurden zusätzlich mobilisiert. 70 Prozent der Befragten hätten ihr Vorhaben ohne Förderung nicht umgesetzt, bei weiteren 28 Prozent wurde es ausgeweitet oder beschleunigt; nur 2 Prozent wären unverändert erfolgt. Auch technologisch zeigt sich Wirkung: Der TRL stieg im Durchschnitt um mehr als zwei Stufen. Bei Transfer und Skalierung sieht die Evaluation dagegen weiteres Potenzial; die Marktdiffusion wird oft durch regulatorische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen begrenzt.
Von Befunden zu Empfehlungen
Die Evaluation war zugleich Lerninstrument für die Programmsteuerung. Erkenntnisse flossen in das 8. Energieforschungsprogramm ein – etwa in die missionsorientierte Steuerung, ein stärkeres Monitoring, den Programmbeirat und den Fokus auf Transfer, Reallabore und Mikroprojekte.
Für die weitere Entwicklung empfiehlt der Bericht regelmäßige Wirkungsanalysen, stärkere Governance und ressortübergreifende Koordination sowie die Entwicklung systematischerer Transferpfade. Dazu zählen eine adaptivere Förderarchitektur mit Anschlussmöglichkeiten, die frühe Einbindung von Anwendenden und einfachere, transparentere Verfahren. Die zentrale Schlussfolgerung: Forschungsförderung kann Innovationen anstoßen; für Marktdiffusion und Skalierung braucht es zusätzlich passende regulatorische, markt- und industriepolitische Rahmenbedingungen.