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Symbolfoto: Das AIT ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung

AMIGOS-Konsortium trifft sich am AIT zur Vorbereitung der finalen Projektphase

22.09.2026
Von Pilotmaßnahmen zu messbaren Ergebnissen: AMIGOS-Projekt bereitet die Evaluierung und Übertragbarkeit erfolgreicher Mobilitätslösungen vor

Vertreter:innen der 28 Projektpartner aus 16 europäischen und assoziierten Ländern kamen am 9. und 10. September am AIT in Wien zusammen, um die finale Phase des Horizon-Europe-Projekts AMIGOS (Active Mobility Innovations for Green and Safe Solutions) vorzubereiten. Das von der Europäischen Union geförderte Projekt läuft von Juni 2023 bis Mai 2027 und unterstützt Städte dabei, innovative Lösungen für eine sicherere, nachhaltigere, inklusivere und zugänglichere urbane Mobilität zu entwickeln, umzusetzen und zu evaluieren. Dafür arbeitet AMIGOS in fünf Living Labs, zehn Safety Improvement Areas und fünf Twin Cities in ganz Europa.

Von der Herausforderung zur konkreten Lösung

In den vergangenen Projektjahren wurden in den teilnehmenden Städten konkrete Mobilitätsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt. Dazu gehören etwa die Umgestaltung des Hlemmur Square in Reykjavík zu einem fußgängerorientierten Mobilitätshub, Verbesserungen der Zugänglichkeit von Wander- und Fahrradrouten in Bologna, sicherere Schulumfelder in Lappeenranta und Jūrmala, Kampagnen für nachhaltige Mobilität in Gabrovo, neue Fahrradinfrastruktur in Ankara sowie ein multimodaler Mobilitätshub in Las Rozas. Dort werden rund um einen Pendlerbahnhof neue Radverbindungen geschaffen, die Zugänglichkeit verbessert und die Interaktion zwischen Fußgängern und Fahrzeugen sicherer gestaltet.

Die Maßnahmen wurden gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern, lokalen Behörden und besonders schutzbedürftigen Verkehrsteilnehmenden entwickelt. Damit konnten die Lösungen gezielt an lokale Herausforderungen und tatsächliche Mobilitätsbedürfnisse angepasst werden.

Daten zeigen Wirkung der Maßnahmen

Für die Bewertung der umgesetzten Lösungen kombiniert AMIGOS unterschiedliche Datenquellen und digitale Technologien. Dazu gehören die Mobility Observation Box (MOB) des AIT, Mobilitätsdaten aus den Apps Fotefar und SPOR, kommunale Datensätze, eine Big Data Platform und Digital Twins. Die MOB erfasste beispielsweise detaillierte Verkehrsdaten in den Safety Improvement Areas – von Schulbereichen und Kreuzungen bis hin zu Fußgängerzonen und multimodalen Verkehrsknotenpunkten.

Im Rahmen des Treffens wurde diskutiert, wie diese Daten in einer gemeinsamen Evaluierungsmethodik zusammengeführt werden können. Ziel ist es, die Auswirkungen der Maßnahmen auf Verkehrssicherheit, Zugänglichkeit, Umweltperformance, Mobilitätsverhalten und Lebensqualität vergleichbar zu bewerten. Das AIT koordiniert als Leiter der Impact-Assessment-Aktivitäten diese Evaluierung und den Vergleich der Ergebnisse aus den verschiedenen Pilotstädten.

Erfahrungen für andere Städte nutzbar machen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt darauf, erfolgreiche Lösungen auch für andere Städte nutzbar zu machen. Die Erfahrungen aus den Living Labs und Safety Improvement Areas sollen zeigen, welche Maßnahmen sich auf andere städtische Kontexte übertragen und in zukünftige Mobilitätsplanung integrieren lassen. Damit soll AMIGOS auch über die Projektlaufzeit hinaus einen Beitrag zu nachhaltigen und zukunftsfähigen Mobilitätskonzepten leisten.

Einblicke in die Forschungsinfrastruktur des AIT

Ergänzend zu den Projektworkshops besuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Forschungsinfrastruktur des AIT im Bereich Transportation Infrastructure Technologies. Vorgestellt wurden unter anderem die Mobility Observation Box sowie die Messfahrzeuge RoadSTAR, RoadLAB und MoProVe. Die Demonstrationen zeigten, wie moderne Sensorik, hochauflösendes Infrastrukturmonitoring und KI-basierte Verkehrsanalyse für datenbasierte Entscheidungen zu Verkehrssicherheit und nachhaltiger Mobilität eingesetzt werden können.

Zum Abschluss betonte Isabela Erdelean, AIT-Projektleiterin: „Durch die Entwicklung einer robusten Evaluierungsmethodik und die Identifikation skalierbarer Lösungen wird die finale Phase des Projekts konkrete Orientierung für Städte bieten, die den Wandel hin zu einer umweltfreundlicheren, sichereren und inklusiveren urbanen Mobilität beschleunigen möchten.“