Mitte April führte das AIT Austrian Institute of Technology im Rahmen des Forschungsprojekts FOSsure umfangreiche dynamische Versuche an der Forschungsbrücke openLAB in Bautzen durch. Zum Einsatz kam dabei der Mobile Seismic Simulator (MoSeS) des AIT, mit dem die Brücke über mehrere Tage gezielt unterschiedlichen dynamischen Beanspruchungen ausgesetzt wurde. Ziel der Versuchsreihe war es, den Einfluss dynamischer Lasten sowohl auf das Tragwerk selbst als auch auf moderne Mess- und Monitoringsysteme zu untersuchen.
Die Forschungsbrücke openLAB, betrieben von der Technische Universität Dresden und Hentschke Bau, bietet als europaweit einzigartige Testinfrastruktur ideale Bedingungen für großmaßstäbliche Untersuchungen im Bereich Structural Health Monitoring. Während der Versuche erzeugte das AIT mit dem MoSeS verschiedenste harmonische und veränderliche Anregungen in vertikaler und horizontaler Richtung sowie simulierte Verkehrsbeanspruchungen. Parallel dazu führten zahlreiche Forschungseinrichtungen und Industriepartner Messungen mit unterschiedlichen Sensortechnologien direkt am Bauwerk durch.
Das Projekt FOSsure beschäftigt sich mit dem Einsatz verteilter faseroptischer Sensoren (Distributed Fibre Optic Sensing, DFOS) zur kontinuierlichen und ganzheitlichen Überwachung von Ingenieurbauwerken. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Mess-, Auswerte- und Bewertungskonzepte zu entwickeln, um Schäden und Zustandsänderungen an Bauwerken frühzeitig und zuverlässig erkennen zu können. Die im Rahmen der openLAB-Versuche gewonnenen Daten liefern dafür eine einzigartige Grundlage. „Der Einsatz verteilter faseroptischer Sensoren führt zu einem Paradigmenwechsel beim Monitoring von Stahlbetontragwerken, da durch diese Technologie Risse im Beton zuverlässig und kostengünstig überwacht werden können“, erklärt Vazul Boros, Projektleiter am AIT.
Neben dem AIT waren unter anderem die TU Dresden, die TU Graz, die Universität Rostock, die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), das Fraunhofer-Institut IIS, Hentschke Bau, FOLAB sowie SuessCo an den Messkampagnen beteiligt.