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Symbolfoto: Das AIT ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung

FFG Success Story: Wie VascAgeNet neue Forschung anstößt

04.09.2026
Das vom AIT geleitete europäische Netzwerk zum vaskulären Altern bildete die Grundlage für langfristige Kooperationen und mehrere Forschungsprojekte

Die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG stellt das europäische Forschungsnetzwerk VascAgeNet in einer aktuellen Success Story als Beispiel für die langfristige Wirkung einer COST Action vor. COST Actions sind von der EU geförderte Forschungsnetzwerke, die Fachleute aus verschiedenen Ländern zusammenbringen und den Austausch, die gemeinsame Entwicklung von Innovationen sowie die Vorbereitung weiterer Forschungsprojekte unterstützen. Das von 2019 bis 2024 laufende „Network for Research in Vascular Ageing“ brachte Fachleute aus Forschung, Medizin und Industrie zusammen, um Methoden zur Untersuchung des vaskulären Alterns weiterzuentwickeln. Aus der Zusammenarbeit entstanden mehrere europäische Forschungsprojekte, an denen auch das AIT beteiligt ist.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen weltweit zu den häufigsten Ursachen für Erkrankungen und vorzeitige Todesfälle. Ein wichtiger Forschungsansatz ist deshalb das sogenannte vaskuläre Alter. Es beschreibt den Zustand der Blutgefäße und kann vom biologischen Lebensalter eines Menschen abweichen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die arterielle Gefäßsteifigkeit. Mit zunehmender Steifigkeit verlieren die Arterien einen Teil ihrer Fähigkeit, Druckschwankungen des Blutstroms abzufedern. Sie gilt daher als wichtiger Bestandteil des vaskulären Alterns und als relevanter Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Der Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die klinische Praxis stehen jedoch mehrere Hindernisse gegenüber: unterschiedliche und zum Teil komplexe Messverfahren, fehlende Validierungen für konkrete klinische Anwendungen, verteilte Expertise sowie eine begrenzte Zahl an Studien, die verschiedene Verfahren und Behandlungsansätze direkt miteinander vergleichen.

Europäische Expertise vernetzen

Hier setzte die COST Action VascAgeNet an. COST steht für „European Cooperation in Science and Technology“. VascAgeNet vereinte Expert:innen aus zahlreichen europäischen Ländern. Das AIT brachte insbesondere seine Expertise in der nicht-invasiven Pulswellenanalyse ein. AIT Experte Christopher C. Mayer leitete die COST Action als Chair, Bernhard Hametner verantwortete eine der Arbeitsgruppen.

Gemeinsam arbeiteten die Beteiligten daran, Methoden zur Erfassung des vaskulären Alters weiterzuentwickeln und besser vergleichbar zu machen. Wissen und Verfahren wurden harmonisiert und über Training Schools für Nachwuchswissenschaftler:innen, Webinare, Animationen und Informationsmaterialien weitergegeben. Neben dem wissenschaftlichen Austausch spielte auch die Zusammenarbeit mit der Industrie eine wichtige Rolle. „Der Wert einer COST Action zeigt sich nicht nur an den Ergebnissen während ihrer Laufzeit. Sie schafft neue Netzwerke, aus denen gemeinsame Methoden, Publikationen und neue Forschungsprojekte entstehen können“, sagt Christopher C. Mayer, AIT Center for Health and Bioresources, Chair der COST Action.

Aus einem Netzwerk entstehen neue Projekte

Die COST Action ermöglichte es den Beteiligten, ihre jeweiligen Kompetenzen kennenzulernen, gemeinsame Forschungsfragen zu entwickeln und geeignete Partner:innen für weitere Vorhaben zu finden. Viele der entstandenen Kontakte blieben über das Ende von VascAgeNet hinaus bestehen. Aus dem Netzwerk gingen unter anderem das Horizon-Europe-Projekt VITAL, die Eurostars-Projekte NO-FUSS, AIVAS und PICTURE sowie das im Rahmen der European Partnership on Transforming Health and Care Systems geförderte Projekt TOGETHER hervor. Die Konsortien dieser Projekte bestehen zu einem wesentlichen Teil aus Mitgliedern des VascAgeNet-Netzwerks. Darüber hinaus wurden weitere gemeinsame Projektanträge eingereicht, darunter ESCORT.

Ein konkretes Ergebnis entstand im inzwischen abgeschlossenen Projekt NO-FUSS. Dabei wurde eine Softwareerweiterung für ARCSolver entwickelt, die eine zusätzliche Messmodalität für die bereits bestehenden Algorithmen ermöglicht. Diese Erweiterungen wurden als Medizinprodukt zertifiziert. Das Projekt zeigt, wie aus der methodischen Zusammenarbeit innerhalb eines Forschungsnetzwerks eine klinisch einsetzbare Anwendung hervorgehen kann. Neben den Folgeprojekten entstanden aus VascAgeNet und den daraus entwickelten Kooperationen mehrere wissenschaftliche Publikationen.

Zusammenarbeit über die Projektlaufzeit hinaus

Auch für die institutionelle Weiterführung des Netzwerks wurden Strukturen geschaffen. Teile der VascAgeNet-Arbeitsgruppen wurden nach dem Ende der COST Action in die Artery Society überführt. Die Leiter:innen der Arbeitsgruppen sowie Christopher C. Mayer und weitere Mitglieder der ehemaligen VascAgeNet Core Group wirken im Executive Committee der Fachgesellschaft mit.

Die von der FFG veröffentlichte Success Story macht damit eine Wirkung sichtbar, die sich nicht allein an der ursprünglichen Projektlaufzeit messen lässt. VascAgeNet bündelte verteilte Expertise, unterstützte die Abstimmung wissenschaftlicher Methoden und schuf Vertrauen zwischen möglichen Projektpartner:innen. Christopher C. Mayer betont “Die COST Action hat neben den institutionellen Möglichkeiten auch eine große Chance für alle Beteiligten zur persönlichen Weiterentwicklung hinsichtlich höherer Sichtbarkeit in der wissenschaftlichen Community oder auch von Management- und sozialen Kompetenzen geboten”. Auf dieser Grundlage entstanden neue Forschungsvorhaben und dauerhafte europäische Kooperationsstrukturen.

FFG Success Story: https://www.ffg.at/success-stories/von-der-cost-action-zu-neuen-forschungsprojekten
COST Action - VascAgeNet: https://www.cost.eu/actions/CA18216/