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Symbolfoto: Das AIT ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung

egeniouss: Präzise Navigation bei eingeschränktem Satellitensignal

29.04.2026

Wie lassen sich zuverlässige Positionsdaten in Städten gewinnen, wenn Satellitensignale durch Gebäude gestört oder vollständig blockiert werden? 

Dieser Herausforderung widmet sich das Forschungsprojekt egeniouss, an dem das AIT Austrian Institute of Technology gemeinsam mit internationalen Partnern arbeitet. Ziel ist ein durchgängiges Navigationssystem, das unterschiedliche Sensorquellen intelligent kombiniert und so auch unter schwierigen Bedingungen eine präzise und robuste Lokalisierung ermöglicht.
egeniouss wird als anwendungsunabhängiger Service entwickelt und ist damit für eine Vielzahl standortabhängiger und positionskritischer Anwendungen einsetzbar. Seine Leistungsfähigkeit demonstriert das System anhand von drei komplementären Use Cases:

  • smartphone-basierte Vermessung
  • Drohnenlieferungen außerhalb der Sichtweite in urbanen Räumen
  • Fahrradnavigation in dichten Stadtumgebungen 
     

Sechs Präsentationen, sechs verschiedene Perspektiven, ein Ziel: zuverlässige urbane Navigation

Im Kern erweitert egeniouss die klassische Satellitennavigation durch die intelligente Kombination von Sensorfusion, visueller Wahrnehmung und Redundanz. So entsteht ein Navigationsframework, das auch bei eingeschränktem GNSS zuverlässige Positionierung ermöglicht und neue Anwendungen in Mobilität, Robotik und digitaler Infrastruktur erschließt.
Im Rahmen mehrerer wissenschaftlicher Beiträge auf der European Navigation Conference (ENC), der wichtigsten Konferenzen in Europa für Navigation, wird egeniouss aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. 
Die ENC2026 findet vom 28. bis 30. April 2026 in Wien, Österreich, statt.


1) Ganzheitliches Navigationssystem für urbane Herausforderungen

Alexander Kern, Markus Gerke, Yasmin Loeper – Technische Universität Braunschweig; Francesco Vultaggio, Matthias Schörghuber, Phillipp Fanta-Jende – AIT Austrian Institute of Technology; Johannes Hecher, Lucija Aleksic – SoftwareONE Holding AG; Marta Blázquez, Arnau Valls, Ismael Colomina – GeoNumerics S.L.

Diese einführende egeniouss-Präsentation gibt einen Überblick über das vollständige Navigationssystem, das GNSS, Inertialsensorik, visuelle Odometrie und visuelle Lokalisierung zu einem skalierbaren Multi-Sensor-Framework vereint. Sie zeigt, wie egeniouss eine robuste und hochgenaue Positionierung in urbanen Räumen ermöglicht – insbesondere dort, wo klassische Satellitennavigation an ihre Grenzen stößt. 

2) Visuelle Lokalisierung als resilienter Baustein

Francesco Vultaggio, Phillipp Fanta-Jende – AIT Austrian Institute of Technology; Alexander Kern, Markus Gerke – Technische Universität Braunschweig; Johannes Hecher, Lucija Aleksic – SoftwareONE Holding AG; Peter Joosten – Cyclomedia

Ein weiterer Fokus liegt auf der visuellen Lokalisierung, die als eigenständiges Modul in das Gesamtsystem integriert ist.
Durch die Nutzung von Luftbildern, Mobile Mapping-Aufnahmen und hybriden 3D-Modellen kann das System auch ohne zuverlässiges GNSS eine absolute 6-DoF-Position bestimmen. Gleichzeitig wird untersucht, wie unterschiedliche Kartendaten und Betriebsmodi Genauigkeit, Robustheit und Rechenzeit beeinflussen. 

3) Hochpräzise Navigation auf kostengünstigen Geräten

Marta Blázquez, Marina Berbel, Ignasi Delgado, Arnau Valls, Ismael Colomina – GeoNumerics S.L.; Phillipp Fanta-Jende, Francesco Vultaggio, Matthias Schörghuber – AIT Austrian Institute of Technology; Alexander Kern – Technische Universität Braunschweig

Dieser Beitrag widmet sich der Frage, wie sich der Galileo High Accuracy Service (HAS) durch zusätzliche Sensordaten verbessern lässt – insbesondere auf Smartphones und anderen kostengünstigen Endgeräten. Durch die Kombination von Satellitendaten mit inertialen Messungen sowie visueller Odometrie und Lokalisierung kann die Navigationsgenauigkeit und -zuverlässigkeit deutlich gesteigert werden. 

4) Zuverlässige Drohnennavigation trotz GNSS-Ausfällen

Joan Altimira – Catuav; Alexander Kern – Technische Universität Braunschweig; Johannes Hecher – SoftwareONE Holding AG

Auch für unbemannte Luftfahrzeuge bietet egeniouss neue Möglichkeiten und zeigt, wie Drohnen in urbanen Gebieten sicher navigieren können, selbst bei eingeschränktem oder vollständig ausfallendem GNSS.
Durch die Kombination von GNSS, HAS, Inertialsensoren, visueller Odometrie und visueller Lokalisierung sowie integrierte Vertrauensbewertungen und Fallback-Strategien wird eine sichere Durchführung von Missionen – etwa für Liefer- oder Inspektionsaufgaben – ermöglicht. 

5) Dezimetergenaue Positionierung für Alltagsanwendungen

Berit Mohr – OPENGIS.ch; Achim Hennecke – beemo

In diesem Beitrag untersuchen die Expert:innen die Integration von egeniouss in alltägliche Smartphone-Anwendungen. Anhand von Beispielen wie urbaner Vermessung oder Fahrradnavigation wird gezeigt, wie hochpräzise Positionierung auch im Alltag nutzbar wird – selbst in komplexen städtischen Umgebungen. 

6) Zusätzliche Sicherheit durch Positionsverifikation

Yasmin Loeper, Markus Gerke – Technische Universität Braunschweig; Phillipp Fanta-Jende – AIT Austrian Institute of Technology

Dieser egeniouss-Beitrag ergänzt das Navigationsframework um eine zusätzliche Sicherheitsebene, indem CityGML-Stadtmodelle zur unabhängigen Überprüfung berechneter Positionen genutzt werden. Er zeigt, wie leichtgewichtige 3D-Gebäudedaten die Validierung der Position und Orientierung in urbanen Umgebungen unterstützen und so die Robustheit des Systems gegenüber GNSS-Fehlern und anderen Navigationsausfällen erhöhen.


Mehr über das EU Projekt egeniouss
www.egeniouss.eu
linkedin.com/company/egeniouss/

European Navigation Conference (ENC)
www.linkedin.com/company/europeannavigationconference/