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Die Chancen der Digitalisierung ergreifen

Das Schlagwort von der vierten industriellen Revolution ist allgegenwärtig. Dabei geht es vor allem um den Wandel der industriellen Produktion durch digitale Technologien. Doch was bedeutet das für die Zukunft der Arbeitswelt? Eine großangelegte Studie unter Mitwirkung von Experten und Expertinnen des AIT versucht erstmals, Licht ins Dunkel zu bringen.

Die digitale Revolution beeinflusst und verändert unser Leben in beachtlichem Ausmaß. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Tempo und Ausmaß der Veränderungen sogar noch zunehmen werden. Denn die technischen Entwicklungen auf diesem Gebiet gehen rasant weiter. Ein besonders sensibler Bereich in diesem Zusammenhang ist die Arbeitswelt. Denn ob sich der technische Fortschritt positiv oder negativ auswirken wird, hat hier ganz direkte Auswirkungen auf die Lebensumstände. 

Wie wird die Arbeit von morgen aussehen? Was müssen die Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen können? Wie viele Arbeitsplätze bleiben übrig, wenn die neuen Technologien in den Betrieben eingesetzt werden? Hinsichtlich dieser Fragen herrscht große Ungewissheit. Experten und Expertinnen des AIT versuchten daher, in einer Studie Antworten zu finden: Erstmals wurde untersucht, wie sich die Beschäftigung in Österreich unter den Bedingungen des technologischen Wandels bis 2030 entwickeln könnte. 

Einer der wichtigsten Effekte von Digitalisierung ist ein Mehr an Effizienz, zum Beispiel durch die zunehmende Automatisierung bei der Herstellung von Gütern. Ein großer Schritt ist dabei die Vernetzung von intelligenten Maschinen, die arbeiten und sogar Entscheidungen treffen, ohne dass die Kontrolle von Menschen notwendig ist. Das bedeutet einerseits eine verbesserte Produktivität, andererseits werden Jobs überflüssig, in denen einfache Routinetätigkeiten verrichtet werden. 

Die Maschine verstehen

Der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften sowie an Personen, die sich fachlich und im Bereich IT gut auskennen – vor allem das Verständnis für automatisierte Maschine müsse stärker vorhanden sein. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die Probleme erkennen und lösen können, die kreativ sind und gut in einem Team mit anderen zusammenarbeiten, werden gefragt sein.

Darauf muss das Bildungssystem vorbereitet sein: Digitales Verständnis sollte in allen Unterrichtsgegenständen vermittelt werden, Informatik-Unterricht an allen Schulen verankert sein. Aber auch die Unternehmer sind gefordert. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen müssen die Veränderungsprozesse mitgestalten können, im Betrieb Weiterbildungsmöglichkeiten geschaffen werden – idealerweise in Zusammenarbeit mit staatlichen Ausbildungsstätten.

Menschliche Qualitäten werden wichtiger

Um die digitale Zukunft erfolgreich zu meistern, sind aber vor allem auch gute Ideen von entscheidender Bedeutung. Nur wenn die Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt werden, um neue Produkte, am Kunden orientierte Dienstleistungen und clevere Geschäftsmodelle zu entwickeln, werden unter dem Strich mehr Arbeitsplätze stehen. Ein immer mehr an Effizienz im Herstellungsprozess hilft hier nicht weiter. Originelle Einfälle, Einfühlungsvermögen und soziale Kompetenz im Allgemeinen jedoch, sind zutiefst menschliche Eigenschaften. Sie können durch Roboter nicht ersetzt werden.

Die Veränderung kommt. Begegnet man ihr jedoch mit Offenheit und einem Schuss Optimismus, kann die Arbeitswelt von morgen durchaus positiv gestaltet werden. Damit das gelingt – auch das legen die Studienautoren nahe – müssen jedoch die richtigen Schlüsse aus den anstehenden Herausforderungen gezogen werden.