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Symbolbild Startup

Auszeichnung für AIT Startup-Initiative

Die praktische Umsetzung von Forschungsergebnissen durch Startups und Spin-offs ist einen wichtiger Beitrag des AIT Austrian Institute of Technology zum Wohl von Wirtschaft und Gesellschaft. Beim „Spin-off Dashboard Austria 2021“ wurde die Entrepreneurship Initiative des AIT mit dem 2. Platz in der Kategorie „Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen“ ausgezeichnet. 

 

Das AIT Austrian Institute of Technology erforscht und entwickelt Technologien in einer Reihe von Schlüsselbereichen, wie etwa Dekarbonisierung und Digitalisierung, die ab einem gewissen Reifegrad am Markt umgesetzt werden. Das kann durch gemeinsame Projekte mit Partner:innen und Kund:innen geschehen, aber auch durch Patentierung und durch die Gründung von Startups und Spin-offs. Damit bringt das AIT Forschungsergebnisse in die Anwendung und schafft gesellschaftlichen und ökonomischen Mehrwert. Um diesen Prozess zu unterstützen, wurde in den vergangenen Jahren ein Entrepreneurship-Programm unter dem Titel „Time to think big – Explore, connect and start your business!“ neu strukturiert und verstärkt. 

Diese Initiative ist, wie einige Gründungen in jüngster Zeit beweisen (siehe unten), höchst erfolgreich – und sie findet auch in der Fachwelt Anerkennung: Beim „Spin-off Dashboard Austria 2021“, einer erstmals durchgeführten Bestandsaufnahme der akademischen Spin-off Aktivitäten in Österreich, erlangte das AIT in der Kategorie „Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen“ den hervorragenden 2. Platz. 

Aus Sicht der Jury der Spin-off Austria Initiative zeige die Strategie des AIT eine „schlüssige Weiterentwicklung und Integration von gründungsunterstützenden Maßnahmen in den laufenden Forschungs- und Entwicklungsprozess“. Außerdem hob die Jury den Aufbau und Einbindung eines technologieorientierten Venture-Capital-Netzwerkes sowie die Integration von Entrepreneurship in das PhD-Programm hervor. Ein weiterer Pluspunkt sei, dass Awareness- und Weiterbildungsmaßnahmen mit externen Partnerorganisationen veranstaltet werden. 

Mehrwert für Wirtschaft, Gesellschaft und Mitarbeitende

„Diese Auszeichnung freut uns sehr und bestätigt unseren eingeschlagenen Weg einer integrierten Spin-Off Strategie“, sagt Alexander Svejkovsky, AIT-Chief Financial Officer. Er verweist darauf, dass die Umsetzung von Forschungsergebnissen einen großen Nutzen für die Wirtschaft und Gesellschaft darstellt. „Darüber hinaus bietet das AIT Entrepreneurship-Programm attraktive Karrieremöglichkeiten für unsere Mitarbeiter:innen“, betont er. „Wenn früh erkannt wird, dass das AIT eine Chance bietet, mit den eigenen Ideen möglicherweise ein Unternehmen gründen zu können und hier Unterstützung zu finden, dann locken wir damit die besten Köpfe an.“

Mit dem AIT Entrepreneurship-Programm sollen zum einen der unternehmerische Geist am AIT gefördert und zum anderen Neo-Gründer:innen mit konkreten Trainings- und Beratungsleistungen unterstützt werden. „Wir begleiten Forscher:innen von Anfang an, wenn sie ihre Ideen auf den Markt bringen wollen – gemeinsam mit einem starken Netzwerk aus Start-Up Expert:innen, Finanzierungsmöglichkeiten und Fördergebern“, erläutert Hans-Peter Blahowsky, der am AIT das Programm als Startup Catalyst und Coach für Business Development leitet. Er unterstützt Gründungswillige bei allen Entwicklungsschritten eines Unternehmens.

„Das AIT entwickelt Technologien, die ab einem gewissen Reifegrad sinnvollerweise mit Partnern am Markt direkt umgesetzt werden.“

Alexander Svejkovsky AIT Head of Finance & Controlling (CFO)

Startup Policy definiert die Beziehungen

Erstellt wurde eine AIT Startup Policy: Diese soll helfen, die Beziehung zwischen AIT und dem Startup in allen Phasen klar zu definieren und mögliche Interessenskonflikte zu vermeiden. Die Policy bietet u. a. eine Anleitung für potenzielle Beteiligung des AIT an den verschiedenen Phasen des Lebenszyklus eines Startup-Unternehmens sowie für die möglichen Geschäftsbeziehungen zwischen AIT und dem Startup. 

Die Gründung von Spin-offs wird schon früh im Innovationszyklus als eine der möglichen Verwertungsoption von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen mitgedacht. Spin-off Teams werden umfassend durch interne und externe Experten:innen unterstützt – besonderer Wert wird darauf gelegt, das Businessmodell, die Risiken und die Herausforderungen der Geschäftsidee im Detail zu erarbeiten und zu analysieren. 

Der Ansatz des AIT umfasst ein mehrstufiges Stage-Gate-Modell mit entsprechenden Schlüsselaktivitäten und Gate-Entscheidungen und gliedert sich in folgende Phasen:

  • Scouting
  • Entrepreneurship Development
  • Pre-Founding
  • Founding
  • Scale-Up

In allen Phasen erhalten Spin-off-Teams maßgeschneiderte Unterstützung. 

Für einen regelmäßigen Austausch in der AIT Entrepreneurship Community finden einmal im Monat Entrepreneurship Q&A Sessions statt. Bei AIT Entrepreneurship-Talks werden regelmäßig Gäste aus der Startup-Szene und dem Partnernetzwerk des AIT eingeladen. Das AIT ist in bestehende Gründungsnetzwerke (Inkubatoren, Acceleratoren, etc.) integriert und kooperiert u. a. mit accent, IST CUBE, I.E.C.T. Hermann Hauser, aws Austria Wirtschaftsservice, WU Entrepreneurship Centre, INiTS oder Tecnet equity NÖ. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Entrepreneurship-Events, die von anderen Stakeholdern im Startup-Ökosystem organisiert werden und Einblicke und Networking-Möglichkeiten bieten. 

Alle Infos zu den Themen Entrepreneurship, Startup und Spin-off sind in einer eigens eingerichteten Website im Intranet des AIT gesammelt und werden laufend aktualisiert. 

„Wir begleiten Forscher:innen von Anfang an, wenn sie ihre Ideen auf den Markt bringen wollen – gemeinsam mit einem starken Netzwerk aus Start-Up Expert:innen, Finanzierungsmöglichkeiten und Fördergebern.“

Hans-Peter Blahowsky

Gründung erfolgreicher Spin-offs

Seit der Gründung des Entrepreneurship-Programms kann das AIT bereits auf einige erfolgreiche Spin-offs verweisen. Die Ensemo GmbH wurde im März 2021 gegründet und entwickelt ein Verfahren, mit dem spezielle Mikroorganismen direkt in Saatkörner eingebracht werden können. Dadurch wird eine biologische Alternative zur Düngung mit Chemikalien geschaffen. Konstruiert wird eine Maschine für die vollautomatische mechanische Behandlung von Soja- und Maissaatgut („SeedJection“), und identifiziert werden Mikroorganismen, die das Potenzial haben, Pflanzen mit Stickstoff und Phosphor zu versorgen. 

TELBIOMED bietet eine modulare digitale Gesundheitslösung zur Unterstützung der Therapie von chronisch kranken Menschen. Bei diesem Telehealth-System übermittelt der Patient seine Vitaldaten per App an den behandelnden Arzt oder Therapeuten, die die Entwicklung überwachen und bei Bedarf Therapieanpassungen vornehmen. Dank des modularen Aufbaus lässt sich das System exakt an die Anforderungen einzelner chronischer Erkrankungen wie Diabetes, Herzinsuffizienz oder Bluthochdruck anpassen. Das System findet auch beim Monitoren von Personen im COvid-19-Lockdown Anwendung. 

Das im Frühling 2021 gegründete Startup CellEctric Biosiences wiederum arbeitet an einer neuen Plattformtechnologie zur elektrostatischen Manipulation von Zellen. Die erste Anwendung ist die Isolierung von Krankheitserregern in Blutproben für die rasche Diagnose von Sepsis (Blutvergiftung). Die CellEctric-Technologie ist in der Lage, die Zeit bis zur Diagnose um das Zehnfache zu verkürzen – das ist bei Sepsis, die ein Wettlauf mit der Zeit ist, ein entscheidender Vorteil. 

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