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Telehealth-Plattform

31.08.2026

Die moderne Gesundheitsversorgung steht vor der Herausforderung, Patient:innen orts- und zeitunabhängig mit hoher Qualität zu betreuen. Besonders bei chronischen Erkrankungen ist eine kontinuierliche Betreuung essenziell, um die Einhaltung der Therapieziele zu verbessern und Krankenhausaufenthalte zu reduzieren. Digitale Lösungen bieten hier großes Potenzial, doch mangelte es lange an einer einheitlichen, modularen Plattform, die verschiedene Krankheitsbilder abdecken kann und flexibel anpassbar ist. 

Das AIT hat mit der Telehealth-Plattform eine innovative Lösung entwickelt, die eine effiziente und patientenzentrierte Gesundheitsversorgung ermöglicht. Sie erleichtert die Kommunikation zwischen Patient:innen und medizinischen Fachkräften und fördert durch gezielte Interventionen eine bessere Behandlungstreue. Die Plattform hat sich insbesondere im Programm HerzMobil Tirol bewährt, das Patient:innen mit Herzinsuffizienz telemedizinisch begleitet. Eine Studie aus dem Jahr 2021 zeigte beeindruckende Ergebnisse: eine 65-prozentige relative Risikoreduktion für Tod innerhalb von zwölf Monaten sowie eine 39-prozentige Reduktion von Wiederaufnahmen ins Krankenhaus innerhalb von sechs Monaten. 

Das AIT-Spin-off Telbiomed hat die Plattform – mit Förderungen durch die Forschungsförderungsgesellschaft – weiterentwickelt und bietet modulare Anwendungen für verschiedene chronische Erkrankungen wie Diabetes, Herzinsuffizienz und Hypertonie an. Die verbesserte Versorgung führt zu Einsparungen im Gesundheitssystem durch reduzierte Krankenhausaufenthalte. Gesellschaftlich gesehen ermöglicht die Plattform eine wohnortnahe, effiziente medizinische Betreuung und verbessert dadurch die Lebensqualität vieler Menschen. Auch wissenschaftlich wurde die Lösung breit anerkannt. Das AIT-Digital-Health-Team organisiert die jährliche dHealth-Konferenz, die als zentrale Plattform für die österreichische Digital-HealthCommunity dient, und wurde bereits zweimal mit dem renommierten Living Standards Award von Austrian Standards ausgezeichnet. 

Für die Weiterentwicklung gibt es eine enge Zusammenarbeit mit nationalen strategischen Partnern, etwa in Tirol und der Steiermark, sowie langjährige Kooperationen mit Organisationen wie z.B. die Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau. Auch internationale Partnerschaften mit Institutionen wie der Charité in Berlin und der UNSW in Sydney haben zur Fortentwicklung der Plattform beigetragen und neue Einsatzmöglichkeiten erschlossen. Die kontinuierliche Erweiterung der Technologie auf weitere Krankheitsbilder und Anwendungsfälle, etwa in der Telerehabilitation, ist ein zentraler Bestandteil der zukünftigen Entwicklung. Besonders während der COVID-19-Pandemie bewies die Plattform ihre Anpassungsfähigkeit, als sie kurzfristig für die Heimquarantäne und ein digitales Gesundheitstagebuch für medizinisches Personal adaptiert wurde. Dies zeigt ihr enormes Potenzial für eine digitale und zukunftsfähige Gesundheitsversorgung.