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RecAL: Nachhaltiges Aluminiumrecycling

29.04.2026

Aluminium ist in der Herstellung sehr ressourcen- und energieintensiv. Daher ist bei diesem in der Technik allgegenwärtigen Leichtmetall Recycling noch wichtiger als in anderen Bereichen. Das Recycling von Aluminium aus bestehenden End-of-Life (EoL)- und Produktionsabfällen benötigt lediglich fünf Prozent der Energie, die für die Herstellung von Primärmaterial erforderlich ist. Als Problem erweist sich jedoch, dass das Metall mit einer Vielzahl anderer Elemente legiert ist, die sich praktisch nicht wieder voneinander trennen lassen. Die derzeitige Praxis, verschiedene EoL-Legierungen zu mischen, führt zwangsläufig zu Downcycling und einer Reduktion der verfügbaren Ausgangswertstoffe.

In dem vom AIT-Tochterunternehmen LKR Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen geleiteten europäische Forschungsprojekt RecAL (Recycling technologies for circular ALuminium) wird – gemeinsam mit 19 Partnerorganisationen aus neun europäischen Ländern – ein neuartiger Ansatz verfolgt, der durch innovative Recyclingtechnologien, digitale Vernetzung und neue Legierungsstrategien auf eine Transformation der europäischen Aluminiumwirtschaft in Richtung Kreislaufwirtschaft abzielt. Dabei wird jeder Schritt des Produktions- und Wiederverwendungskreislaufs entlang der gesamten Wertschöpfungskette strategisch betrachtet.

Eine zentrale Stoßrichtung von RecAL sind Lösungen, die eine höhere Toleranz für Recycling-Material im Legierungsdesign ermöglichen und zugleich die Materialeigenschaften bewahren. Entwickelt werden weiters digital gesteuerte Sortierprozesse. Ergänzt wird dieser Ansatz durch den Aufbau eines digitalen „RecAL Hub“, einer Plattform, die Recyclatströme, innovative Recyclingtechnologien sowie Produzenten und Abnehmer intelligent miteinander verknüpft – ein entscheidender Schritt, um den linearen Materialfluss zu einem geschlossenen Kreislauf weiterzuentwickeln. Neben der Materialforschung stehen Robotik, Sensorik und digitale Zwillinge im Mittelpunkt, um Aluminiumströme über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg transparent und effizient zu steuern. Dadurch sollen Recyclatströme mit erheblich verbesserten Reinheiten geschaffen werden.

Forscher:innen arbeiten in den Labors am LKR an neuen Materialzusammensetzungen und Verarbeitungsmethoden.

Die derzeitige Praxis im Aluminiumrecycling führt zwangsläufig zu Downcycling und einer Reduktion der verfügbaren Ausgangswertstoffe.

Das Ziel ist es, die Akteure europaweit zu vernetzen, um den Anteil von Sekundäraluminium signifikant zu erhöhen, Ressourcen zu schonen und die CO₂-Bilanz der Branche nachhaltig zu verbessern. „Mit RecAL wollen wir zeigen, dass Hightech und Kreislaufwirtschaft kein Widerspruch sind“, betont Gerald Prantl, Projektleiter am LKR. Ein europaweites Aluminium-Kreislaufsystem schafft die Basis für eine industrielle Zukunft, die Ökologie und Wettbewerbsfähigkeit vereint und auch die Resilienz Europas in Hinblick auf diesen wertvollen Rohstoff stärkt.

Das noch bis 2028 laufende ReCal-Projekt stößt angesichts seines hohen Innovationsgrads und des großen Impacts auf die europäische Industrie in der Öffentlichkeit auf größtes Interesse – es wurde 2025 mit dem ÖGUT-Umweltpreis in der Kategorie „Mit Forschung & Innovation zur Kreislaufwirtschaft“ ausgezeichnet.