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Mikrobiomlösungen für eine klimafitte Pflanzenproduktion

29.04.2026

Im Jahr 2015 verabschiedete die UNO 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs), die darauf abzielen, das Leben der Menschen zu verbessern und eine nachhaltige Entwicklung weltweit zu fördern. Als Antwort darauf hat sich die Europäische Union ehrgeizige Ziele gesetzt, die unter anderem bis 2030 eine Halbierung des Pestizideinsatzes und des Nährstoffverlusts im Boden sowie die Ausweitung des ökologischen Landbaus auf 25 Prozent vorsehen. Diese Ziele sind äußerst ambitioniert – insbesondere im Hinblick auf die Bedrohung der landwirtschaftlichen Erträge durch Pflanzenkrankheiten, neuartige Krankheitserreger und extreme Wetterereignisse. Zudem macht der hohe Energiebedarf für die Produktion von mineralischen Düngemitteln alternative Lösungen unverzichtbar.

Das AIT entwickelt innovative mikrobielle Anwendungen, die auf den komplexen Interaktionen zwischen Pflanzen und ihrem Mikrobiom – der Gesamtheit aller Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Archaeen, Viren usw.), die auf und in Pflanzen leben – basieren. Das Ziel ist es, durch die Einbringung bestimmter natürlicher Mikroorganismen die Resilienz der Pflanzen gegenüber Stressfaktoren zu stärken, Schädlinge abzuwehren oder die Pflanze besser mit essenziellen Nährstoffen zu versorgen.

Die Forschenden am AIT haben in den vergangenen Jahren erfolgreich solche mikrobiologischen Stämme identifiziert und an internationale Unternehmen lizenziert, darunter das markterprobte biointrinsic™ W10 der Firma Indigo Ag und das sich in Entwicklung befindliche Biopestizidstamm KLA5-2  bei RovensaNext. Über einzelne mikrobielle Stämme hinaus bietet das AIT umfassende Dienstleistungen an, die Unternehmen bei der Produktentwicklung und -registrierung unterstützen.

Auf Grundlage patentierter AIT-Innovationen zur Einbringung mikrobieller Produkte in Saatgut wurde das Spin-off-Unternehmen Ensemo GmbH gegründet (https://www.ensemo.com/), das 2024 sein erstes Produkt erfolgreich auf den Markt brachte (sh. auch S. 57).

AIT-Forscher:innen ergründen die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen und Mikroorganismen und wenden dieses Wissen gezielt an.

Der gezielte Einsatz von Mikroorganismen bietet eine umweltfreundliche Alternative zu schädlichen Pestiziden und Düngemitteln.

Die Forschung und Services werden vielfach durch extern finanzierte Projekte unterstützt, viele davon unter der Leitung des AIT. Dazu zählen unter anderem die großen EU-Projekte SAGROPIA (https://sagropia.eu/), SUSFERT (https://www.susfert.eu/), RATION (https://www.ration-lrp.eu/project/) und Microbiomes4Soy (https://microbiomes4soy.eu/). Die Forschungsergebnisse wurden in zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen veröffentlicht. Besonders hervorzuheben ist eine Veröffentlichung in der renommierten Zeitschrift Nature Reviews Microbiology.

Das generierte Wissen zum gezielten Einsatz von Mikroorganismen sowie die entwickelten Anwendungen zur Stärkung von Pflanzen leisten einen bedeutenden Beitrag zu nachhaltiger und sicherer Lebensmittelproduktion. Mikrobielle Lösungen bieten umweltfreundliche Alternativen zu schädlichen Pestiziden und Düngemitteln und tragen so zur nachhaltigen Transformation der Landwirtschaft bei.