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GreenBricks: CO₂-neutrale Ziegelproduktion

21.04.2026

Die Ziegelindustrie steht vor der Herausforderung, ihren hohen CO2-Ausstoß drastisch zu reduzieren, um steigenden Umweltanforderungen gerecht zu werden und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Gasbefeuerte Hochtemperaturöfen sind besonders energieintensiv und verursachen durch die Produktionsprozesse zusätzlich hohe CO₂-Emissionen. Angesichts strengerer Klimaziele und steigender Energiekosten wächst der Druck auf die Industrie, nachhaltige Alternativen zu entwickeln.

Mit dem im Rahmen des Innovationsnetzwerks NEFI vom Klima- und Energiefonds geförderten Projekt GreenBricks wurde erstmals ein Konzept für eine nahezu CO2-neutrale Ziegelproduktion umgesetzt. Kern der Innovation ist die Elektrifizierung des Produktionsprozesses durch den weltweit größten rein mit Ökostrom betriebenen Tunnelofen. Ergänzend dazu kommen CO2-neutrale Tonmischungen und eine optimierte Abwärmenutzung mit Wärmepumpen im Trocknungsprozess zum Einsatz.

Dadurch lassen sich die CO2-Emissionen um 90 Prozent und der Energieverbrauch um 30 Prozent reduzieren – ein entscheidender Vorteil für die Industrie in Zeiten volatiler Energiepreise.

Die industrielle Produktion von nahezu CO2-neutralen Ziegeln eröffnet neue Marktsegmente und ermöglicht es Herstellern, sich frühzeitig auf zukünftige Umweltauflagen vorzubereiten. Unternehmen, die auf nachhaltige Baustoffe setzen, profitieren von steigender Nachfrage und können ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern. Zusätzlich trägt die Technologie zur Qualifizierung von Fachkräften in der Industrie bei, da neue Fertigungsprozesse und digitale Steuerungssysteme integriert werden.

„Mit der Inbetriebnahme des Elektroofens in Uttendorf haben wir echte Pionierarbeit in der Branche geleistet“, sagt Johann Marchner, Country Managing Director von Wienerberger Österreich.

Die wissenschaftliche Dimension des Projekts zeigt sich in der engen Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und Industriepartnern. So wurden im Rahmen des GreenBricks-Projekts zwei Masterarbeiten und eine Dissertation erfolgreich abgeschlossen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse fließen direkt in die Weiterentwicklung nachhaltiger Produktionsmethoden ein und tragen dazu bei, innovative Lösungen für andere energieintensive Industrien zu adaptieren.

Der Erfolg des Projekts hat Signalwirkung für die gesamte Branche: Durch den praxisnahen Demonstrationsbetrieb am Wienerberger-Standort in Uttendorf wird die Skalierbarkeit des Konzepts geprüft, um es auf weitere Produktionsstätten und andere energieintensive Industriezweige wie die Feuerfestindustrie zu übertragen.