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CBRN-Sensorsysteme für das Krisenmanagement

27.04.2026

Im Krisen- und Katastrophenmanagement erfordern chemische, biologische, radiologische, nukleare und explosive (CBRN-) Vorfälle aufgrund ihres hohen Gefahrenpotenzials besonders rasche und koordinierte Reaktionen. Sie betreffen sowohl zivile als auch militärische Bereiche und gefährden neben der Bevölkerung auch Einsatzkräfte wie Rettungsdienste, Sicherheitsorgane und militärische Einheiten. Erschwerend kommt hinzu, dass solche Ereignisse oft schwerwiegende, weitreichende Folgen haben und Umgebungen schaffen, die für Menschen gefährlich oder unzugänglich sind. Daher sind eine schnelle, präzise Lageaufklärung – etwa zu Gefahrstoffen, Risiken oder CBRN-Lagekarten – sowie ein verlässlicher Informationsaustausch entscheidend.

Derzeit fehlt jedoch ein breit verfügbares halbautomatisches System, das ohne direkten menschlichen Eingriff ein räumlich hochaufgelöstes Lagebild in Echtzeit erzeugen kann. Zudem sind zivile und militärische Informationssysteme nur eingeschränkt interoperabel – zwischen verschiedenen Nationen noch weniger. Das erschwert eine schnelle, sichere Reaktion und behindert die Zusammenarbeit von Zivilschutz, Polizei und Militär über Organisations- und Ländergrenzen hinweg.

Moderne digitale Technologien, wie sie am AIT entwickelt werden, bieten hier wesentliche Unterstützung: Die Integration mobiler und stationärer Sensoren verbessert die Lagebeurteilung, während digitale Kommunikationssysteme eine effizientere Koordination ziviler und militärischer Kräfte ermöglichen. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten am AIT in diesem Bereich werden durch EU-Programme, hauptsächlich durch den European Defense Fund (EDF), sowie national durch das KIRAS- und FORTE-Sicherheitsforschungsprogramm sowie durch Direktbeauftragungen des BMLV gefördert.

Eine zentrale Rolle für CBRN-Lageerfassung, Entscheidungsunterstützung, Interoperabilität und Datenaustausch spielen Datenfusion sowie 3D-Umgebungs- und Geländeklassifizierung. Technologien wie die 3D-Analysesoftware Horus3D oder die radiologische Kartierung mittels Drohnen (RaptoRin) ermöglichen eine schnelle und detaillierte Erfassung von Gefahrenlagen. Das Spektrum reicht von Dosisleistungskarten über die Analyse schwer zugänglicher Bereiche bis hin zum Robotereinsatz in komplexen Innenräumen und zur Fernsteuerung auf Basis eines in Echtzeit erzeugten digitalen Zwillings.

Durch die besonderen Technologiekompetenzen des AIT und durch die gute und enge Kooperation mit dem Bundesministerium für Landesverteidigung (BMLV) konnte sich Österreich in diesem Bereich erfolgreich als führende Technologienation in der EU positionieren.

Aktuell liegt der Fokus auf den Komponenten Detection, Identification and Monitoring (DIM) sowie Knowledge Management (KM). Zukünftig sollen auch Hazard Management (HM) und Physical Protection (PP) stärker integriert werden, um bestehende „System of Systems“-Ansätze weiter auszubauen.