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Telehealth-Plattform für eine bessere Gesundheit

22.04.2026

Telemedizin ist eine Antwort auf zahlreiche Herausforderungen des Gesundheitssystems. Sie verbessert den Zugang zur Gesundheitsversorgung, trägt zu einer Steigerung der Versorgungsqualität bei und spart Zeit und Kosten im Gesundheitswesen. Ein Beispiel ist die Betreuung von Patient:innen mit Herzschwäche. Am AIT wurde eine Telehealth-Plattform entwickelt, in die Patient:innen via Computer oder Smartphone Daten wie etwa Gewicht, Blutdruck, Befinden und Medikation eingeben. Diese werden auf sichere Weise an ein klinisches Behandlungsteam übermittelt. Bei Auffälligkeiten erfolgt eine Kontaktaufnahme durch die betreuenden Gesundheitsexpert:innen – und falls nötig – eine Anpassung der Therapie.

Die AIT Telehealth-Plattform verbindet Patient:innen mit den entsprechenden Gesundheitsexpert:innen. Entscheidend ist, dass eine möglichst einfache Kommunikation zwischen Patient:innen und Gesundheitsexpert:innen ermöglicht und darauf aufbauend das Therapiemanagement in klar definierten Prozessen umgesetzt wird – mit nachvollziehbarer Dokumentation und datenschutzkonformer Übertragung.

Erstmals in der Praxis ausgerollt wurde die AIT-Technologie in Tirol unter dem Namen „HerzMobil“. Studien zeigten eine 65-prozentige Risikoreduktion für Tod innerhalb von 12 Monaten und eine 39-prozentige Risikoreduktion für Wiederaufnahme in ein Krankenhaus in 6 Monaten. Zusätzlich erwies sich HerzMobil Tirol gegenüber üblicher Versorgung auch kosteneffektiv. In jüngster Vergangenheit wurde HerzMobil auch in den Bundesländern Kärnten, Steiermark und Niederösterreich pilotiert.

In der Versorgungspraxis wird das System vom AIT-Spin-off telbiomed mit Sitz in Graz betrieben und weiterentwickelt. Es ist modular aufgebaut und kann leicht an andere chronische Krankheiten angepasst werden – etwa in den Bereichen Wundmanagement, Essstörungen, Transplant-Nachsorge, Diabetes oder Telerehabilitation.

„Die AIT Telehealth-Plattform verbindet Patient:innen mit den entsprechenden Gesundheitsexpert:innen.. Entscheidend ist, dass eine möglichst einfache Kommunikation zwischen Patient:innen und Gesundheitsexpert:innen ermöglicht und darauf aufbauend das Therapiemanagement in klar definierten Prozessen umgesetzt wird – mit nachvollziehbarer Dokumentation und datenschutzkonformer Übertragung“, erläutert Anton Dunzendorfer, Leiter der AIT Competence Unit Digital Health Information Systems.

Patient:innen geben via Computer oder Smartphone Daten wie etwa Gewicht, Blutdruck, Befinden und Medikation ein, diese werden auf sichere Weise an ein klinisches Behandlungsteam übermittelt.

In der COVID-19-Pandemie wurde die Plattform innerhalb kürzester Zeit für Heimquarantäne und als Gesundheitstagebuch für medizinisches Personal adaptiert und auch in Deutschland, Brasilien und Australien eingesetzt. Eine australische Studie zeigte, dass die effektive und frühere Erkennung von Verschlechterungen dank der Telehealth-Betreuung zu kürzeren Krankenhausaufenthalten und einer niedrigeren Sterblichkeit führte.

Das AIT hat mit seiner Telehealth-Plattform eine wegweisende Technologie entwickelt, die in der modernen Gesundheitsversorgung eine zentrale Rolle spielt. Die Entwicklung solcher Lösungen brachte dem AIT viel internationale Anerkennung ein. Neben der Organisation der jährlichen dHealth-Konferenz, die als zentrale Plattform für die österreichische Digital-Health-Community dient, haben die Forschenden auch bereits viele Preise gewonnen, wie etwa den renommierten Living Standards Award von Austrian Standards.