Die zunehmende globale Bedrohung durch leistungsfähige Entschlüsselungstechnologien und die erwartete Verfügbarkeit von Quantencomputern stellen eine erhebliche Herausforderung für die Informationssicherheit dar. Besonders für staatliche Institutionen und Betreiber kritischer Infrastrukturen in der EU ist es essenziell, frühzeitig auf quantensichere Verschlüsselung zu setzen, um eine höhere digitale Souveränität und Sicherheit zu gewährleisten. Die Entwicklung von Quantenkommunikationssystemen ist daher nicht nur eine technologische Innovation, sondern auch eine strategische Notwendigkeit für die europäische Cybersicherheit.
Das AIT hat sich als zentraler Akteur in der Entwicklung von Quantenverschlüsselung und Quantenschlüsselverteilung in Europa etabliert. Die nachhaltige Finanzierung der Forschungsaktivitäten erfolgt durch eine Kombination aus nationalen Programmen wie KIRAS, internationalen Förderprogrammen sowie Aufträgen von Organisationen wie der ESA und der EU-Kommission.
Die Expertise des AIT trägt entscheidend zur EU-Technologieumsetzungsstrategie bei und ermöglicht den Aufbau einer europäischen Herstellerindustrie für Quantenkommunikation. Im Rahmen der Programme EuroQCI für Glasfaserinfrastruktur und IRIS2 für Satellitenkommunikation wurden umfassende Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchgeführt, die einen nachhaltigen Beitrag zur technologischen Souveränität der EU leisten. Das AIT ist zudem maßgeblich an der Entwicklung von Test- und Verifikationsplattformen für Quantenverschlüsselung beteiligt, die durch Programme wie Digital Europe und Horizon Europe gefördert werden. Diese Forschungsarbeiten unterstützen nicht nur die technologische Weiterentwicklung, sondern auch die Standardisierung von quantensicheren Kommunikationssystemen auf europäischer Ebene.
Wissenschaftlich gesehen hat das AIT mit seinen Arbeiten zur Quantenkommunikation eine führende Rolle eingenommen. Mit rund 30 Patenten in diesem Hochtechnologiebereich leistet das AIT einen signifikanten Beitrag zur Weiterentwicklung der globalen Forschung auf diesem Gebiet. Die strategische Beratung der EU-Kommission in Bezug auf eine europäische Standardisierungsstrategie und die Entwicklung einer EU-weiten Quantenschlüsselverteilungsstrategie sind weitere Indikatoren für den wissenschaftlichen Impact dieser Arbeiten. Durch Projekte wie PETRUS und QCI-CAT wird die Forschung in praxisnahe Anwendungen überführt und zur Marktreife gebracht. Die Beteiligung an internationalen Konsortien und die enge Zusammenarbeit mit Industrieorganisationen, der ESA sowie der Europäischen Kommission unterstreichen die wissenschaftliche und strategische Bedeutung des AIT in diesem Sektor.
Die Quantenkommunikation ist eine der zentralen Zukunftstechnologien Europas und das AIT spielt eine entscheidende Rolle dabei, sie in industrielle Anwendungen und international konkurrenzfähige Produkte und Dienstleistungen zu überführen. Das trägt nicht nur zur Stärkung des Forschungsstandorts Österreich bei, sondern sichert auch die europäische technologische Spitzenposition im Bereich der Quantenverschlüsselung.


