Industrieflexibilität für einen koordinierten Redispatch
Impact Stories
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27.04.2026
Da Strom häufig nicht dort erzeugt wird, wo er verbraucht wird, kann es bei hoher Einspeisung – insbesondere aus volatilen erneuerbaren Quellen – zu Überlastungen einzelner Leitungen kommen. Zur Vermeidung solcher Überlastungen und zur Sicherstellung eines stabilen Netzbetriebs wird Redispatch eingesetzt. Dabei wird die Einspeisung auf der einen Seite eines Engpasses reduziert und auf der anderen Seite erhöht. Erbracht wurde dieses Service typischerweise durch große Energieerzeugungsanlagen.
Im Rahmen des NEFI-Leitprojekts Industry4Redispatch (I4RD) wird dieser Ansatz erweitert: Neben Erzeugungsanlagen können auch große Verbraucher, insbesondere Industriebetriebe, aktiv am Redispatch teilnehmen. Durch eine gezielte Anpassung ihres Strombezugs können Industriebetriebe zur Entlastung des Netzes bei Engpässen beitragen.
Im Projekt wird ein Redispatch-Produkt entwickelt, das speziell auf die Anforderungen von Industriebetrieben zugeschnitten ist. Dafür werden klare Regeln für Gebote, Zeitfenster und Qualitätskriterien festgelegt. Gleichzeitig wird eine enge Abstimmung zwischen Übertragungsnetzbetreiber und Verteilernetzbetreibern aufgebaut. So wird sichergestellt, dass die Nutzung von Flexibilität nicht zu neuen Engpässen im Verteilernetz führt. Dafür werden unter anderem Netzkapazitäten berücksichtigt und die Auswirkungen von Maßnahmen im Vorfeld bewertet.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf wirtschaftlichen Anreizen und technischen Lösungen für die Industrie. Mithilfe von Energiemanagementsystemen können Betriebe ihren Stromverbrauch optimieren und gleichzeitig Flexibilität für Redispatch bereitstellen. Es zeigt sich sowohl in der Simulation als auch in der Demonstration in den Industriebetrieben, dass durch die installierte Optimierungssoftware die Effizienz erhöht sowie Stromkosten eingespart werden können.
Mit I4RD schafft das AIT gemeinsam mit seinen Partnern die Grundlage dafür, dass Industriebetriebe aktiv zur Stabilität des Stromsystems beitragen können. Gleichzeitig wird die Abhängigkeit von konventionellen Kraftwerken reduziert. Das Projekt zeigt, wie Flexibilität aus der Industrie ein zentraler Baustein für die Energiewende und eine sichere Stromversorgung werden kann. Es zeigt auch, dass Flexibilität für das Übertragungsnetz so eingesetzt werden kann, dass der Zustand der Verteilnetze vorab berücksichtigt werden kann und dadurch Flexibilität dort abgerufen wird, wo es für das gesamte System am meisten Sinn macht.