Ein entscheidender Schritt für die globale Gesundheit
Antibiotikaresistenzen stellen eine der größten Bedrohungen für die weltweite Gesundheit und Ernährungssicherheit dar. Die übermäßige und unsachgemäße Verwendung von Antibiotika in Humanmedizin und Tierhaltung hat die Entwicklung resistenter bakterieller Krankheitserreger massiv beschleunigt. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind Antibiotikaresistenzen mit längeren Krankenhausaufenthalten, höheren Gesundheitskosten und einer erhöhten Sterblichkeit verbunden. Im Jahr 2019 waren sie für etwa fünf Millionen Todesfälle mitverantwortlich. Aktuelle Prognosen gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2050 jährlich bis zu zehn Millionen Menschen durch resistente Krankheitserreger sterben könnten. Zum Vergleich: Das SARS-CoV-2-Virus hat zwischen 2019 und 2025 weltweit etwa sieben Millionen Todesfälle verursacht.
Eine Schlüsselstrategie im Kampf gegen diese Bedrohung ist die schnelle und präzise Bestimmung resistenter Erreger, um deren weitere Verbreitung zu unterbinden. Herkömmliche Methoden sind zeitaufwendig (mindestens 48 Stunden) und erfordern eine aufwendige Laborinfrastruktur. Am AIT wurden daher gemeinsam mit dem Spin-off-Unternehmen Cellectric Biosciences neuartige Detektionstechnologien entwickelt, die Resistenzen schneller und kostengünstiger identifizieren können. In einer Vielzahl europäischer und nationaler Projekte arbeitet das AIT mit Industrie- und akademischen Partnern an diagnostischen Lösungen, die auch im klinischen Umfeld getestet und validiert werden.
Da sich ständig neue Resistenzen entwickeln, ist es für das Gesundheitswesen und für die Entwickler diagnostischer Tests essenziell, einen aktuellen Überblick über das epidemiologische Geschehen zu behalten. Das AIT arbeitet daher eng mit klinischen Partnern zusammen und analysiert die Situation in Krankenhäusern und an neuralgischen Umweltstandorten. Diese kontinuierliche Überwachung ist entscheidend, um den Ausbruch sogenannter „Superkeime“ frühzeitig zu erkennen und deren Ausbreitung zu verhindern. Die gewonnenen Erkenntnisse werden regelmäßig in wissenschaftlichen Studien veröffentlicht und dienen als Grundlage für neue diagnostische Ansätze.
In den letzten Jahren konnten am AIT hochinnovative Detektionsmethoden erfolgreich patentiert und die Ergebnisse in renommierten Fachzeitschriften publiziert werden. Die Forschung geht dabei über die Diagnostik hinaus: Neben der Analyse der molekularen Mechanismen hinter Antibiotikaresistenzen werden am AIT technologische Konzepte erforscht, die zukünftig zur Entwicklung neuartiger Antibiotika beitragen könnten.
Durch interdisziplinäre Kooperationen und kontinuierliche Forschungsarbeit leistet das AIT einen essenziellen Beitrag zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen und trägt dazu bei, die Wirksamkeit lebensrettender Medikamente auch in Zukunft zu erhalten.


