Plattformübergreifende Symbiose von intelligenten Objekten im Internet of Things

Erster „symbIoTe“-Open Call öffnet am 30. November 2016 und verfolgt das Ziel, Cloud-basierte IoT-Plattform-Betreiber zu offenem Ökosystem zusammenschließen und damit die europäische Präsenz im Weltmarkt deutlich zu verbessern.

„symbIoTe“ ist eines von sieben Forschungs- und Innovationsprojekten der im Rahmen von H2020 ins Leben gerufenen „IoT-EPI“ (Internet of Things- European Initiative). Diese für den Zeitraum 2016-2018 anberaumte F&I-Agenda zur Entwicklung innovativer Plattform-Technologien im Zukunftssegment „Internet of Things (IoT)“ und zur Stärkung der europäischen Community-Bildung und Marktformierung wird insgesamt 10 Open Calls und 50 Millionen € für über 100 förderwürdige IoT-Projekte ausschütten.

„symbIoTe“ – Eine klare Vision zur Überwindung der Marktfragmentierung

Intelligente, miteinander verbundene Objekte („Smart Objects“) sind heute längst Teil unseres Alltagslebens quer über alle Bereiche. So unterstützen z.B. Automatisierungslösungen unsere vielschichtigen Lebensabläufe  zu Hause oder es ermöglichen Sensoren und Wearables die Fernüberwachung von Aktivitäten im betreuten Wohnen. Mit ihrer Umgebung vernetzte Objekte befinden sich hochgradig auch bei Smart-Transport-Anwendungen oder beim Umwelt-Monitoring im Einsatz.

Trotz Milliarden von heute bereits operativen IoT-Objekten in unterschiedlichsten Domänen, ist Internet of Things („IoT“) bislang nur eine Vielzahl parallel etablierter, jedoch vertikal isolierter Plattformen, die auf jeweils ganz bestimmte Szenarien zugeschnitten sind. Diese Plattformen verwenden oft nicht-standardisierte oder komplett proprietäre Protokolle, um die von ihnen bereitgestellten Sensoren, Aktoren und Kommunikationselemente zu kontrollieren.

Das Projekt symbIoTe hat sich zum Ziel gesetzt, diese fragmentierte Landschaft von IoT-Lösungen zu überwinden, indem es eine Abstraktionsschicht für eine einheitliche Kontrollsicht auf verschiedenste IoT-Plattformen und Sensoren sowie Aktoren anbietet.

Beste Interoperabilität auf allen vier System-Domänen

  • Auf der „Application Domain (Ebene der Anwendungen) sorgen hochwertige API (Application Programming Interfaces) für ein funktionales Management virtueller IoT-Umgebungen. Damit können Ressourcen Plattform-übergreifend ausfindig gemacht, verwaltet und optimiert sowie Daten erworben werden.
  • Für die „Cloud Domain“ werden Interworking Interfaces entwickelt, die den Austausch von Informationen zwischen kollaborierenden IoT-Plattformen ermöglichen.
  • Auf die „Smart Space Domain“ richtet sich der eigentliche Projekt-Fokus. Durch die Entwicklung einer orchestrierten Middleware, die auf existierenden Protokoll- und Interface-Standards für IoT aufbaut und eine Reihe proprietärer (z.B. von seinen industriellen Partnern) und Open-Source IoT-Plattformen (z.B. OpenIoT) ergänzt, soll künftig ein standardisiertes API für Ressourcenentdeckung und Konfiguration zur Verfügung stehen. Ein solcher Abstraktions-Layer ermöglicht mit seiner „einheitlichen“ Sicht auf verschiedene Plattform-Ressourcen eine einfachere Integration von Sensoren in unterschiedliche Plattformen und schlussendlich ein Device-Roaming über verschiedene Plattformen. Seine hohe Transparenz wird insbesondere  die Arbeit kleinerer Application-Designer und -entwickler künftig deutlich erleichtern.
  • Auf der „Device Domain“ können durch die konzertierten Anstrengungen im Projekt verbesserte Kapazitäten und Funktionalitäten für das IoT-Management in Form eines vielseitig einsetzbaren symbIoTe-Clients auf unterschiedlichen Endgeräten (Smartphones, Tablets etc.) bereitgestellt werden.

Die zentralen Projektziele lassen sich kurz wie folgt zusammenfassen:

  1. Vereinheitlichter und sicherer Zugang zu physischen und virtualisierten IoT-Ressourcen,
  2. Hierarchische und orchestrierte Ressource-Erkennung und -kontrolle über multiple IoT-Plattformen hinweg,
  3. Federation von IoT-Kontrolleuren und Ressourcen, um kooperative Aufgabenfestlegungen bei Sensoren und Aktoren sowie nahtloses Roaming von „smarten“ Objekten über „smarte“ Spaces zu ermöglichen.

symbIoTe – Anwendungssfälle, Entwicklungsansätze, Drittanbieter

Im Projekt „symbIoTe“ werden fünf reale Anwendungsfälle in einem umfassenden und vielseitigen Praxisbetrieb untersucht. Die Use Cases von symbIoTe betreffen die Anwendungsbereiche (sogenannte „Smart Spaces“) Zuhause/Wohnsitz, Bildungscampus, Stadion, Mobilität und Segelsport.

Dabei zielt symbIoTe darauf ab, mit Hilfe eines agilen Entwicklungsansatzes eine Open Source Middleware zu implementieren. Entwickler/innen aller Konsortialpartner schließen sich bei der Entwicklung von Softwarekomponenten für vier Bereiche zusammen: Anwendungsorientierte Entwicklung, Cloud, Smart Space und Gerätedomains.

Das symbIoTe-Projekt wird Drittanbieter (Firmen, Startups und Forschungszentren) fördern, um mit Hilfe von Erweiterungen ihre IoT-Plattformen an das symbIoTe-System anzubinden, wobei sie auf der im Projekt entwickelten Open-Source-Software für Erweiterungen und Lösungen aufbauen können.

Diese Erweiterungen beinhalten:

  • Software-Adapter, um existierenden IoT-Plattformen Kompatibilität zu symbIoTe zu ermöglichen,
  • Enabler, welche den Zugang zu domänenspezifischen wertsteigernden Angeboten des symbIoTe-Kernsystems ermöglichen,
  • IoT-Anwendungen, welche die Angebote des symbIoTe-Kerns und der verfügbaren Enabler nutzen, um innovative, domänenübergreifende Apps zu erschaffen,
  • Nutzungstests mit realen Nutzer/innen in kleinem Umfang (vorzugsweise ergänzend zu den bestehenden symbIoTe-Nutzungsszenarien), welche den Mehrwert der symbIoTe-Angebote für spezifische Nutzungsszenarien bestätigen und präsentieren.

Die Open Calls

Der 1. Open Call legt den Fokus auf IoT-Plattformen, die bevorzugt symbIoTe-kompatibel werden möchten, während der 2. Open Call (geplant für Herbst 2017) sich darauf konzentrieren wird, die Servicevielfalt von symbIoTe zu erhöhen und das symbIoTe-Ökosystem um neue IoT-Plattformen, Anwendungsentwicklungen und prototypische Inbetriebnahmen in der Praxis zu erweitern.

Der 1. Open Call wird am 30. November eröffnet und interessierte Parteien werden 3 Monate Zeit haben sich zu bewerben, bis zum 28. Februar 2017. Alle Informationen zu der Ausschreibung werden auf der symbIoTe-Webseite (https://www.symbiote-h2020.eu/index.php/open-calls/) veröffentlicht, welche einen Abonnementdienst für frühzeitige Benachrichtigung bietet.

Das symbIoTe-Team wird ausgewählte Parteien in jeder Phase der Kollaboration mit aktuell verfügbaren Projekt-Informationen (Software-Dokumentation, technische Aspekte etc.) unterstützen. In der Call 2-Phase haben Drittparteien auch die Gelegenheit, ihre Projektfortschritte zu präsentieren bzw. von Projektpartnern Unterstützung bei Problemen (Trouble-shooting) zu erhalten.

Ivana Podnar Žarko (Universität Zagreb) erklärt hierzu, dass „Teilnehmende des Open Calls Teil des sich entwickelnden IoT-Ökosystems werden. Das gibt einerseits IoT-Plattformanbietern die Möglichkeit den Zugang zu ihren IoT-Lösungen in einer kontrollierten und sicheren Art und Weise zu öffnen, und andererseits sind AnwendungsentwicklerInnen aufgerufen, mit Hilfe der Open-Source-Schnittstellen neuartige, plattformübergreifende IoT-Anwendungen zu entwickeln. Dies bietet spannende Möglichkeiten für bestehende und zukünftige IoT-Anwendungen.“

Über symbIoTe

symbIoTe ist ein Projekt, das im Rahmen des Horizon 2020 Förderprogrammes der EU (ICT2015) gefördert wird. Das Konsortium besteht aus Partnern von 14 Institutionen und Firmen, welche aus 8 europäischen Ländern kommen. Aus Österreich sind das AIT Austrian Institute of Technology sowie die Universität Wien am Projekt beteiligt. Die weiteren Partner sind:

•    Intracom SA Telecom Solutions, ICOM, Greece (Koordinator)
•    Sveučiliste u Zagrebu Fakultet elektrotehnike i računarstva, UNIZG-FER, Croatia
•    AIT Austrian Institute of Technology GmbH, AIT, Austria
•    Nextworks Srl, NXW, Italy
•    Consorzio Nazionale Interuniversitario per le Telecomunicazioni, CNIT, Italy
•    ATOS Spain SA, ATOS, Spain and ATOS Wordline International, WLI, Spain
•    University of Vienna, Faculty of Computer Science, UNIVIE, Austria
•    Unidata S.p.A., UNIDATA, Italy
•    Sensing & Control System S.L., S&C, Spain
•    Fraunhofer IOSB, IOSB, Germany
•    Ubiwhere, Lda, UW, Portugal
•    VIPnet, d.o.o, VIP, Croatia
•    Instytut Chemii Bioorganicznej Polskiej Akademii Nauk, PSNC, Poland
•    NA.VI.GO. SCARL, NAVIGO, Italy

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte: https://www.symbiote-h2020.eu/

Rückfragehinweis:

Dr. Mario Drobics
Assisstive Healthcare Information Technology
Digital Safety & Security Department
AIT Austrian Institute of Technology
Telefon: +43 (0)50550-4810
Mario.Drobics(at)ait.ac.at