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Symbolfoto: Das AIT ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung

Der European Manufacturing Survey (EMS) umfasst etwa Indikatoren zu den Innovationsfeldern „Technische Modernisierung der Wertschöpfungsprozesse“, „Einführung innovativer organisatorischer Konzepte und Prozesse“ sowie „neue Geschäftsmodelle zur Ergänzung des Produktangebots um innovative Dienstleistungen“. Diese Kernfragen werden in allen beteiligten Ländern erhoben. Darüber hinaus werden in einzelnen Ländern zusätzlich Daten zu spezifischen Fragestellungen erfasst.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um die vierte industrielle Revolution (Industrie 4.0) wurden daher auch mehrere spezifische Frageschwerpunkte zu diesem Thema in die Erhebungsrunde 2018 integriert. Dies beinhaltet ins Besondere den Einsatz und die Diffusion von in Bezug auf Industrie 4.0 relevante Produktions- und Prozesstechniken, der Optimierung von Logistikprozessen, neue produktbegleitende Dienstleistungen und Geschäftsmodelle, geänderte Anforderungen in Bezug auf Qualifizierung & Kompetenzen sowie die Sicherstellung der relevanten Security & Safety.

Hintergrund 

Innovationen sind für das Unternehmenswachstum und die Fähigkeit, Arbeitsplätze zu sichern von entscheidender Bedeutung. Innovationen können sich dabei auf neue oder verbesserte Produkte, Dienstleistungen, Produktionsprozesse, Organisationsformen oder Marketing- und Vertriebsmethoden beziehen. Entsprechend wird die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen nicht nur über die Leistungsfähigkeit ihrer Produkte und Dienstleistungen, sondern auch durch die entsprechenden Erstellungsprozesse bestimmt. Produktionskosten, Lieferflexibilität oder Qualität sind hier wichtige Erfolgsfaktoren. Verschiedene nationale sowie internationale Erhebungen versuchen, die Innovationsaktivitäten von Unternehmen zu erfassen, Unterschiede zwischen einzelnen Sektoren oder Regionen aufzuzeigen und verschiedene Länder miteinander zu vergleichen. Dabei liegt der Schwerpunkt zumeist auf der Messung von Forschung und Entwicklung sowie Produktinnovationen. Prozessinnovationen werden kaum oder wenig detailliert erhoben und analysiert.

Um diese Lücke zu schließen und vorliegende Erhebungen zu ergänzen, entwickelte das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) 1993 die Erhebung Modernisierung der Produktion. Das AIT Austrian Institute of Technology ist seit 2003 an der Erhebung beteiligt. Ziel ist es, einen Kern von Fragen in allen Partnerländern zu nutzen und somit international vergleichbare Daten zu erheben. Damit werden international vergleichende Analysen möglich. 

Internationale Partner

Der EMS wird von einem Konsortium aus Forschungsinstituten und Universitäten verschiedener europäischer und außereuropäischer Länder getragen. Die Koordination liegt beim Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI). Dem EMS–Netzwerk angeschlossen sind derzeit Deutschland, Dänemark, Kroatien, Italien, Litauen, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, die Schweiz, Schweden, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, und Tschechien. Die Erhebung EMS 2018/2019 wurde in 9 Ländern bereits abgeschlossen und läuft aktuell in 5 weiteren Ländern. Durch die Kooperation wird es möglich, Informationen zum Einsatz innovativer Organisations- und Technikkonzepte bei der Herstellung von Produkten und Dienstleistungen sowie Leistungsindikatoren wie Produktivität, Flexibilität und Qualität von vorrausichtlich rund  4.000 Firmen des produzierenden Gewerbes für Analysen aufzubereiten.