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Europas fahrerlose Mobilitätszukunft gestalten

23.01.2019

Projekt "LEVITATE" gestartet

Ein internationales Konsortium rund um die Loughborough University (UK) und AIT Austrian Institute of Technology untersucht im Rahmen eines EU-Projekts, welche Funktion vernetztes und automatisiertes Fahren im Bereich der Personen- und Gütermobilität sowie auf gesellschaftlicher Ebene übernehmen kann, wie die Verkehrsinfrastruktur dafür zu gestalten ist und welche innovativen Mobilitätskonzepte somit zu erarbeiten sind. Ein Team des AIT Center for Mobility Systems entwickelt in diesem Zusammenhang ein webbasiertes Decision Support Tool für EntscheiderInnen in Politik und Verwaltung. Dabei setzen die ForscherInnen auf umfassende Expertise in den Bereichen Szenarienentwicklung, Auswirkungen auf den Personen- und Gütertransport, Verkehrssicherheit und Infrastruktur.

Automatisierte und vernetzte Fahrzeuge werden die Mobilität der nächsten Jahrzehnte tiefgreifend verändern. Fahrzeuge werden in unterschiedlichem Ausmaß und in unterschiedlichen Kontexten in der Lage sein, selbstständig zu manövrieren, zu beschleunigen und zu bremsen sowie die Umgebung zu überwachen. Im Rahmen des Projekts „LEVITATE: Societal Level Impacts of Connected and Automated Vehicles” wird eine umfassende Planungsmethodik entwickelt und angewandt. Diese ermöglicht es Städten, Gemeinden, Regionalbehörden und nationalen Regierungen, die Technologie des automatisierten Fahrens zur Erreichung ihrer Nachhaltigkeitsziele zu nutzen.

LEVITATE-Projektteam

Das LEVITATE-Projektteam beim Kick-off in Loughborough/Leicestershire

LEVITATE wird eine Reihe von Fragen aufgreifen, darunter:

  • Wie werden automatisierte Fahrzeuge zu einer Erhöhung der Sicherheit und des Umweltschutzes sowie zu einer Reduktion der Verkehrsüberlastung beitragen?
  • Welche Schlüsselentscheidungen sind auf politischer Ebene zu treffen, um den Nutzen zu maximieren und negative Auswirkungen zu minimieren?
  • Welche Mobilitätstechnologien werden am meisten zur Wertschöpfung beitragen?
  • Wie können die Vorteile automatisierter Fahrzeuge zu niedrigeren Kosten genutzt werden?

Basierend darauf, die vier Hauptziele des Projekts:

  • Erstellung eines webbasierten Toolkits, das StadtplanerInnen hilft, die Auswirkungen der automatisierten Mobilität abzuschätzen und die Verkehrsinfrastruktur sowie Vorschriften und Regelungen entsprechend zu gestalten
  • Entwicklung von Mobilitätskonzepten für Busshuttle-, Pkw- und Güterverkehr – basierend auf zukunftsweisenden Lösungen und innovativer Technologie
  • Ausarbeitung von Methoden zur Bewertung und Steuerung der kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen automatisierter Systeme auf individuelle Mobilität, Sicherheit, Umwelt, Gesellschaft und andere Bereiche
  • Anwendung der Methoden und Prognose der Auswirkungen des fahrerlosen Transports in einer Vielzahl von Umgebungen mit dem Ziel, ein nachhaltiges Mobilitätssystem zu befördern

Decision Support für Politik und Verwaltung

Als einer der Kernpartner im Konsortium wird das AIT ein allgemein zugängliches Instrumentarium zur Bewertung von Auswirkungen, Nutzen und Kosten vernetzter und automatisierter Systeme einschließlich der erforderlichen Infrastrukturen entwickeln. Weiters wird an einem webbasierten Decision Support Tool gearbeitet, das den Behörden bei der Bewertung strategischer Entscheidungen über städtische Vorschriften und Planungen hilft und ausgehend von vordefinierten Policy-Zielen Empfehlungen für Maßnahmen liefert.

Bin Hu, Mobilitätsexperte am AIT Center for Mobility Systems: „Automatisiertes Fahren ist die Antwort, aber was ist die Frage? In LEVITATE gehen wir von den Zielen der Städte aus und erstellen Maßnahmen, um neue Technologien optimal für die Erreichung eben dieser Ziele zu nutzen. Jedenfalls muss man viel weiter denken, als dass nur der Fahrer oder die Fahrerin ersetzt wird – dann hat automatisiertes Fahren durchaus das Potential, die Personenmobilität und den Gütertransport zu revolutionieren, da völlig neue Transportkonzepte entstehen können.“