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Symbolfoto: Das AIT ist Österreichs größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung

Alpbacher Technologiegespräche 2022

Alpbach: Treffpunkt der Technologie-Community
Forum Alpbach TEC von 25. bis 27. August 2022

Nach zwei Jahren, in denen das Europäische Forum Alpbach wegen der Corona-Pandemie virtuell bzw. hybrid stattfand, werden die hochkarätigen Gespräche in den Tiroler Bergen heuer wieder als Präsenzveranstaltung durchgeführt: Die Technologie-Community trifft sich von Donnerstag, 25. August, bis Samstag, 27. August, um über aktuelle und brennende Zukunftsfragen zu debattieren.
Die Plenary und Content Partner Sessions bewegen sich entlang der vier thematischen „tracks“ des Europäischen Forums Alpbach:

  • Securing Europe’s Future in a Globalised World
  • The Climate Opportunity
  • The Financing of Europe’s Future
  • The Future of Democracy and the Rule of Law in Europe

Die Themenpalette reicht von „Info Wars“ über die Energiewende und Gesundheitstechnologien bis hin zur Sicherung globaler Wertschöpfungsketten. Ergänzt wird das Programm durch zahlreiche Networking und Community Events. 
Organisiert wird das Forum Alpbach TEC in bewährter Weise vom AIT Austrian Institute of Technology und ORF Radio Ö1. In Vorbereitung ist auch heuer ein Jahrbuch,  diesmal zum alles durchdringenden Thema „Künstliche Intelligenz“.
Link zur Europäischen Forum Alpbach-Website: www.alpbach.org

APA Live Blog

Connecting with the TEC Community

TEC at European Forum Alpbach 25.–27. August 2022

Das Programm der Alpbacher Technologiegespräche 2022 umfasst zwei volle Tage mit 40 Stunden hochkarätigen Debatten in mehr als 20 Plenary Sessions, Workshops und Partner Sessions. Überdies gibt es in zahlreichen Side Events reichlich Gelegenheiten zum Netzwerken. Im Fokus der Debatten steht die multiple Krise, in der wir uns derzeit befinden (Pandemie, Energiekrise, Klimawandel, Inflation, Ukraine-Krieg) und aus der Wege heraus gefunden werden müssen – wobei Technologie eine zentrale Rolle spielt. 
 

Lösungen für die Energiekrise 

Die Palette der Plenary Session umfasst eine ganze Reihe aktueller Problemfelder. Ausgehend von der Corona-Krise und nun massiv verstärkt durch den Krieg in der Ukraine ist die Energiesicherheit zu einem Top-Thema unserer Tage geworden. Ausgehend von den Folgend der Corona-Pandemie und nun massiv verstärkt durch den Krieg in der Ukraine spitz sich die Energiekrise immer mehr zu. Nötig ist eine umfassende Transformation unseres Energiesystem – hin zu einem System, das gleichzeitig Versorgungssicherheit und Klimaschutz sicherstellt. Ein international mit Spitzenforscher:innen und Vertreter:innen der Industrie – u.a. Bernd Rech (Helmholtz Zentrum Berlin), Carla Seidel (BASF), Peter Schwab (voestalpine) oder Sabine Herlitschka (Infineon) – besetztes Panel sucht nach Wegen, unser Energiesystem völlig neu denken. Diskutiert werden grundlegende Anforderungen an die künftige Energieversorgung und Möglichkeiten, unseren Umgang mit Ressourcen resilienter, nachhaltiger und sicherer zu machen.


Wenn die globalen Lieferketten aus dem Takt geraten 

Eingebettet ist die Energiekrise in die Turbulenzen, in die die internationalen Lieferketten geraten sind: Diese Lebensadern der Weltwirtschaft laufen schon seit dem Ausbruch der Pandemie alles andere als rund: Geschlossene Häfen und Schlachthäuser, Mangel an Containern, fehlende LKW-Fahrer usw. führen dazu, dass Nachschubwege für die Industrie, aber auch für die globale Lebensmittelversorgung unsicher geworden. Hochkarätige Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis, unter ihnen WIFO-Direktor Gabriel Felbermayr, Stefan Thurner (Complexity Science Hub Vienna), Charles Godfray (Oxford University), und Andreas Gerstenmayer (AT&S), werden aus Sicht der Komplexitätsforschung und der Praxis die dahinterliegenden gemeinsamen Mechanismen für anscheinend nicht zusammenhängende Entwicklungen analysieren. Welche Wege könnten zu einer widerstandsfähigeren Zukunft führen? Ist eine lokale Produktion wünschenswert, und inwieweit ist eine globale Produktion unumgänglich? Kann die Transparenz in den Versorgungsnetzen einen Wendepunkt darstellen? Was sollten die politischen Entscheidungsträger tun? Die Debatte soll eine solide Basis für die Konzeption eines widerstandsfähigeren und klimafreundlicheren Weltwirtschaftssystems legen.


RNA-basierte Medizin der Zukunft 

Wie entscheidend Technologie für die Gestaltung der Zukunft sein kann, wurde zuletzt insbesondere in der Biotechnologie deutlich: Innovative Impfstoffe auf RNA-Basis haben sich im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie als wegweisend erwiesen. Das Potenzial der RNA-Technologien geht freilich weit über Infektionskrankheiten hinaus: Sie versprechen einen tiefgreifenden Einfluss auf zahlreiche Bereiche der Medizin, wie etwa Onkologie, Autoimmunkrankheiten oder genetische Syndrome. In Kooperation mit der Helmholtz-Gesellschaft Deutscher Forschungszentren werden in einer Plenary Session mit Otmar Wiestler (Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft), Helga Nowotny (Forschungsrat), Klaus Cichutek (Paul-Ehrlich-Institut), Christoph Huber (Mitgründer von BioNTech), Ulrike Protzer (Helmholtz Zentrum München) und Jörg Vogel (Helmholtz Zentrum Braunschweig) die enormen Aussichten dieses sich rasch entwickelnden Bereichs aufgezeigt. 


Cyberwar und Infowar 

Technologie ist freilich immer eine Medaille mit zwei Seiten: Messer oder Automobile sind sehr nützliche Dinge, sie können aber auch als tödliche Waffen missbraucht werden. Ähnliches gilt für Informations- und Kommunikationstechnologien. Nicht zuletzt im Krieg in der Ukraine wurde das Internet zu einem kriegerischen Schauplatz und zu einer Waffe gleichermaßen. In den sozialen Medien begleiten Videos von Kämpfen, fliehenden Menschen und bombardierten Gebäuden das Kriegsgeschehen in der Ukraine, hier tobt ein Kampf um Narrative – zwischen Heldengeschichten und Desinformation. Nur einen Mausklick entfernt liefern kriminelle bzw. kriegerische Hackergruppen einen Schlagabtausch und setzen alle digitalen Mittel ein, um aus dem Schatten des Internets heraus gegnerische Infrastrukturen lahmzulegen. In einer hochkarätig besetzten Plenary Session spüren führende Wissenschaftler und Militärexperten wie etwa Markus Reisner (Verteidigungsministerium), Susanne Spahn (Politikwissenschaftlerin), Volker Kozok (Network for Cyber Intelligence) oder Matthias Kettemann (Uni Innsbruck) den aktuellen Entwicklungen nach, skizzieren Muster in der Cyberwelt und Zusammenhänge mit der realen Welt. 


Herausforderungen für die Politik 

Innovationen helfen uns bei der Überwindung der Krisen – sie werden aber zunehmend auch zu einem wichtigen machtpolitischen Instrument: Wer heute bei der Entwicklung von Zukunftstechnologien die Nase vorne hat, kann der Welt seinen Stempel aufdrücken. Was dies für Europa bedeutet, das eingekeilt ist zwischen den Machtblöcken USA und China, steht im Zentrum eines International Talk. Mit Hannes Androsch, Bertil Anderson (Nanyang Technological University Singapore) und Hannelore Veit
In einem zur geschätzten Tradition gewordenen FTI-Eröffnungstalk stehen Spitzenvertreter:innen der Politik und Industrie Rede und Antwort über konkrete Antworten auf die großen Herausforderungen – angesagt haben sich Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, Wirtschaftsminister Martin Kocher, Bildungsminister Martin Polaschek, Digitalisierungs-Staatssekretär Florian Tursky und IV-Generalsekretär Christoph Neumayer


Integrative Kraft der Künste

Thematisiert wird beim Treffen der Technologie-Community in Alpbach überdies die Rolle der Künste bei den nötigen Transformationen, in denen sich unser Gesellschafts- und Wirtschaftssystem befindet. Eine interdisziplinäre Debatte in Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst Wien (mit Gerald Bast, Raphaela Edelbauer und Petra Schaper-Rinkl) soll neue Wege skizzieren, die Menschen zum Umdenken und Handeln zu animieren und die Gesellschaft auf kreative Weise auf eine sich verändernde Umgebung vorzubereiten. 
Endlich sind heuer wieder der persönliche Austauschund das intensive weitere Bearbeiten der vier thematischen Tracks des Forums möglich Hochattraktive und solide Content Sessions vertiefen: Hochattraktive Content Sessions finden unter anderem zu Themen wie Mikroelektronik, Fake News, Vertrauen, Bioökonomie, Leichtmetalltechnologien, Klimaschutz in Mobilität und Industrie, Verschmelzung von Mensch und Technik sowie Künstliche Intelligenz statt. 


Jahrbuch zum Thema „KI in der Praxis / Applying AI“

Der Anwendung von KI („Applying AI“) ist auch das heurige Jahrbuch aus der Serie „Discussing Technology“ gewidmet, das alle Teilnehmer:innen des Alpbach Technology Symposiums kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Künstliche Intelligenz ist längst kein reines Zukunftsthema mehr. Vielmehr durchdringen Methoden der KI immer weitere Bereiche unseres Lebens und Arbeitens. Und sie ermöglichen auch in Wissenschaft, Forschung und Technologieentwicklung große Fortschritte. Anhand zahlreicher Beispiele von konkreten Anwendungen, unter anderem aus dem AIT Austrian Institute of Technology und weiteren heimischen Forschungsstätten, wird gezeigt, wo wir bei der Anwendung von KI in verschiedenen Domänen derzeit stehen. Das reicht von nützlichen Tools für unser Alltagsleben über die Konzipierung künftiger autonomer Maschinen, die eng mit dem Menschen zusammenarbeiten, bis hin zum Einsatz im Gesundheitswesen und der Stadtplanung. Dabei wird deutlich, wie die unterschiedlichsten KI-Methoden sinnvoll eingesetzt werden können – und in welchen Bereichen man besser darauf verzichten sollte. Ergänzt werden diese Beispiele durch Interviews mit führenden Forscher:innen-Persönlichkeiten wie Helga Nowotny, Andreas Kugi oder Ross King. Zur Sprache kommen überdies die ökologischen Auswirkungen von KI sowie die Rolle der neuen Technologie in den Künsten.