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Über 20% der österreichischen Produktionsunternehmen nutzen 3D-Druck und/oder additive Fertigungsverfahren.

Produzierende Betriebe können mit Hilfe von 3D-Druck bzw. additiven Fertigungsverfahren komplizierte Strukturen ohne großen Aufwand von Grund auf neu erstellen und ebnen den Weg zur kundenindividuellen Massenproduktion („mass customization“). 3D-Druck in der Produktion kann dabei kürzere Wertschöpfungsketten ermöglichen und den Trend zur globalen Fragmentierung der Produktion umkehren. Die Kosten für 3D-Druck in der Fertigung sind jedoch für viele Anwendungen derzeit noch zu hoch, sodass 3D-Druck in der Fertigung, trotz der technischen Möglichkeit, aus Kostengründen oft noch als Zukunftsoption zu sehen ist.

Verbreitung von 3D-Druck steigt stark an
Trotz dieser Kostenhemnisse zeigen die Ergebnisse des EMS einen relativ starken Anstieg der Verbreitung in den letzten drei Jahren. Dabei wird 3D-Druck sowohl zum Prototyping als auch in der Fertigung vermehrt eingesetzt. Im Zeitverlauf zeigt sich, dass bis zum Jahr 2014 zunächst der Einsatz zum Prototyping stark angestiegen ist, während seit dem Jahr 2015 3D-Druck vermehrt in der Fertigung eingesetzt wird. Dadurch haben im Jahr 2018 bereits 20% der Betriebe 3D-Druck zum Prototyping sowie 10% zur Fertigung genutzt.

Weiterhin Potential vorhanden
Es gibt noch großes Potential, sowohl für eine weitere Verbreitung, als auch für die wirtschaftliche Nutzung beider Formen des 3D-Drucks. Insbesondere in der Fertigung gibt mehr als die Hälfte der Nutzer an, das wirtschaftliche Potential in geringem Ausmaß zu nutzen, was die geringste aktuelle Potentialnutzung aller abgefragten Techniken darstellt. Zusammenspiel 3D-Druck mit anderen digitalen Produktionstechniken Betriebe, die bereits Erfahrungen mit ähnlichen Technologien gesammelt haben, können Vorteile bei der Investition in 3D-Druck haben, da möglicherweise auch ähnliche Kenntnisse und Fähigkeiten der MitarbeiterInnen gefordert werden oder es auch zu Komplementaritäten kommen kann, wenn Tech- nologien verschiedene Phasen der Produktionskette (z.B. Planung, Logistik und Fertigung) bedienen. Solche Komplementaritäten können zwischen 3D-Druck und anderen Technologien empirisch nicht beobachtet werden. Es liegen daher sehr niedrige Eintrittsbarrieren in Bezug auf die gesammelten Erfahrungen mit Investitionen in anderen Technologien vor. Dies unterstreicht die häufig vorgebrachte These, dass 3D-Druck eine disruptive Technologie ist, da sie nicht auf früheren Erfahrungen und Wissen in der traditionellen
Fertigung aufbaut.

Seriengröße entscheidend
Ein wichtiges Kriterium für den Einsatz von 3D-Druck ist die Seriengröße. Hersteller von Klein- und Mittelserien/-chargen nutzen 3D-Druck doppelt so häufig. Im Gegensatz dazu nutzen Großserienfertiger 3D-Druck in erster Linie zum Prototyping. Einzelanfertiger planen aktuell am häufigsten den erstmaligen Einsatz zum Prototyping. Ein weiterer Faktor der den Einsatz von 3D-Druck begünstigt ist steigende Produktkomplexität.

3D-Druck als Chance für KMU
Während sich beim Prototyping eine deutlich steigende Verbreitung mit steigender Betriebsgröße zeigt, wird in der Fertigung 3D-Druck von KMU annähernd gleich häufig verwendet wie von Großbetrieben. Dies zeigt, dass 3D-Druck in der Fertigung insbesondere in KMU seine Vorteile ausspielen kann, um komplexe Produkte in kleinen oder einzelnen Chargen, die für Nischenmärkte typisch sind, effizient herzustellen.

 

Einsatz von 3D-Druck in der Produktion

AIT Grafik zum Einsatz von 3D-Druck