Sinnvolle Informationen aus der Datenflut

Eine zentrale Aufgabe von Videoanalysesystemen (Videoüberwachung, Medienanalyse) besteht darin, aus Videorohdaten automatisch und zuverlässig Objekte und Bewegungspfade herauszufiltern. Jeder einzelne Schritt in der Verarbeitungskette ist allerdings mit Unschärfen und Unsicherheiten behaftet. Darin liegt die eigentliche Herausforderung in der Entwicklung von Videoanalysesystemen.

Anwendungsbeispiel: Personenzählung in einer Menschenmenge

Der Forschungsbereich entwickelte ein Verfahren zur Personendetektion und -zählung in Menschenmengen, welches auf Kontur- und Bewegungsmerkmalen aufbaut. Die räumliche Konfiguration von Detektionshypothesen wird in Bezug auf die a-posteriorie- Wahrscheinlichkeit und unter Berücksichtigung von Verdeckungen aus den Einzelhypothesen optimiert. Unsere patentrechtlich geschützte konturbasierte Methode bietet eine generische Lösung und erlaubt die schnelle und einfache Integration unterschiedlicher Muster für neue Objektklassen. Die Personenerkennung ist mit analytischen Funktionalitäten gekoppelt, um die räumlich-zeitliche Personendichte quantifizieren zu können. Diese Informationen sind von hoher Relevanz in zahlreichen Anwendungsfeldern, wie etwa im Handel und im Verkehr.

Anwendungsbeispiel: Contentfilter und Suche

Die im Internet angebotenen Inhalte enthalten enorme Mengen von Bild- und Videodaten. Internet-Provider und Behörden versuchen ihrer sozialen Verantwortung insofern gerecht zu werden, als sie kritische Bildinhalte herausfiltern und blockieren. Dazu zählen vor allem Nacktszenen oder unerwünschte (z.B. rechtsextreme) Propaganda. Die BildverarbeitungsexpertInnen haben ein automatisches Erkennungssystem entwickelt, das bei der Analyse von Bilddaten auf ein aussagekräftiges visuelles Modell zurückgreift und so eine zuverlässige Filterung und präzise Suchergebnisse erlaubt.