Die Integration hochleistungsfähiger Leichtmetalle in den industriellen Fertigungsprozess erfordert neben der eigentlichen Werkstoffentwicklung auch Anstrengungen in Richtung einer effizienten Fertigung, da die erzielte höhere Festigkeit gleichbedeutend mit einer niedrigeren Umformbarkeit ist. Es sind dann Maßnahmen in Form von modifizierter Prozessführung oder neuen Prozessrouten zu treffen, die ermöglichen sollen, die Leichtmetalle mit verbesserte Eigenschaften mit gleichen oder reduzierten Fertigungskosten verarbeiten zu können. Die Massivumformprozesse

  • Walzen,
  • Strangpressen,
  • Schmieden

spielen dabei eine wichtige Rolle in der Fertigungskette, da diese das gegossene Vormaterial in ein industriell einsetzbares Bauteil oder in ein entsprechendes Halbzeug zur Weiterverarbeitung in der Blechumformung (Link: Blechumformung) umwandeln. Diese bestimmen auch maßgeblich die Eigenschaften des Bauteils, weshalb besonderes Augenmerk auf die Prozessführung gelegt werden muss. Die Forschungsaktivitäten des AIT stützen sich auf die entsprechenden Anlagen im semi-industriellen Maßstab und in gleichem Maße auf die Darstellung der Prozesse mit Hilfe der numerischen Prozesssimulation. Letzteres benötigt aber auch vertieftes Wissen in der Modellierung der dort relevanten Mechanismen sowie deren Erfassung durch Modellversuche (Link: Werkstoffcharakterisierung für thermomechanische Prozesse). Dies betrifft neben dem thermomechanischen Verhalten auch die Reibungseffekte, die einen bedeutenden Einfluss auf den Prozess haben. Das bestehende Wissen ist außerdem in der Simulation von Zerspanungsprozessen einsetzbar, mit dem erfolgreich bereits Optimierungsprozesse von Werkzeugen für Drehen, Fräsen und Bohren unterstützt werden konnten.