DeCAS

DeCAS zielt sowohl auf die Erforschung und Analyse von Systemdienstleistungen wie Demand Response und die Koordination individueller Blindleistungsregelungskonzepte über traditionelle Grenzen von der Hoch.-, Mittel- und Niederspannung ab, als auch auf deren Marktintegration. Dies beinhaltet auch die Integration von dafür notwendigen Monitoring und Regelungen in Prozessleitsysteme. Die Arbeit basiert auf drei involvierten nationalen Demonstrationsprojekten (innovation cells - ICs).

Das Ergebnis ist eine Orchestrierung des Elektrizitätssystems mittels hierarchischer und integrierter Netzregelung unter Berücksichtigung der Marktintegration von Flexibilität und der Einbindung der Stakeholder mit dem Fokus auf Prosumer und Netzbetreiber.

Über Jahrzehnte wurde das Stromsystem erfolgreich als Kombination von großen Erzeugern, Übertragungs- und Verteilnetzen betrieben. Die Europäische Rechtsprechung, mit der einhergehenden Liberalisierung der Elektrizitätswirtschaft und der Förderung erneuerbarer Energien, führte zu einer massiven Zunahme und Implementierung von kleinen und mittelgroßen Erzeugungsanlagen (Dezentrale Energieerzeugung – DE), welche üblicherweise verbrauchernah und damit hauptsächlich im Nieder- und Mittelspannungsnetz angeschlossen sind.

Die Verbindung von Smart Grid - Regelungsansätzen und –algorithmen, übergreifend über einzelne Spannungsebenen, ist der logische nächste Schritt um den Herausforderungen eines steigenden Anteils an erneuerbaren Energieträger von einer technische Perspektive entgegen zu treten. Für Marktteilnehmer, wie beispielsweise Aggregatoren und Betreiber von virtuellen Kraftwerken, ist die Aggregation von Informationen aus unterschiedlichen Netzebenen zunehmend wichtig. Daher sind die Hauptziele des Projekts DeCAS sowie auch des Österreichischen Anteils folgende:

  • Erforschung und Analyse von Systemdienstleistungen wie Regelreserve durch „prosumer“ response, individuelle Spannungsregelung und Blindleistungsmanagement über traditionelle Grenzen hinweg von Hoch.-, Mittel- bis zur Niederspannung.
  • Entwicklung von Ansätzen und Konzepten für einen koordinierten Regelungsansatz unter Berücksichtigung der Zielfunktionen in den einzelnen Spannungsebenen. Dies beinhaltet auch die Integration von dafür notwendigen Monitoring und Regelungen in Prozessleitsysteme wie auch die Integration in existierende und zukünftige Flexibilitätsmärkte. Niederspannungsnetze sind derzeit üblicherweise nicht automatisiert und Messdaten somit nur schwer verfügbar. Daher wird das Projekt vielversprechende Konzepte für Werkzeuge und Prozesse zur Niederspannungsbetriebsführung evaluieren und untersuchen wie diese mit Mittel-/Niederspannungs SCADA Verteilnetzmanagementsystemen interagieren.

Die wissenschaftliche Methode des Projekts DeCAS orientiert sich am ERA-Net Smart Grid+ 3-Ebenen Ansatz. Es werden drei iterative Schritte berücksichtigt:

  • Iterative Technologieentwicklung mit begleitendender wissenschaftlicher Forschung basierend auf Simulationen und Analysen aus den Feldtestgebieten und den dortigen realen Implementierung.
  • Für die Marktintegration von Flexibilität wird die tatsächliche Integration und der Betrieb durch die Verbindung von Demonstrationsaktivitäten mit Simulationsmodellen gezeigt.
  • Zur Unterstützung der Stakeholderintegration werden im Projekt, mittels Demonstrationsaktivitäten und der Beschreibung von bewährten Erfahrungen (in Österreich aus dem Feldtestgebiet Köstendorf), Barrieren für die Integration von Prosumern wie auch Technikern und anderen Mitarbeitern bei Verteilnetzbetreibern abgebaut und gezeigt wie man zukünftig an der Bereitstellung von Systemdienstleistungen partizipieren kann.

Das Ergebnis des Projekts DeCAS ist eine Orchestrierung des Elektrizitätssystems mittels hierarchischer und integrierter Netzregelung unter Berücksichtigung der Marktintegration von Flexibilität und der Einbindung der Stakeholder mit dem Fokus auf Prosumer und Netzbetreiber.

Projektpartner

Das Projekt erhält Förderungen von der Joint Programme Initiative ERA-Net Smart Grids Plus, mit Unterstützung von Horizon 2020.