Das Themenfeld Innovation Systems Modelling beschäftigt sich mit der quantitativen Analyse und Modellierung von Innovationssystemen. Der Fokus liegt auf der Konzeption, Implementierung und Interpretation von Modellen für Innovationssysteme bzw. Teilausschnitte von Innovationssystemen, um die Funktionsweise und Zusammenhänge zwischen verschiedenen Komponenten des Innovationssystems unter bestimmten Rahmenbedingungen zu verstehen. Daraus sollen potentielle Schlussfolgerungen zur Re-Orientierung von Innovationssystemen im FTI-politischen Kontext gezogen werden. In den Modellen legen wir einen besonderen Schwerpunkt auf Netzwerke und auf die Dynamik von Innovationssystemen, wie etwa die Entwicklung lokaler und globaler Systemcharakteristika. Letzteres betrifft beispielsweise die Erforschung der Entwicklung der thematischen und räumlichen Orientierung eines Innovationssystems sowie von Determinanten, die eine bestimmte Entwicklung bewirken.

Das Fundament für die Forschung im Themenfeld bilden einerseits Kompetenzen in quantitativen – mathematischen und statistischen – Methoden, andererseits umfassende Dateninfrastrukturen zur empirischen Erfassung verschiedener Aspekte von Innovationssystemen. Durch unseren Fokus auf Innovationsnetzwerke hat das Themenfeld einen Schwerpunkt in netzwerkanalytischen Methoden, etwa aus dem Bereich der sozialen Netzwerkanalyse. Zudem verwenden wir avancierte ökonometrische Verfahren, insbesondere aus dem Bereich der räumlichen Ökonometrie und der räumlichen Interaktionsmodellierung, um etwa Determinanten der Entwicklung und Orientierung von Innovationssystemen zu erfassen. Zur Betrachtung solcher Fragestellungen aus einer Mikroperspektive werden zudem Methoden der agentenbasierten Modellierung (ABM) angewendet.  

Das Themenfeld entwickelt und pflegt große Dateninfrastrukturen als Voraussetzung für die empirischen Analysen und Modellierungen. Die zentralste Infrastruktur in diesem Kontext ist die EUPRO Datenbank, die systematische Informationen über Netzwerke in den europäischen Rahmenprogrammen enthält. Zudem werden etwa Patent- oder Publikationsdatenbanken verwendet, sowie für spezifische Analysen eigene Erhebungen durchgeführt.