Lärmarme Reifen für leise Straßen

Durch laufend steigende Straßenverkehrszahlen nimmt auch die Lärmbelastung der österreichischen Bevölkerung stetig zu. Dabei ist die Hauptursache für die Lärmemission von PKWs und LKWs über einen weiten Geschwindigkeitsbereich der durch den Reifen- und Fahrbahnkontakt erzeugte Lärm. Zu dessen Reduktion wurden neue, schärfere Grenzwerte für das maximal erlaubte Abrollgeräusch von neu auf den Markt kommenden Reifen in der EU-Verordnung 2009/661/EG festgelegt. Diese senken die Emissionsgrenzwerte abhängig von der Reifendimension um 3-6 dB. Die Rollgeräuschemissionswerte werden auch verpflichtend auf den neuen Reifenaufklebern, festgelegt in der EU-Verordnung 2009/1222/EG, beim Kauf von neuen Reifen kenntlich gemacht, um dem Kunden die Auswahl zu erleichtern. Aufgrund der Wechselwirkung der Reifen und der Fahrbahndecke untersucht LARA nun die Auswirkungen dieser neuen Grenzwerte mit einem Fokus auf Österreichs hochrangiges Straßennetz und häufig vorkommende Fahrbahndeckentypen. Dabei soll abgeschätzt werden, in welchem Ausmaß mit einer Reduktion der Lärmbelastung gerechnet werden kann. Im Rahmen des Projektes wurden Messungen des Vorbeifahrtpegels an Kraftfahrzeugen durchgeführt, die mit Reifen ausgestattet waren, die die neuen Grenzwerte der EU-Verordnung erfüllen. Diese haben gezeigt, dass die derzeit in den österreichischen Regelwerken zur Beurteilung des Straßenlärms verwendeten Schallemissionskennwerte die zu erwartenden Emissionen des Straßenverkehrs gut abbilden. Eine Reduktion des Straßenverkehrslärms aufgrund der neuen Rollgeräuschgrenzwerte kann daher nicht erwartet werden.

Dieses Projekt wurde innerhalb des Programms Verkehrsinfrastrukturforschung VIF 2011 der FFG durch das BMVIT und die ASFINAG finanziert.

Konsortialpartner:
•    AIT Austrian Institute of Technology GmbH
•    TAS Sachverständigenbüro für Technische Akustik SV GmbH