RelCon – Sichere Kontrolle autonomer Fahrzeuge

Durch den integrierten Einsatz von autonomen Fahrzeugen und Teleoperatoren soll eine schnelle, flexible und zuverlässige Reaktion auf variable Einsatzszenarien möglich werden.

Bei vielen zivilen Katastrophenszenarien – seien es Lawinen- oder Murenabgänge, Tunnelbrände oder eine radioaktive Verseuchung nach einem Reaktorunfall – existiert das Problem, dass zwar einerseits Personen dringend Hilfe benötigen bzw. evakuiert werden müssen, andererseits aber die (oft freiwilligen) Helfer einem, oft lebensgefährlichen, Risiko ausgesetzt sind und deswegen eine Hilfestellung schwierig oder gar unmöglich wird.

Im Rahmen des zurzeit laufenden KIRAS-Projektes SafeCon wird für das österreichische Bundesheer als Bedarfsträger eine Technologie entwickelt, um Versorgungskonvois des ÖBH mit einer Semiautonomie zu versehen, um in Gefahrensituationen den Verlust von Menschenleben zu vermeiden. Das Projektteam von RelCon - Reliable Control of Semi-Autonomous Platforms – wird nun diese Kerntechnologie autonomer Versorgungskonvois für die spezifischen Anforderungen von zivilen Katastrophenszenarien weiterentwickeln. Dabei soll auch ein Augenmerk auf die einfache und kostengünstige Realisierbarkeit solcher autonomer Fahrzeuge gelegt werden, ohne dabei jedoch Abstriche bei der Funktionalität, der Zuverlässigkeit und der Sicherheit machen zu müssen.

Dies soll im Rahmen des Projektes RelCon durch einen integrierten Einsatz von autonomen Fahrzeugen und durch die Fernsteuerung durch einen Teleoperator erreicht werden, um schnell und flexibel auf variable Einsatzszenarien oder –Bedingungen reagieren zu können. Durch die Kombination aus autonomen Fahrzeugen und einem Teleoperator ist im speziellen die Möglichkeit gegeben, auf unerwartete Ereignisse korrekt reagieren zu können. Derart unerwartete Ereignisse sind in der Regel nicht vorab planbar und damit können autonome Systeme darauf nicht ausgelegt werden. Jedoch wird von einem in einem realen Katastrophenszenario eingesetzten robotischen System von den Einsatzkräften erwartet, dass das System flexibel auf variierende bzw. unbekannte Bedingungen reagiert und damit eine hohe Robustheit im Einsatz aufweist. Deswegen wird im Projekt RelCon der Fokus auf eine Kombination aus Autonomie und Fernsteuerung gelegt, um das für den Einsatz bei zivilen Katastrophenszenarien notwendige hohe Maß an Zuverlässigkeit und Robustheit zu erreichen.

Das Ergebnis soll ein neuartiges Konzept für einen Autopiloten sein, der in Verbindung mit einem Teleoperator an einer Fernbedienstation in der Lage ist, vorgegebene Einsatzaufgaben flexibel, zuverlässig und robust zu erfüllen. Die zu entwickelnde Technologie soll als Aufrüstlösung für handelsübliche Fahrzeuge ausgelegt werden, die vom Hersteller mit geringem Aufwand dafür vorbereitet werden können. Moderne Fahrzeuge besitzen bereits die wichtigsten elektronischen Schnittstellen dafür (Fahrpedal, Motor, Getriebe, Bremse), die nur ergänzt (Lenkrad) und entsprechend konfiguriert werden müssen. Dadurch kann bei geringem (Kosten-) Aufwand ein breites Einsatzfeld für die autonome Technologie erschlossen werden.

Facts:

  • Projektbeginn: September 2013
  • Projektdauer: 2 Jahre
  • Förderung: das Projekt wird innerhalb des Sicherheitsforschungs-Förderprogramm KIRAS durch das Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) gefördert
  • Koordination: FH Technikum Wien
  • Partner: BMLVS, taurob GmbH, Rheinmetall MAN Military Vehicles Österreich GesmbH, PIDSO - Propagation Ideas & Solutions GmbH