VALORAM


Das Projekt VALORAM (Valorizing Andean microbial diversity through sustainable intensification of potato-based farming systems, RP7/2007-2013 grant agreement Nr. 227522) wird im Rahmen des Siebten EU-Rahmenprogramms durchgeführt. Das Projektteam erforscht und bewertet die Diversität der Bodenmikroorganismen in den Anden, um alternative, effiziente Technologien und Bewirtschaftungspraktiken zu entwickeln. Ziel des Projekts ist eine erhöhte Nachhaltigkeit und Produktivität der eingesetzten Anbaumethoden, um die Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung in den Anden zu verbessern.

Durch das ständig steigende Bevölkerungswachstum und die hohen Getreidepreise ist in den Andenländern die Nachfrage nach Kartoffeln deutlich gestiegen. Immer mehr Landfläche wird auf Kosten von Bracheperioden und Fruchtwechsel zum Kartoffelanbau genutzt. Das führt dazu, dass Kartoffelpflanzen vermehrt von Schädlingen und Erkrankungen befallen werden, Ausbeute und Qualität der Knollen sinken und die Ernten nicht mehr vermarktet werden können. Mit nachhaltigem Bodenfruchtbarkeitsmanagement lassen sich jedoch auch unter den schwierigen agro-ökologischen Bedingungen des Andenhochlands stabile Erträge erzielen.

Die traditionell extensive Bewirtschaftung im Andenhochland hat den Anbau von Kartoffel-Landrassen gefördert, die gut an die harschen und wechselhaften ökologischen Verhältnisse angepasst sind und konstante Erträge bringen. Diese Praxis hat möglicherweise zur Selektion von Kartoffelvarietäten geführt, die Bakterien beherbergen, die sich positiv auf Pflanzenwachstum und Pflanzengesundheit auswirken. Die Aufgabe des AIT im Projekt VALORAM besteht darin, das wachstumsfördernde Potential der mit diesen Landrassen assoziierten Bakterien zu bewerten und zu nutzen und neue wachstumsfördernde Funktionen mit Hilfe metagenomischer Ansätze zu identifizieren. Die Anden sind die Ursprungsregion der Kartoffel (Solanum spp.), was eine lange Koevolution von Bakterien und Pflanzen und damit eine hohe Diversität kartoffelassoziierter Bakterien und eine hohe Anpassung an die Wirtspflanze erwarten lässt. Darüber hinaus werden die mit Landrassen und konventionellen Varietäten assoziierten Bakteriengesellschaften mit Hilfe von Next-Generation Sequencing und Quantifizierung wichtiger funktioneller Bakteriengruppen bewertet.

Die experimentellen Daten und Feldversuche mit neuen Bewirtschaftungsmethoden dienen als Basis für Anbaupraktiken, die eine ideale Wechselwirkung zwischen Mikroorganismen, Pflanzen und Boden gewährleisten und so die Bodenfruchtbarkeit und nachhaltige Landwirtschaft in der Andenregion fördern.

valoram.ucc.ie

Kontakt

Doz. DI Dr. Angela Sessitsch
AIT Austrian Institute of Technology GmbH

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3430 Tulln