CD-MOFA

Infektionen und Intoxikationen, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden, werden als Zoonosen bezeichnet.

Kontaminierte Lebensmittel sind wichtige Überträger von pathogenen Mikroorganismen auf den Menschen. Schätzungen zufolge sind in Österreich pro Jahr etwa 350.000 Krankheitsfälle auf lebensmittelbezogene Infektionen zurückzuführen. Da vor allem auf Grund geänderter Konsumgewohnheiten und neuer Mobilitätsformen das Risiko der Keimverschleppung steigt, ist die Entwicklung neuer Risikobewertungs- und -managementmethoden von vitalem Interesse für das öffentliche Gesundheitswesen.

Seit der Entdeckung der Bedeutung von Bakterien für die menschliche Gesundheit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Entwicklung von Nachweismethoden ein zentrales Anliegen der Forschung. Trotz laufender Verbesserungen hat sich am Prinzip der Anreicherung, der Isolierung und der biochemischen Differenzierung der Zielzellen jahrzehntelang nichts geändert. Nachdem diese analytischen Schritte Zeit zum Keimwachstum erfordern, sind mikrobiologische Methoden langwierig und wenig flexibel einsetzbar. Mit der Analyse von Nukleinsäuren wurde ein neues Nachweisprinzip in die Lebensmittelwissenschaften eingeführt, das die analytischen Möglichkeiten enorm verbessert.

Das Forschungskonzept des Christian-Doppler Labors für Molekularbiologische Lebensmittelanalytik integriert innovative Entwicklungen auf dem Gebiet der Erstellung von Lebensmittelmodellen mit neuen Ansätzen der Probenbehandlung und den Möglichkeiten der molekularen Bakterienquantifizierung und Bakterien-charakterisierung.

Das strategische Konzept bündelt die an der Veterinärmedizinischen Universität etablierte methodisch-angewandte Forschung in der molekularen Lebensmittelmikrobiologie mit den Forschungskapazitäten des Austrian Institute of Technology (AIT), den Risikomanagementkapazitäten der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit und dem weltweiten Distributionsnetz des Partners Merck KGaA. Damit leistet dieser Ansatz einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung schneller Gefahrenerkennungssysteme und die Evaluierung der Effizienz von Vorbeugungs- und Gegenmaßnahmen in der Zoonosebekämpfung.

Kontakt

Dr. Claudia Preininger
AIT Austrian Institute of Technology GmbH

T: +43-50550 3650
F: +43-50550 3666
Konrad-Lorenz-Straße 24
3430 Tulln