Modellierung und Projektion künftiger Entwicklungen
Eine plausible Projektion künftiger Entwicklungen ist nur möglich, wenn Eigenschaften, Wirkungen und Wechselwirkungen des zugrundeliegenden Systems und dessen Dynamik berücksichtigt werden. Systemanalytische Verfahren ermöglichen die wesentlichen Faktoren und die Ursache-Wirkungsbeziehungen zu identifizieren. Regionale Klimasimulationen liefern kleinräumige Modellergebnisse der Entwicklung der relevanten Klimaparameter und erlauben eine Bewertung von Veränderungen auf Naturräume und Agrarlandschaften sowie die Auswirkungen auf Siedlungen und Infrastruktur. In partizipativen Prozessen werden mit Stakeholdern die regionalen Effekte diskutiert, und darauf aufbauend, Anpassungsstrategien formuliert.
Referenzprojekte
reclip:more, reclip:century
Kleinräumige und zeitliche hochaufgelöste Klimasimulationen sind notwendig, um regionale Auswirkungen abzuschätzen. Mit den beiden Projekten wurde für den Zeitraum bis 2050/2100 Simulationen der Klimaentwicklung in stündlicher Auflösung für einen 10 km-Raster für den ganzen Alpenraum durchgeführt. Dafür wurden die regionalen Klimamodelle MM5 und COSMO CLM verwendet, die auf globalen Simulationsergebnissen der Modellen ECHAM5 und HADCM3 für unterschiedliche Treibhausgasszenarien aufbauen.
Projektleiter: Wolfgang Loibl
Projektpartner: Institut f. Meteorologie - BOKU, Wegener Center – U Graz, ZAMG - Wien
CROSS - Climate change response of sensitive habitats and landscapes in Austria
CCR – Climate Change Response Seewinkel
Effekte des Klimawandels auf die Biodiversität von Kulturlandschaften sind in Österreich bisher kaum untersucht worden. Diese Projekte sollen diese Lücke füllen: Dabei werden regionale Klimamodell-Ergebnisse für 2050 den aktuellen Lebensbedingungen ausgewählter Pflanzenarten in verschiedenen Testregionen österreichischer Agrarlandschaften (CROSS) bzw. im Seewinkel (CCR) gegenübergestellt und der potentielle Einfluss sich ändernder Temperatur- und Niederschlagsmuster auf die regionale Biodiversität abgeschätzt werden. Im Seewinkel werden in weiterer Folge gemeinsam mit regionalen Stakeholdern alternative Bewirtschaftungsformen diskutiert.
Projektleiter: Markus Knoflacher
Projektpartner: Institut für Ökologie und Naturschutz, Universität Wien
MANFRED - Management strategies to adapt Alpine Space forests to climate change risks
EULakes - European Lakes Under Environmental Stressors
SUDplan - Sustainable Urban Development Planner for Climate Change Adaptation
Projektleiter:
MANFRED: Ernst Gebetsroither
EULakes: Markus Knoflacher
SUDplan: Rudolf Orthofer
In allen 3 Projekten werden die Effekte des Klimawandels für unterschiedliche Fragestellungen untersucht: Im Projekt MANFRED geht uns es um Waldmanagement im Alpenraum als Antwort auf den zu erwartenden Klimawandel. Das AIT untersucht dabei die Gefahrenpotentiale für Trockenstress und Ozonbelastung. Im Projekt EU-Lakes werden die Auswirkungen des Klimawandels auf zentraleuropäische Seen und deren Ökosysteme untersucht, wofür F&PD die Analyse der Klimasimulationen für unterschiedliche GHG-Szenarien durchführt. Das Projekt SUDplan befasst sich mit Anpassungsmaßnahmen für städtische technische Infrastruktur an den Klimawandel, um möglichen Schäden zu verhindern oder zu reduzieren. F&PD untersucht als österreichisches Fallbeispiel Anpassungsmaßnahmen an intensivere Starkregenereignisse für die Kanalinfrastruktur in Linz.
Projektpartner (u.a.):
MANFRED: Forest Research Institute of Baden-Wuerttemberg, CEMAGREF – F, ETH Zürich-WSL - CH
EULakes: Lago di Garda- IT, U of Pannonia-Hu, Lake Balaton Development Coordination Agency –Hu
SUDplan: Swedish Meteorological and Hydrological Institute (SMHI), Czech Environmental Information Agency, German Research Center for Artificial Intelligence
Kontakt
T: +43(0) 50550-4587
F: +43(0) 50550-4599
Donau-City-Str. 1
1220 Wien
wolfgang.loibl (at) ait (ac.at)
